Frankfurt (Main)

Sieben Kandidaten für Platz eins und sechs neue Trainerduelle

Udo Muras
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Von Udo Muras
| 10.09.2021 19:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Wiedersehen auf dem Spielfeld: Karim Bellarabi (links, Leverkusen) trifft wieder auf Reinier Jesus Carvalho (Mitte, Dortmund) und Julian Brandt (rechts, Dortmund). Foto: imago images/Edith Geuppert
Wiedersehen auf dem Spielfeld: Karim Bellarabi (links, Leverkusen) trifft wieder auf Reinier Jesus Carvalho (Mitte, Dortmund) und Julian Brandt (rechts, Dortmund). Foto: imago images/Edith Geuppert
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Der vierte Spieltag der Fußball-Bundesliga verspricht wieder einige spannende Spiele. Welche Zahlen für oder gegen welchen Verein sprechen, hat Kolumnist Udo Muras zusammengefasst.

Der Länderspielpause verdanken die Fans einen spielfreien Freitag, die Bundesliga konzentriert sich diesmal auf zwei Tage. Der Sonntag hat drei Spiele, aber die Kracher nach der Papierform steigen schon Samstag. Gleich vier international tätige Klubs sind unter sich, drei davon erklärte Meisteraspiranten. Die Bayern treten zum „Topspiel“ (18.30 Uhr) in Leipzig an, in sechs von zehn Duellen traf da bisher der Erste auf den Zweiten. Diesmal nicht, da heißt es Zehn gegen Drei. An der Brisanz ändert das wenig, die Partie steht im Zeichen der Rückkehrer Julian Nagelsmann, Dayot Upamecano und Marcel Sabitzer, der womöglich sein Bayern-Debüt ausgerechnet gegen den Ex-Klub gibt. Wie stehen die Vorzeichen? 

FC Bayern München - RB Leipzig: Die Bayern haben gegen RB sieben Spiele inklusive eines Pokalfinals nicht verloren, sind aber seit drei Auswärtsspielen in der Liga sieglos. Das ist die längste Serie seit 1. Oktober 2011 (viermal). Was sie ermutigen dürfte: Trainer Nagelsmann kennt im Spiel keine Verwandten, hat noch nie gegen einen Ex-Klub verloren. Mit RB blieb er gegen Hoffenheim jedenfalls ungeschlagen (3-1-0). Und Leipzig? Gewann immerhin seine letzten drei Heimspiele. Daraus ergibt sich alles, nur kein klares Bild.

Bayer 04 Leverkusen - Borussia Dortmund: Etwas einfacher ist die Lage bei Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund. Hier hat zuletzt fünfmal der Gastgeber gewonnen, wer immer es war. Außerdem hat BVB-Trainer Marco Rose seine drei letzten Duelle mit dem Werksklub alle verloren. Für Wettfreunde kein unwichtiger Hinweis: in den letzten sieben Paarungen fielen stets drei oder mehr Tore.

VfL Wolfsburg - Spvg. Greuther Fürth: Wie immer die Topspiele enden, die Tabellenführung geht nur über Inhaber VfL Wolfsburg. Der tritt beim sieglosen Aufsteiger Greuther Fürth an, der seinen Bundesligarekord als heimschwächste Mannschaft aller Zeiten (18 Spiele, kein Sieg) endlich ad acta legen möchte. Dafür spricht nur, dass der VfL noch nie seine ersten vier Spiele gewonnen hat - aber das galt auch für die ersten drei. Der siegende Holländer auf der VfL-Bank, Mark van Bommel, verschiebt gerade die Maßstäbe beim VW-Klub, der nur eins seiner letzten 17 Spiele gegen Aufsteiger verlor. Alles klar?

1. FC Union Berlin - FC Augsburg: Bei Union Berlin gegen Augsburg spricht fast alles für einen Heimsieg. Vor allem die Heimstärke der Berliner, die ihren Vereinsrekord auf 18 Spiele ohne Niederlage ausgedehnt haben. Dumm nur, dass ihnen die letzte am 19.9.2020 ausgerechnet der FCA (1:3) zufügte, dessen Trainer Markus Weinzierl übrigens zum 200. Mal ein Bundesligaspiel leitet. Für Kollege Urs Fischer ist er trotzdem ein Unbekannter. Sie treffen sich erstmals bei einem Bundesligaspiel, was auf fünf weitere Partien zutrifft - und nicht für die Bundesligaerfahrung der Trainergilde spricht. 

SC Freiburg - 1. FC Köln: Da sind die zwei Duelle, die Freiburgs Christian Streich und Kölns Steffen Baumgart (mit Paderborn) bisher ausfochten, schon Tagesrekord. Was ist hier zu erwarten? Theoretisch kann der Sieger Tabellenführer werden. Für den SC wäre es erst das zweite Mal seit dem Gipfelsturm am 12. August 2000. Wahrscheinlicher ist es, dass er dem 1. FC Köln sein 2500. Gegentor seit Bundesliga-Start einschenkt, zwei fehlen noch. 

TSG Hoffenheim - 1. FSV Mainz 05: Auch das Südwestduell Hoffenheim - Mainz birgt einen von insgesamt sieben möglichen Tabellenführer, dazu müsste der FSV zum dritten Mal in Folge bei der TSG gewinnen und noch eine ganze Menge zusammenkommen. Drei Siege hintereinander schafften die Mainzer nur mal in Bochum, neben der Tabellenführung winkt also ein eingestellter Vereinsrekord.

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart: Den Sonntag eröffnen Eintracht Frankfurt und der VfB Stuttgart (15.30 Uhr), Die Hessen haben erstmals seit 2008 keins der ersten drei Spiele gewonnen und klammern sich an ihren Heimvorteil: in Frankfurt sind sie 20 Spiele ungeschlagen. Kleiner Funfact: der VfB hat 13-mal nicht mehr unentschieden gespielt - zuletzt am 6. März in Frankfurt (1:1). In dieser Paarung fielen seit März 1994 übrigens stets Tore, in 38 Spielen!

VfL Bochum - Hertha BSC: Der VfL Bochum entscheidet ab 17.30 Uhr über das Wohl und Wehe von Herthas an sich selbst zweifelndem Trainer Pal Dardai. Verliert der auch sein viertes Spiel, war es wohl sein letztes. Sicher wäre es jedenfalls Einstellung des Fehlstartrekords der Berliner von 1972/73.

Borussia Mönchengladbach - Arminia Bielefeld: Um 19.30 Uhr schickt sich Mönchengladbach an, endlich den ersten Saisonsieg einzufahren, der neue Trainer Adi Hütter verantwortet den schwächsten Start seit sechs Jahren. Immerhin sind die Fohlen zehn Spiele ungeschlagen gegen die Arminen. Die wiederum haben sechs Spiele nicht verloren und den Vereinsrekord in der Bundesliga (acht Spiele) schon im Visier. Schon am Sonntag könnten sie einen von 2008 einstellen - sollten sie auch zum vierten Mal in Folge Unentschieden spielen.

Nun zu den Glückwünschen: Zwei Torhüter feiern das gleiche Jubiläum: Leverkusens Lukas Hradecky und Wolfsburgs Koen Casteels stehen vor ihrem 200. Bundesligaspiel - und einer von beiden womöglich am Sonntagabend an der Tabellenspitze.

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