Kreistagswahl

SPD findet im Auricher Kreistag beinahe zu alter Stärke zurück

| | 12.09.2021 23:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Johann Saathoff (links) wird dem neuen Kreistag angehören. Das Foto zeigt ihn mit Landrat Olaf Meinen (parteilos).
Johann Saathoff (links) wird dem neuen Kreistag angehören. Das Foto zeigt ihn mit Landrat Olaf Meinen (parteilos).
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Die 40-Prozent-Marke hatten sie vor fünf Jahren unterschritten, doch nun sind die Sozialdemokraten im Auricher Kreistag wieder obenauf. Der Wahlabend wurde von einer traurigen Nachricht überschattet.

Aurich - Die SPD hat bei der Wahl zum Auricher Kreistag beinahe zu alter Stärke zurückgefunden. Die Sozialdemokraten holten am Sonntag 42,5 Prozent der Stimmen und liegen damit wieder deutlich über der 40-Prozent-Marke. Vor fünf Jahren hatten sie schmerzliche Verluste hinnehmen müssen und waren auf 39,7 Prozent abgesackt. Die SPD wird im neuen Kreistag erneut mit Abstand die stärkste Fraktion sein, vor der CDU, die bei 22,3 Prozent lag und damit im Vergleich zu 2016 (24,9 Prozent) Federn lassen musste. Erst um kurz nach 2 Uhr in der Nacht zu Montag waren alle Stimmen ausgezählt.

„Das ist ein tolles Ergebnis für die SPD“, sagte Fraktionschef Johannes Kleen (Wiesmoor). Zu Beginn des Wahlabends hatte sich Kleen noch zurückhaltend geäußert. Nie sei es so schwierig gewesen, den Ausgang einer Wahl einzuschätzen. Nur in einem Punkt war sich der Wiesmoorer sicher: Die Chat-Affäre um seinen Vorgänger Jochen Beekhuis habe keine Rolle mehr gespielt. „Das ist erledigt. Wir wurden kein einziges Mal drauf angesprochen.“ Beekhuis hatte Anfang 2019 in Chats Frauen und Übergewichtige beleidigt. Der Landtags- und Kreistagsabgeordnete war daraufhin aus der SPD ausgeschlossen worden. Diesmal trat er als Einzelbewerber an – und wurde nicht gewählt.

„Es war im Wahlkampf zu spüren“

Dem künftigen Kreistag wird erstmals der SPD-Bundestagsabgeordnete und SPD-Kreisvorsitzende Johann Saathoff angehören. Als er im Kreishaus eintraf, gab sich der 53-Jährige zuversichtlich, dass die SPD im Kreis vom Bundestrend profitieren würde. „Es war im Wahlkampf zu spüren, dass die Stimmung gut ist“, sagte Saathoff. Kleen schrieb das gute Ergebnis nicht nur dem Bundestrend zu. Die SPD habe zudem eine glückliche Hand bei der Aufstellung der Kandidaten in den Wahlbezirken gehabt.

Der langjährige CDU-Fraktionsvorsitzende Hilko Gerdes sagte zum Abschneiden seiner Partei: „Natürlich bin ich enttäuscht. Wir hätten uns gewünscht, dass wir unsere 14 Mandate behalten dürfen.“ Doch eins müssen sie abgeben, wohingegen die SPD einen Sitz hinzugewinnt und jetzt bei 24 liegt.

„Ich bin wirklich erschüttert“

Grünen-Fraktionschefin Gila Altmann und der Auricher Grünen-Ortsverbandsvorsitzende Gunnar Ott sind zufrieden. Fotos: Luppen
Grünen-Fraktionschefin Gila Altmann und der Auricher Grünen-Ortsverbandsvorsitzende Gunnar Ott sind zufrieden. Fotos: Luppen
Die Grünen gaben sich trotz deutlicher Zugewinne bescheiden. „Wir sind erst mal zufrieden, dass wir nicht verloren haben“, sagte die Fraktionsvorsitzende Gila Altmann. Ihre Partei lag bei 10,5 Prozent (2016: 8,5).

Überschattet wurde der Wahlabend von einer traurigen Nachricht: Der langjährige Kreistagsabgeordnete und Fraktionschef der Freien Wähler, Wilhelm Strömer aus Ihlow, ist nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 65 Jahren gestorben. Er hatte wieder für den Kreistag kandidiert. „Ich bin wirklich erschüttert“, sagte Landrat Olaf Meinen (parteilos). „Ich kannte Willi Strömer schon viele Jahre. Kurz vor meinem Urlaub habe ich noch mit ihm gesprochen.“

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