Hamburg
Alles für den perfekten Rasen: Das müssen Gartenliebhaber jetzt wissen
Die Temperaturen sinken, die Tage werden kürzer und die Sonne lässt sich seltener blicken – eine Gefahr für den heimischen Rasen? Nicht zwingend, denn mit den richtigen Tipps und Tricks bleibt Ihr Rasen grün.
In den Sommermonaten sitzt man doch gerne im Garten. Wenn dann auch noch der Anblick des Rasens die Stimmung hebt, steht einem perfekten Tag im Freien nichts mehr im Wege. Auch im Herbst kann man es sich gemütlich machen: Nehmen Sie sich eine Tasse heißen Tee mit nach draußen, kuscheln Sie sich in eine Decke ein und lassen Sie Ihre Seele baumeln. Im schlimmsten Fall verhagelt Ihnen nur noch ein löchriger, brauner und vom Herbst gezeichneter Rasen die Laune. Dieses Problem können Sie jedoch vermeiden - mit Tipps für ein weiterhin sattes Grün und den richtigen Handgriffen beim Säen.
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Das A und O eines gesunden und vollen Rasens ist das Säen. Was auf den ersten Blick einfach aussieht, sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Hier gilt es, Geduld zu beweisen. Denn je nach Saatgut und Temperatur sprießen die Keime erst nach einer bis drei Wochen. Mit unseren Tipps können Sie sich darauf verlassen, dass Ihr Rasen früher oder später in einem satten grün erstrahlt.
Beim Saatgut nicht sparen
Möchten Sie kahle Stellen in Ihrem Garten ausbessern, kommen Sie nicht um das Säen herum. Und hier gilt: Je qualitativ hochwertiger das Saatgut, desto bessere Ergebnisse erzielen Sie. Bei billigen Produkten besteht die Gefahr, dass minderwertige Nährstoffe im Saatgut das Wachstum des Rasens negativ beeinflussen.
Gleichmäßige Verteilung
„Leichter gesagt als getan“, mag sich an dieser Stelle der ein oder andere denken. Wie will man bloß gewährleisten, dass das Saatgut gleichmäßig verteilt wird? Hier eignet sich ein Streuwagen, aus dem die Grassamen gleichmäßig auf dem Boden verteilt werden. Wichtig: Drücken Sie die Saat nicht zu tief in den Boden, lediglich wenige Millimeter sollten die Samen versenkt werden. Hier bietet es sich an, den Anweisungen des jeweiligen Herstellers zu beachten. Auch dürfen die Samen nicht zu locker auf der Erde liegen, da diese ein gefundenes Fressen für Vögel darstellen. Säen Sie nur an windstillen Tagen, da sonst die Gefahr besteht, dass die Samen vom Winde verweht werden.
Der richtige Zeitpunkt
Beim Säen sollte die Bodentemperatur zwischen 14 und 25 Grad betragen. Heißt: Fangen Sie jetzt damit an! Denn angesichts der sinkenden Temperaturen und dunkleren Tage wird es höchste Zeit, kahlen Stellen im Rasen den Kampf anzusagen. Bis Ende September, also im Spätsommer, können Sie auf ein gutes Saatergebnis hoffen.
So säen Sie richtig
Die Fläche, auf der Sie aussäen wollen, muss unkrautfrei sein. Steine und Wurzeln lassen sich mit einem Spaten beseitigen, besonders leicht gelingt Ihnen das aber mit einer Motorhacke. Sollte der Boden bereits zu hart sein, können Sie sich mit Bausand behelfen. Diesen verteilen Sie auf die vorgesehene Fläche - eine mindestens zehn Zentimeter hohe Schicht muss entstehen. Denn die Grundregel lautet: Je lockerer der Boden, desto besser wächst das Gras. Außerdem verhindert der Bausand das Aufkommen von Moos und Unkraut.
Im Anschluss müssen Sie die Fläche wieder begradigen. Hierzu nutzen Sie eine Rasenwalze oder herkömmliche Holzbretter, mit denen Sie den Boden ebnen. Hier gilt es, besonders gründlich zu sein. Bei ungenauer Arbeit bilden sich Unebenheiten, in denen sich beim anschließenden Gießen oder Regen sogar Pfützen im Garten absetzen. Die Rasenfläche mit den nun verteilten Samen sollten Sie großzügig wässern. In den darauffolgenden vier Wochen müssen Sie bei trockener Witterung - hierzulande zu dieser Zeit eher unwahrscheinlich - die Fläche täglich ausgiebig wässern.
Das richtige Rasenmähen
Sind die Keime erst einmal aufgegangen und die kahlen Stellen beseitigt, gilt es, den Rasen zu pflegen. Spätestens ab einer Länge von acht Zentimetern sollten Sie zum Rasenmäher greifen. Hier besteht die Gefahr, dass Sie bei einem langen Rasen die Schäden am Boden nicht erkennen: Während oben ein frisches, gesundes Grün ins Auge sticht, trocknet der untere Teil womöglich aus, da er nicht genug Flüssigkeit bekommt. Bei Nässe sollten sie den Rasen nicht mähen, da hier das Gras ungleichmäßig gekürzt wird. Außerdem verklumpt das nasse Gras in den Rasenmäher-Messern, die Reinigung des Geräts wird somit zur Qual.
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Weniger Laub, kräftigeres Grün
Auch wenn es banal klingt: Haken Sie Ihren Rasen regelmäßig und entfernen Sie das Laub im Garten. Denn nur freies Gras kann atmen. Das ist wichtig, denn sonst verkümmert der Rasen unter dem Laub und kahle sowie braune Stellen bilden sich.
Der richtige Zeitpunkt zum Düngen
Dünger drauf, etwas warten und schon sprießt der Rasen ganz von alleine - denken Sie das auch? Grundsätzlich ist der Ansatz nicht falsch, allerdings wird häufig der Fehler gemacht, zu einem falschen Zeitpunkt Dünger einzusetzen. Optimal ist das Düngen von April bis Mai. Auch Ende Juni sowie ein letztes Mal im August sollten Sie düngen. Nur zu diesen Zeiten wirken sich die Nährstoffe im Dünger positiv auf den Rasen aus.
Der Kampf gegen Moos
Sie blicken stolz auf Ihren Rasen und sehen nur grün. Doch beim näheren Hinsehen unterscheidet sich das eine Grün vom anderen - hier wächst Moos statt Rasen. Ein Ärgernis, das viele Gartenbesitzer in die Verzweiflung treibt. Denn das unliebsame Gartenprodukt verdrängt den Rasen, der beim Moosbefall keine Chance hat, zu sprießen. Die Symptome des Moosbefalls bekämpfen Sie mit Moosvernichtern aus dem Baumarkt. Bei feuchtem Wetter funktionieren Produkte mit dem Wirkstoff Eisen-II-Sulfat besonders gut, bei trockenem Wetter sollten Sie auf Moosvernichter setzen, die auf Basis von Essigsäuren den Kampf gegen Moos bestreiten. In der Regel stirbt das Moos innerhalb von zehn Tagen nach der Behandlung ab, in der Folge kann dieser dann problemlos mit dem Vertikutierer entfernt werden. Wichtig: Vertikutieren Sie die betroffenen Stellen sowohl in Längs- und Querbahnen.
...und dann kommen die Tiere
Sie haben den Rasen richtig gesät, der Dünger wurde zum korrekten Zeitpunkt eingesetzt und das Vertikutieren hat auch problemlos geklappt? Stolz sehen Sie auf das satte Grün hinab und freuen sich auf gemütliche Gartenpartys im Herbst. Doch womöglich haben Sie hier die Rechnung ohne Maulwürfe und Co. gemacht. Grundsätzlich dürfen Sie zum Beispiel Wühlmäuse mithilfe von sogenannten Fraßködern töten. An dieser Stellen wollen wir jedoch ausdrücklich für tierfreundlichere Maßnahmen werben. Maulwürfe dürfen Sie nämlich nicht töten, da diese unter Naturschutz stehen. Verteilen Sie lieber Windräder, Klappermühlen oder kleine Geräte, die Ultraschall erzeugen, in Ihrem Garten. Das sind harmlose aber zugleich abschreckende Mittel, mit denen Sie Maulwürfe und Co. von Ihrem Garten fernhalten.