Mobilität

Aus Lesersicht in Emden: Gute Strecken, schlechte Strecken

Gordon Päschel
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Von Gordon Päschel
| 14.09.2021 18:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Per Rad durch die Stadt: Eine schöne Strecke ohne lästigen Autoverkehr führt über den Emder Wall. Am Siel geht es über eine schmale Brücke. Foto: Päschel
Per Rad durch die Stadt: Eine schöne Strecke ohne lästigen Autoverkehr führt über den Emder Wall. Am Siel geht es über eine schmale Brücke. Foto: Päschel
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Die Redaktion hat Leserinnen und Leser nach besonderen Radstrecken in Emden und um die Stadt herum gefragt – gute wie schlechte. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.

Emden - Beim diesjährigen Stadtradeln läuft die dritte Woche. An der bundesweiten Aktion, die in Emden am 5. September gestartet ist und noch bis zum 25. September läuft, beteiligen sich 750.000 Radfahrerinnen und Radfahrer. In Emden hatten sich bis Dienstagnachmittag knapp 1400 angemeldet. Zusammen legten sie eine Strecke von mehr als 130.000 Kilometern zurück. Im Schnitt brachte es jeder Teilnehmer beziehungsweise jede Teilnehmerin auf etwas mehr 92 Kilometer.

Was und warum

Darum geht es: Verkehr und Mobilität aus Fahrradfahrersicht

Vor allem interessant für: Radfahrerinnen und Radfahrer sowie diejenigen, die für die Entwicklung und den Unterhalt des Radwegenetzes verantwortlich sind

Deshalb berichten wir: Nach einem Aufruf der Redaktion kamen interessante Zuschriften von Leserinnen und Lesern zu deren Erfahrungen im Verkehr.

Den Autor erreichen Sie unter: g.paeschel@zgo.de

Die Redaktion beteiligt sich ebenfalls, trägt zum guten Gesamtergebnis zugegebenermaßen allerdings keine allzu nennenswerte Leistung bei. Zu fünft bringt es das Team OZ Emden bislang auf 164 Kilometer. Im Vordergrund steht beim Wettbewerb ohnehin etwas Anderes. Das Stadtradeln soll ein Bewusstsein schaffen, welche Rolle das Rad in der Alltagsmobilität spielt und spielen kann. Eine Voraussetzung dafür, dass immer mehr Menschen das Auto stehen lassen und stattdessen aufs Rad zurückgreifen, sind gute Wege. Wir haben deswegen in der vergangenen Woche einen Aufruf unter unseren Leserinnen und Lesern gestartet. Wir haben nach besonderen Strecken gesucht – guten wie schlechten, schönen wie ausbaufähigen.

Vom Umland in die Stadt

Einer der ersten, der sich meldete, war Heinrich Hallwaß aus Abbingwehr. Für die Fahrt aus der Gemeinde Hinte nach Emden nutzt der Rentner gerne das Rad. Nimmt er den direkten Weg, führt das erste Stück entlang der Bundesstraße 210. Hallwaß würde sich wünschen, dass hier öfter gemäht wird. Das Gras wuchere an einigen Stellen auf den Radweg, sagt er: „Wenn sich da zwei entgegenkommen, wird es schon eng.“ Ein mulmiges Gefühl habe er regelmäßig in Loppersum. „Die Kreuzung ist gefährlich für Radfahrer“, findet er.

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Tagsüber ist zu fast allen Zeiten viel Verkehr auf der Straße. Wenn Autos von der B210 abbiegen, würden Radfahrer im Gewimmel schnell übersehen. Sein Vorschlag: Man sollte den Radweg, der an der Kreuzung über die Loppersumer Straße führt, weiter Richtung Brücke und damit weg von der Kreuzung verlegen – ähnlich wie ein Stück weiter an der umgebauten Kreuzung Richtung Hinte. „Abbiegende Autofahrer könnten sich dann erst auf den Gegenverkehr und danach auf Radfahrer konzentrieren“, so Hallwaß.

Emdens schöne Seiten

Gemütlich, entspannt und ganz ohne störenden Autoverkehr fährt es sich für den Rentner ab dem Emder Stadtteil Conrebbersweg. Die Strecke verläuft als reiner Radweg bis zum Wasserturm und damit fast bis ins Zentrum. „Es ist eine wunderschöne Route“, findet Hallwaß. Das Wegenetz rund um den Friesenhügeln zählt zu den angenehmsten in der Stadt. Direkt am Wasser und mitten durchs Grüne ziehen sich gut ausgebaute breite Pisten.

Passend dazu hat uns Johannes Rolink ein Foto geschickt. Es zeigt eine Kartengrafik, auf der der Verlauf einer gut 14 Kilometer langen Strecke eingezeichnet ist. „Beim Ausprobieren eines neuen Rades, das ich mir dieses Jahr gekauft habe, ist mit der App „Naviki“ in Emden zufällig das beiliegende Bild entstanden. Ich musste bei dem Anblick doch etwas schmunzeln“, schreibt Rolink. Die Route ergibt auf dem Bild die Form eines Herzens. Gefallen hat Rolink aber offenbar auch die Tour rund um den Friesenhügel. „Als Kurzstrecke ist die Route übrigens ganz nett“, lässt er wissen.

Hier holpert es

Ein Verbesserungsvorschlag beziehungsweise Kritik erreichte die Redaktion von Detlef Ross. „Ich fahre täglich mit dem Rad zur Arbeit“, schreibt der Emder und weist auf den Straßenabschnitt Am Eisenbahndock (ab blauer Brücke) über die Friedrich-Naumann-Straße bis zur Star-Tankstelle (An der Bonesse) hin. „In regelmäßigen Abständen ist die asphaltierte Straße von Kopfsteinpflasterstreifen unterbrochen, die einen nicht nur gehörig durchrütteln, sondern bei Nässe, Dunkelheit und Glätte auch sehr gefährlich für Radfahrer sind“, so Ross. Man rutsche dort leicht aus, und für E-Bike-Fahrer, die schnell unterwegs sind, sei es noch gefährlicher. Er regt an: Das könne man „fahrradfreundlicher machen“.

Auf einen neuralgischen Punkt im Emder Radwegenetz weist Uwe Sager aus Gandersum hin. Er hält die Verkehrsführung an der Kreuzung Petkumer Straße/Hermann-Neemann-Straße für gefährlich aus Radfahrersicht. Ähnlich wie bei dem Beispiel von Heinrich Hallwaß aus Loppersum würden Radfahrer dort schnell übersehen. Neben der vielbefahrenen Straße und parkenden Autos würde eine große Hecke an der Kreuzung die Sicht behindern. Seine Anregung: „Es würde helfen, wenn der Radweg mit roter Farbe hervorgehoben und ein Stop-Schild aufgestellt wird.“

Wie geht es Ihnen? Wo fahren Sie am liebsten? Welche Strecke ist ein echter Geheimtipp für Radfahrer oder wo sollten mögliche Gefahrenstellen sicherer gemacht werden? Melden Sie sich gerne und teilen uns Ihre Meinung mit. Sie erreichen uns am besten per E-Mail unter der Adresse red-emden@zgo.de.

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