Freizeit

Kein Gallimarkt, aber sechstägiger Jahrmarkt in der Leeraner Altstadt

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 16.09.2021 12:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Derzeit sind die ostfriesischen Schausteller mit ihrem Bliede-Park in Emden, von wo dieses Foto stammt. Foto: Ortgies
Derzeit sind die ostfriesischen Schausteller mit ihrem Bliede-Park in Emden, von wo dieses Foto stammt. Foto: Ortgies
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Noch keinen Gegenwind aus der Politik gibt es für die Pläne eines sechstägigen Bliede-Parks in Leer im Oktober. Die Schausteller versprechen ein attraktives Angebot für den temporären Freizeitpark.

Leer - Einen Gallimarkt wird es auch in diesem Jahr nicht geben, aber der Duft von Zuckerwatte und gebrannten Mandeln wird wohl in diesem Herbst trotzdem durch die Altstadt ziehen. Stadtverwaltung und Schausteller schlagen vor, von Donnerstag, 14., bis Dienstag, 19. Oktober, täglich von 14 bis 22 Uhr auf der Großen Bleiche einen mobilen Freizeitpark, einen so genannten Bliede-Park, stattfinden zu lassen. Anders als im vergangenen Jahr hat die Politik dieses Mal mehrheitlich offenbar nichts dagegen, wie eine Umfrage unter den Fraktions- und Gruppen-Sprechern zeigt.

Was und warum

Darum geht es: Im vergangenen Jahr hatte die Politik einen Jahrmarkt auf der Großen Bleiche abgelehnt, dieses Jahr tut sie das wohl nicht. Der entscheidende Unterschied: Die Veranstaltung soll nicht vier Wochen, sondern nur sechs Tage dauern.

Vor allem interessant für: Jahrmarktfreunde, Besucher und Bewohner der Altstadt

Deshalb berichten wir: Nach der Absage des Gallimarkts ist noch nicht geklärt, ob es stattdessen einen deutlich kleineren Jahrmarkt geben wird. Wir wollten wissen, wie die Zeichen stehen.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de

2020 wollten die Schausteller als Alternative zum damals ebenfalls wegen Corona abgesagten Gallimarkts einen vierwöchigen Jahrmarkt auf dem Gallimarkt-Platz aufbauen. Eine so lange Belastung wollte die Mehrheit der Politik den Anwohnern nicht zumuten. Außerdem störte sie sich daran, dass ein wichtiger Parkplatz im Zentrum knapp einen Monat nicht zur Verfügung gestanden hätte.

Zwei Fraktionen und Gruppen signalisieren Zustimmung

Der nun geplante Bliede-Park dauere nur einen Tag länger als der Gallimarkt, der vom 13. bis 17. Oktober stattfinden sollte, begründet Heinz Dieter Schmidt, Vorsitzender der Gruppe SPD/Linke, warum er in diesem Jahr die Belastungen für akzeptabel hält. Außerdem werde sichergestellt, dass die Anwohner ihre Grundstücke erreichen könnten. „Wir müssen etwas für die Bevölkerung und auch für die Schausteller tun“, signalisiert auch Michael Runden (LWG) Zustimmung. Von Grünen und CDU heißt es, dass man sich erst kommende Woche bespreche.

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Die Einhaltung der Corona-Vorgaben der Landesregierung liege in der Verantwortung der Schausteller, teilt die Stadtverwaltung mit. Der Verein reisender Schausteller müsse ein Sicherheits- und Hygienekonzept vorlegen, in dem unter anderem die zulässigen Besucherzahlen genannt werden und erklärt wird, wie man die Einlasskontrollen, die Erhebung der Kontaktdaten und die Lenkung der Besucherströme durch ein Einbahnstraßensystem regeln wolle.

Acht große Fahrgeschäfte

Acht große Fahrgeschäfte hofft Karl-Heinz Langenscheidt, der Chef der ostfriesischen Schausteller, auf der Großen Bleiche unterbringen zu können. Er sei gerade in Oldenburg gewesen, wo mit La Ola ebenfalls ein temporärer Freizeitpark aufgebaut wird. „Wir haben uns da nach attraktiven Fahrgeschäften umgeschaut, die wir nach Leer holen könnten. Sie glauben gar nicht, wie groß der Andrang war.“ Auch die größte Achterbahn Deutschlands wäre zu haben, „aber die kriegen wir ja gar nicht auf die Große Bleiche“. Sicher dabei wären ein großes Riesenrad und ein 43 Meter hoher Kettenflieger.

Eine Bedingung formuliert Schmidt allerdings für die Zustimmung seiner Gruppe: „Bevor der Jahrmarkt aufgebaut wird, muss die Brücke an der Seeschleuse wieder nutzbar sein.“ Derzeit wird die Schleuse saniert, für die Arbeiten muss die Brücke die meiste Zeit geöffnet sein. Viele Verkehrsteilnehmer nähmen nun den Weg durch die Innenstadt, was zu langen Schlangen auch im Bereich der Großen Bleiche führe, so Schmidt. Das müsse bis zu einem Jahrmarkt dort vorbei sein. Laut Homepage der Stadt solle die Sperrung der Brücke am 26. September beendet werden. Am kommenden Dienstag wird sich der Feuerwehr- und Marktausschuss in einer Sondersitzung mit diesem Thema beschäftigen. Die endgültige Entscheidung trifft eine gute Woche später der Verwaltungsausschuss.