Hamburg

Stoiber bei „Lanz“: „Kann nicht sagen, Sie haben eine grüne Nase!“

Justus Wilke
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Von Justus Wilke
| 17.09.2021 13:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Edmund Stoiber (CSU), ehemaliger Ministerpräsident Bayerns, äußerte sich zu einem möglichen Linksbündnis. Foto: dpa/Paul Zinken
Edmund Stoiber (CSU), ehemaliger Ministerpräsident Bayerns, äußerte sich zu einem möglichen Linksbündnis. Foto: dpa/Paul Zinken
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Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber sitzt in der Talkshow von Markus Lanz. Im Streit um eine angebliche „Rote-Socken-Kampagne“ der Union lässt sich Stoiber zu skurrilen Aussagen hinreißen.

Edmund Stoiber hat sich in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz beherzt gegen ein rot-rot-grünes Regierungsbündnis ausgesprochen. Er behauptete, die Pläne eines Linksbündnisses würden der wirtschaftlichen Kraft des Landes schaden und so den politischen Einfluss Deutschlands in Europa und in der Welt verringern. Neben dem langjährigen bayerischen Ministerpräsident und Kanzlerkandidat von 2002 waren am Donnerstagabend drei weitere Gäste bei „Lanz“: Journalistin Anna Mayr, Strategieberater Julius van de Laar und Ökonom Marcel Fratzscher.

Direkt zum Einstieg in die Sendung will Moderator Markus Lanz von Stoiber wissen, ob er Armin Laschet (CDU) oder vielleicht doch Söder (CSU) für den besseren Kanzlerkandidaten halte. Stoiber, heute Ehrenvorsitzender der CSU, blockt ab: „Das ist heute nicht mein Thema.“ Lanz entgegnet darauf trocken: „Aber meins!“

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Daraufhin redet Stoiber lange um das Thema herum, Lanz bleibt hartnäckig und wird zumindest teilweise belohnt. Söder habe alle Voraussetzungen für das Kanzleramt, sagt Stoiber, fügt aber hinzu: „Genauso wie Armin Laschet“.

Stoiber wehrt sich gegen Vorwürfe von Lanz: „Das stimmt nicht!“

Wenige Minuten später stellt Lanz die These auf, dass im Bundestagswahlkampf momentan eine „Rote Socken reloaded“-Kampagne ausgerufen werde. Lanz zieht einen Vergleich zum Wahlkampf-Slogan der Union „Freiheit oder Sozialismus“ von 1976. Van de Laar sieht Parallelen zum US-Wahlkampf 2020, bei dem Donald Trump die Wähler vor linken Politikern wie Bernie Sanders oder Alexandria Ocasio-Cortez warnen wollte.

Markus Lanz spricht vom Teufel mit dunkelroten Hörnern

Stoiber interveniert. „Das stimmt aber nicht“, sagt er und redet sich so sehr in Rage, dass Lanz beruhigen will: „Ich mache mir Sorgen um Ihren Blutdruck.“ Stoiber wehrt sich dennoch weiter gegen den Vorwurf von Lanz, Unionspolitiker und auch Stoiber selbst schürten Angst vor dem Kommunismus:

Auch wenn Stoiber nichts von einer „Rote-Socken-Kampagne“ hören will, positioniert er sich klar gegen eine mögliche Koalition aus SPD, Linken und Grünen. Er behauptet, „wenn ein Land diese Regierung hat, dann wird dieses Land eine Schwächung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bekommen“. Und durch eine geringere Wirtschaftskraft schwinde der politische Einfluss Deutschlands in Europa und in der Welt. Lanz moderiert daraufhin ab, um auch die anderen Gäste reden zu lassen: „Dann einigen wir uns darauf: Sie malen ein bisschen den Teufel an die Wand und er hat dunkelrote Hörner.“

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