Experiment Neutorstraße
Her mit den Daten!
Das Verkehrsexperiment auf der Neutorstraße ist mehr als nur der Versuch, die Mobilität in Emden neu zu denken. Es ist zugleich ein spannender Machtkampf zwischen Rat und Oberbürgermeister.
Emden - Mit seinem Alleingang auf der Neutorstraße hat Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff vieles richtig gemacht. Und gleichzeitig vieles falsch. Sein Dilemma: Er musste den Rat, den er für künftige Entscheidungen noch oft brauchen wird, vor den Kopf stoßen.
Denn hätte die Stadt auf die Politik gehört, wäre in diesem Jahr auf der Neutorstraße nichts mehr passiert. Kurz vor der Kommunalwahl hätten die Fraktionen nicht den Mumm gehabt, die Sperrung einfach zu verlängern. Und später? Auch mit einem offenen Trog hätten sie das Experiment zerredet. Der Zeitpunkt für den Versuch war auch deshalb passend, weil es einfach mal gemacht werden muss.
Peinlich ist allerdings, dass Kruithoff und sein Stadtplaner behaupten, es gäbe keine Rückstaus auf den Straßen oder es käme kaum zu mehr Verkehr auf der Friedrich-Ebert-Straße. Seid ehrlich! Die Stadt muss alle Messdaten und die dazugehörigen Zeiten offenlegen. Sie sind eine objektive Grundlage für die Diskussion, die Kruithoff gerne einfordert. Umgekehrt sollte der Rat der Verwaltung Vertrauen schenken für Experimente. Sonst herrscht Stillstand – nicht nur für Autofahrer, wenn sie auf der Neutorstraße mal wieder für einen anderen Verkehrsteilnehmer kurz bremsen müssen.
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