Wirtschaft
Stadt Norden will Stelle für City-Management schaffen
Norden bekommt 345.000 Euro für die Innenstadt. Davon soll eine Fachkraft engagiert werden, die sich um die Attraktivierung kümmert. Aber auch weitere Projekte sollen mit dem Geld finanziert werden.
Norden - Wie kann die Innenstadt noch attraktiver werden? Das ist die Kernfrage, die sich die neue City-Managerin oder der neue City-Manager von Norden stellen muss. Wer es sein wird, ist jedoch noch völlig unklar. Bislang liegt lediglich eine Förderzusage durch ein EU-Landesprogramm vor. Mit dem Geld sollen sowohl die Stelle als auch weitere Maßnahmen finanziert werden, teilt die Stadt mit. Bei dem Programm „Perspektive Innenstadt!“ gehe es dem Land Niedersachsen darum, Städte und Gemeinden bei der Bewältigung der Pandemiefolgen zu unterstützen.
Was und warum
Darum geht es: Um die Belebung von Innenstädten voranzutreiben, müssen sie attraktiver werden. Die Stadt Norden will jetzt eine eigene Fachkraft einstellen, die herausfinden soll, wie das am besten geht.
Vor allem interessant für: Personen, die in Norden leben oder die die Stadt besuchen.
Deshalb berichten wir: Die Norder Stadtverwaltung hat kürzlich vermeldet, dass sie 345.000 Euro für verschiedene Projekte bekommt. Wir rücken eines davon in den Vordergrund. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Insgesamt 117 Millionen Euro stünden dafür zur Verfügung, von denen 345.000 Euro nach Norden gehen sollen. „Wir haben durch den Bescheid lediglich die erste Hürde genommen und das Budget ,reserviert‘. Die einzelnen Maßnahmen müssen erst noch bei der NBank beantragt werden“, kündigt Ingrid Rump auf Nachfrage unserer Redaktion an. Es seien aber „tolle Nachrichten nicht nur für alle Beteiligten, sondern für die ganze Stadt“, so die Leiterin des Fachdienstes Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing.
Mietbare E-Lastenräder geplant
Die Ideen für den Förderantrag habe Rumps Abteilung gemeinsam mit anderen Fachdiensten und mit Vertretern aus der Norder Wirtschaft erarbeitet. „Es gab jede Menge Ideen zur Gestaltung der Innenstadt“, so Rump. Für die Aufnahme war am Ende ausschlaggebend, ob die Maßnahmen die vorgegebenen Kriterien zur Antragsstellung erfüllen und bis März 2023 umgesetzt werden können“, heißt es weiter.
So soll nicht nur eine City-Management-Position geschaffen werden, sondern von dem Geld sollen auch ein Kommunikations- und Stadtmarketingkonzept erarbeitet sowie modellhafte Maßnahmen wie das E-Lastenbike-Sharing ergriffen werden. „Perspektivisch soll es an verschiedenen Stationen die Möglichkeit geben, sich ein E-Lastenrad über eine App oder eine andere Buchungssoftware auszuleihen.“ Weiteres Geld soll für die Adventszeit ausgegeben werden. So sollen neue Hütten für den Weihnachtsmarkt und neue Weihnachtsbeleuchtung angeschafft werden.
Emder haben schon Erfahrungen mit City-Management
Eine Stelle für Citymanager, die manchmal auch einfach Kümmerer genannt werden, gibt es in Emden schon seit dem Jahr 2018. Die aktuelle Amtsinhaberin Martje Merten wurde Anfang 2019 der Presse vorgestellt. Die bisherigen Erfahrungen mit ihr seien „ausgesprochen positiv“, schreibt Emdens Stadtsprecher Eduard Dinkela auf Nachfrage. Mit ihr habe man „eine hochengagierte Ansprechpartnerin vor Ort, die sozusagen zwischen Politik, Verwaltung und Innenstadtakteuren steht und eine wichtige Mittler- und Unterstützerfunktion erfüllt“, lobt er.
„Darüber hinaus hat sie in ihrer kurzen Zeit wichtige Innenstadtimpulse mit anderen gemeinsam umgesetzt und Fördermittel akquiriert.“ Als Beispiel zählt Dinkela Geld für die „Perspektive Innenstadt“ auf. Auch habe sie verschiedene Aktionen in der Stadt begleitet wie den Umbau des Neuen Markts, den Modellversuch Neutorstraße (Schaffung von mehr Platz für Fahrradfahrer zulasten von Autofahrern), die Strandbar am Alten Binnenhafen, den Bliede-Park und mehr.
In Aurich geht es am 1. November los
Das Förderprogramm für Mertens Stelle laufe zwar zum Februar 2023 aus. Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) wolle sie jedoch als Nachfolgerin von Rainer Gerdes vorzuschlagen, der der Geschäftsführer der Marketing und Tourismus GmbH ist und Ende dieses Jahres in den Ruhestand gehe. „Die Stelle des City-Managements soll bei einem Wechsel umgehend wieder besetzt und möglichst verstetigt werden“, so Dinkela.
Die dritte ostfriesische City-Management-Stelle gibt es in der Stadt Aurich. Die Stelle wurde laut Aurichs Stadtsprecher Johann Stromann am 8. September besetzt. Die neue Managerin soll am 1. November ihre Arbeit aufnehmen. Insgesamt waren bis Mitte August zwölf Bewerbungen um die Stelle bei der Stadt eingegangen. Sieben Frauen und fünf Männer wollten das Image der Stadt aufpolieren. Die Interessenten für die befristete Stelle kamen ausschließlich aus Ostfriesland. Die Stadt hatte laut Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) keine Vorgaben, welche Qualifikationen der Bewerber oder die Bewerberin mitbringen muss.
Stadt Norden schreibt Citymanager-Stelle aus
Emden braucht eine neue Innenstadt-Koordinatorin