Gebäude

Probleme in Emder Sporthalle größer als bislang bekannt

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 21.09.2021 13:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Sporthalle im Dreieck von Früchteburger Weg und Theaterstraße ist seit ihrem Bau vor etwa sechs Jahren ein Sorgenkind. Foto: F. Doden/Archiv
Die Sporthalle im Dreieck von Früchteburger Weg und Theaterstraße ist seit ihrem Bau vor etwa sechs Jahren ein Sorgenkind. Foto: F. Doden/Archiv
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Die Stadt will den Problemen durch Feuchtigkeit in der wenige Jahre alten Sporthalle im Kulturviertel auf den Grund gehen. Sie schließt juristische Schritte gegen Baufirmen nicht aus.

Emden - Die baulichen Probleme mit der Sporthalle im Emder Kulturviertel sind offenbar größer als bislang bekannt. Nach Angaben der Stadt tritt schon seit Längerem Feuchtigkeit in dem vor sechs Jahren fertiggestellten Gebäude auf. Stadtsprecher Eduard Dinkela bestätigte auf Nachfrage dieser Zeitung entsprechende Aussagen des Schulleiters des Max-Windmüller-Gymnasiums (Max), Frank Tapper.

Was und warum

Darum geht es: Es gibt neue Hinweise auf bauliche Mängel in der 2016 eröffneten Sporthalle im Emder Kulturviertel.

Vor allem interessant für: Schüler, Eltern und Lehrkräfte des Max-Windmüller-Gymnasiums, Sportlerinnen und Sportler aus Vereinen und diejenigen, die sich für Pfusch an öffentlichen Bauten interessieren

Deshalb berichten wir: Unsere Zeitung hatte vor etwa zwei Wochen darüber berichtet, dass Pilze aus dem Boden der Halle sprießen und eine Raumluftmessung läuft. Jetzt haben wir nachgehakt, wie der Stand der Dinge ist.

Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Offen zutage getreten waren die Mängel zu Beginn des neuen Schuljahres vor knapp drei Wochen. Reinigungskräfte der Stadt hatten Anfang dieses Monats Pilze entdeckt, die aus dem Boden der Halle sprießten. Das Max stellte daraufhin den Sportunterricht in dem Gebäude vorsorglich ein und verlegte ihn ins Freie.

Schulsport in der Halle ruht

Die Schulleitung will zunächst abwarten, bis das Ergebnis der Raumluftmessung vorliegt, um die Schülerinnen und Schüler keiner Gesundheitsgefährdung auszusetzen. „Ich möchte zunächst das Ergebnis haben“, sagte der Schulleiter am Dienstag dieser Zeitung auf Nachfrage.

Die Stadt sieht hingegen bislang keinen Anlass, die Halle komplett zu sperren. Der Übungsbetrieb von vier Emder Sportvereinen läuft deshalb dort weiter. Das städtische Gebäudemanagement habe bei intensiven Untersuchungen in dem Bauwerk keinen Befall mit Schimmelpilz oder Sporen feststellen können, teilte Dinkela mit.

Messung ist „reine Vorsichtsmaßnahme“

Die Stadt habe hinsichtlich der Sperrung auch Rücksprache mit der Dekra gehalten. Diese Prüfgesellschaft habe die Raumluftmessung „als reine Vorsichtsmaßnahme“ empfohlen, so der Sprecher. Laut Max-Schulleiter Tapper sollten diese Messungen in der vergangenen Woche abgeschlossen werden.

Das Gebäudemanagement will der Sache jetzt aber tiefer auf den Grund gehen. Sie werde „alle notwendigen Schritte vollziehen, um den Feuchtigkeitsproblemen entgegenzuwirken und sie beheben, wenn sie sich weiter bestätigen sollten“, schreibt Dinkela auf Nachfrage dieser Zeitung. Falls bauliche Mängel festgestellt werden, werde die Stadt mit den verantwortlichen Baufirmen Kontakt aufnehmen. Sollte es zu keiner Einigung kommen, schließt die Stadt auch juristische Schritte nicht aus.

Hinweise gab es schon 2017

Hinweise auf mögliche Probleme mit Feuchtigkeit in der Halle beziehungsweise auf Wasser unter dem Boden des Gebäudes hatte es zuletzt im Herbst 2017 gegeben, also etwa ein Jahr nach der Fertigstellung. Damals hatte der Vorsitzende des Stadtsportbundes (SSB), Hans-Jürgen Wehmhörner, Mängel an der Halle beklagt.

Er hatte festgestellt, dass Wasser in den Hülsen für das Gestänge von Netzen und Abtrennungen von Spielflächen stehe und das an „blubbernden Geräuschen“ festgemacht. Wehmhörner befürchtete, dass das Grundwasser direkt unter dem Hallenboden stehe und womöglich die Bausubstanz angreift.

Stadt gab schnell Entwarnung

Daraufhin hatte die Stadt aber schnell Entwarnung gegeben und diese Vermutung des SSB-Chefs ausgeräumt. Demnach waren Fachleute zu dem Schluss gekommen, dass eine der zwei langen Bodenhülsen, die zur Befestigung der Pfosten für die Unterteilung der Spielfelder dienen, an der Schweißnaht weit unterhalb der Bodenplatte undicht sei. „Mit einer Abdichtung dieser Hülse kann das Problem aber behoben werden“, hieß es damals seitens der Stadtverwaltung. Das könne aber erst erledigt werden, wenn der Grundwasserstand geringer sei.

Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zwischen diesem Vorgang aus dem Herbst 2017 und den aktuellen Problemen. Denn nach bislang unbestätigten Informationen dieser Zeitung sprießten jüngst an denselben Bodenöffnungen die Pilze.

Bau stand unter keinem guten Stern

Einen ersten großen Wasserschaden in der Halle hatte es bereits im Juni 2016 gegeben. Damals war bei einem Unwetter mit Starkregen Wasser durch die Seiteneingänge der damals gerade erst eröffneten Halle gedrungen. Betroffen davon waren laut Feuerwehr zwei Drittel der Hallenfläche und der Geräteraum.

Schon der Bau der 2,5 Millionen Euro teuren Sportstätte, die Teil der großen Emder Schulreform war, hatte unter keinem guten Stern gestanden, weil es immer wieder Verzögerungen gegeben hatte. Die Zweifachhalle verfügt – wie der Name sagt – über zwei Felder, die sich voneinander abtrennen lassen, damit sie zum Beispiel zeitgleich von zwei Schulklassen genutzt werden kann.

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