Traditionsschiffe
Jetzt kommt das Geld vom Bund fürs Emder Feuerschiff
Die Crew der „Amrumbank“ ist erleichtert: Nach langem Tauziehen und Protesten soll der Zuschuss für mehr Sicherheit an Bord noch in dieser Woche auf dem Vereinskonto sein. Trotzdem gibt es Kritik.
Emden - Die Verantwortlichen des Emder Museumsfeuerschiffs „Amrumbank / Deutsche Bucht“ atmen auf: Noch in dieser Woche soll das seit Langem erwartete Geld vom Bund für die Nachrüstung von Sicherheitseinrichtungen an Bord des Traditionsschiffs auf einem Sonderkonto des Trägervereins eingehen.
Wie der Vorsitzende Heinz-Günther Buß am Mittwoch dieser Zeitung auf Anfrage mitteilte, hat die zuständige Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV) in Aurich in dieser Woche die Bundeskasse zur Zahlung des Zuschusses in Höhe von rund 102.000 Euro angewiesen. Weitere 10.000 Euro sollen laut Buß als Rückzahlungen des Finanzamtes an den Feuerschiffsverein fließen.
Werft war schon ungeduldig geworden
Mit der Gesamtsumme von 112.000 Euro kann der Verein die noch offenen Rechnungen bei der Emder Werft und Dock GmbH (EWD) begleichen. Die Werft hatte den Auftrag zur Nachrüstung im Zuge der Generalsanierung des Emder Wahrzeichens ausgeführt. Sie wartet seit etwa einem Jahr auf das Geld und war nach Angaben des Vereins zuletzt ungeduldig geworden.
Der Feuerschiffsverein hatte vor knapp vier Wochen deshalb Alarm geschlagen. Er erhöhte den Druck auf den Bund massiv und startete öffentliche Protestaktionen. Sie erreichten ihren Höhepunkt mit einem medienwirksamen Sitzstreik vor dem Gebäude der BAV in Aurich. Buß und Schatzmeister Heinz Salewski hatten sich vor dem Behördensitz am Auricher Schlossplatz in Rettungswesten symbolisch angekettet und dort sechs Stunden lang ausgeharrt. Die BAV bearbeitet als Dienstleister des Bundesverkehrsministeriums die Anträge auf Fördermittel.
Komplizierte Förderrichtlinien
Drei Tage nach der Aktion der beiden Vorstandsmitglieder hatten der Verein und die BAV den Konflikt beendet, noch offene Fragen geklärt und sich auf einen gemeinsamen Weg verständigt. Laut Buß hatte die Behörde in diesem Gespräch auch zugesagt, die Fördermittel bis spätestens Ende September auszuzahlen. Vor einigen Tagen seien die letzten Formalitäten erledigt worden, sagte er. Er bescheinigte der BAV, dem Verein „sehr entgegengekommen“ zu sein und alles in die Wege geleitet zu haben.
„Wir sind sehr erleichtert, damit ist für uns ein Riesenproblem gelöst“, sagte Buß dieser Zeitung. Zugleich bekräftigte er seine Kritik an dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), der 2017 mit den Betreibern von Traditionsschiffen über eine neue Sicherheitsverordnung verhandelt hatte und sich nach langem Streit sowie drei Verhandlungsrunden weitgehend auf einen Weg zur Umsetzung verständigt hatte. Notwendige Umbauten, die die historischen Schiffe sicherer für Besatzung und Passagiere machen, sollten demnach über ein spezielles Förderprogramm unterstützt werden. 20 Millionen Euro stellte der Bund bereit.
Ferlemann habe „Rosinen“ versprochen, den Betreibern der Traditionsschiffe aber tatsächlich „eine bittere Pille“ verabreicht. Denn die Förderrichtlinien seien so „ausgesprochen kompliziert, dass ehrenamtliche Betreiber lieber die Finger davon lassen“, so Buß. Eine Vereinfachung dieser Richtlinien soll seinen Angaben zufolge jetzt auch Gegenstand von Gesprächen des Deutschen Dachverbands für Traditionsschiffe (GSHW) mit dem Ministerium sein.
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