Frankfurt (Main)

Möglicher Rekord für Lewandowski und eine endende Ära in Freiburg

Udo Muras
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Von Udo Muras
| 24.09.2021 20:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Die Freiburger werden sich ein letztes Mal im Dreisamstadion bei den Fans bedanken. Foto: imago images/Beautiful Sports
Die Freiburger werden sich ein letztes Mal im Dreisamstadion bei den Fans bedanken. Foto: imago images/Beautiful Sports
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Vertraut man den historischen Zahlen, wird der 6. Spieltag der Bundesliga torreich. Möglicherweise spielt auch Fußballlegende Gerd Müller eine Rolle. Wer am Wochenende die besten Chancen hat, hat Kolumnist Udo Muras zusammengefasst.

Spvg. Greuther Fürth - FC Bayern München: Am Freitag prallen die Extreme der Liga aufeinander. Der Letzte trifft auf den Ersten. Seit Dezember 2016 ging das schlecht für den jeweiligen Außenseiter aus, damals schlug Ingolstadt RB Leipzig mit 1:0. Die Bayern verloren letztmals im März 2008 (0:2 in Cottbus) gegen ein Schlusslicht und seit 2010 nicht mehr bei einem Aufsteiger, in nunmehr 23 Spielen. Gegen Fürth haben sie im einzigen Bundesligajahr der Franken noch keinen Punkt abgegeben, nicht mal ein Tor kassiert (3:0 und 2:0). Fürth hofft immer noch auf seinen ersten Heimsieg der Bundesligageschichte, steht aber womöglich nur Pate bei einem weiteren Lewandowski-Rekord. Trifft der auch im 16. Bundesligaspiel in Folge, holt er den großen Gerd Müller ein, der das 1969/70 schaffte. Jubiläen feiern, sofern sie auflaufen, die Bayern Niklas Süle und Leon Goretzka (je 200. Bundesligaspiel), bei Manuel Neuer (444. Spiel) steht eine Schnapszahl bevor.

RB Leipzig - Hertha BSC: Gegen keinen Gegner spielen die Leipziger lieber. Sie holten aus zehn Spielen bereits 25 Punkte gegen die Hertha, das ist Rekord. Siebenmal sind sie in dieser Paarung ungeschlagen, immer gab es mindestens zwei Tore. Vorzeichen, die Mut machen nach dem schlechtesten Start seit dem Aufstieg 2016 und zuletzt vier sieglosen Pflichtspielen. Die Hertha kommt mit zwei Siegen gegen Aufsteiger im Gepäck nach Leipzig und gehört zu den drei Teams, die noch nicht Unentschieden gespielt haben. Trainer Pal Dardai gegen Leipzig übrigens auch nicht. Seine Bilanz: 1-0-6.

Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln: Auf der Jagd nach dem ersten Saisonsieg, der den Vereinsrekord von sechs erfolglosen Spielen zu Saisonbeginn verhindern soll, machen Heimfakten den Hessen Mut. Seit 21 Ligaspielen sind sie im alten Waldstadion ungeschlagen und fünf der letzten sechs Heimspiele gegen Köln wurden gewonnen. Die Kölner jedoch haben nirgends öfter getroffen als am Main. In dieser Paarung gab es seit vier Jahren kein Remis. Seit Steffen Baumgart die Kölner übernahm gilt: auf beiden Seiten fallen Tore, die Null steht nirgends.

Bayer 04 Leverkusen - 1. FSV Mainz 05: Bayer trifft gerne auf Mainz. Sieben Spiele ist man unbesiegt in dieser Paarung, davon wurden sechs gewonnen. Ein Unentschieden gab es seit sieben Jahren nicht mehr. Letzter FSV-Sieg dort am 25. Februar 2017 (0:2). Leverkusen hat in allen Saisonspielen getroffen, Mainz aber zuletzt dreimal die Null gehalten und steht vor einem Vereinsrekord - vier Spiele ohne Gegentor wären ein Novum in der Bundesliga.

1. FC Union Berlin - Arminia Bielefeld: Union feierte seinen Bundesligarekordsieg im Vorjahr gegen die Arminia (5:0) und ist gegen die Ostwestfalen seit acht Pflichtspielen ungeschlagen. Hinzu kommt die Vereinsrekordserie von mittlerweile 19 Heimspielen ohne Niederlage. Gäbe es einen Sieg, wäre der 100. Bundesligapunkt der Berliner eingefahren. Trifft Max Kruse, wäre er alleiniger Rekordschütze des Klub, noch teilt er sich den Spitzenplatz mit Sebastian Andersson (beide 12). Arminia wartet weiter auf den ersten Saisonsieg, hat mit die meisten Unentschieden (4) und die wenigsten Tore (3). Arminen-Kapitän Fabian Klos hat schon sechsmal an der Alten Försterei gespielt, auch zwei Tore erzielt, aber nie gewonnen.

TSG Hoffenheim - VfL Wolfsburg: Die noch ungeschlagen Wolfsburger haben gegen Hoffenheim eine deutlich positive Bilanz (12-7-7) und auch auswärts (5-2-6) ist sie passabel. Kurios: beide bisherigen Remis ereigneten sich im September. Ein Omen? Hoffenheim hat nach 0:1-Rückstand nie gegen den VfL gewonnen und wartet noch auf den ersten Heimsieg. Dagegen gewann Wolfsburg seine beiden Auswärtsspiele, nun können die Wölfe erstmals die ersten drei in einer Saison gewinnen.

Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund: Die Trainer stehen im Focus der Samstagabendpartie, die Tore verspricht. Das letzte 0:0 liegt 27 Jahre und 48 Duelle zurück (17. 4. 1994). Auch gab es acht Jahre kein Remis mehr. Gladbach gewann im Vorjahr zuhause, davor setzte es fünf Pleiten gegen die andere Borussia. Noch immer ist das 12:0 vom 29.4.1978 das höchste Bundesligaergebnis. Wenn Gladbachs neuer Trainer Adi Hütter in einem Heimspiel gegen den BVB spielte, gab es bisher immer Unentschieden. Im Duell gegen den Rückkehrer an die alte Wirkungsstätte, Marco Rose, zog er aber meist den Kürzeren (0-1-3). Während Gladbach seit acht Spielen Gegentore kassiert, traf der BVB in den letzten 37 (!) und hat einen Vereinsrekord aufgestellt.

VfL Bochum - VfB Stuttgart: Seit 14. Mai 2005 (2:0) hat Bochum den VfB nicht mehr geschlagen, es folgten 12 Duelle in zwei Bundesligen. Drei der letzten vier Bundesligagastspiele in Bochum gewann Stuttgart. Alle fünf Platzverweise in Bochum gingen an die Gäste, die mit einem Sieg in Bochum die Bilanz dort (10-11-11) völlig ausgleichen könnten. Der VfL hat seine letzten drei Spiele verloren und noch kein Unentschieden aufzuweisen, der VfB ist seit vier Spielen sieglos. Käme ein fünftes hinzu, wäre der Negativrekord unter Trainer Matarazzo aus dem vergangenen Herbst eingestellt. Gut möglich, denn an Sonntagen hat der VfB zuletzt dreimal nicht gewonnen.

SC Freiburg - FC Augsburg: Der Sportclub nimmt Abschied aus dem Dreisamstadion, das 360. Ist das letzte Heimspiel in der Bundesliga vor dem Umzug in das Europa-Park-Stadion. Das letzte Geleit nimmt der FC Augsburg, es hätte schlimmer kommen können. Ein 0:0 gab es nie und Augsburg hat nur einmal in Freiburg gewonnen, bei einem Remis und sieben Niederlagen. Auch schoss der SC immer Heimtore gegen die Schwaben. Deren einziger Sieg allerdings fiel in die erste Amtszeit von Trainer Markus Weinzierl (2014/2:4). Er und Kollege Christian Streich sind mit zusammen 493 Bundesligaspielen (292:201) die Trainerdinos der Liga. Ihre Bilanz ist absolut pari - 3-3-3.

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