Amsterdam (dpa)

Niederlande: Ende von 1,5-Meter-Regel - Umstrittener Pass

25.09.2021 04:54 Uhr  | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In den Niederlanden wird der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern abgeschafft (Archivbild). Foto: Peter Dejong/AP/dpa
In den Niederlanden wird der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern abgeschafft (Archivbild). Foto: Peter Dejong/AP/dpa
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Die Niederlande machen einen vorsichtigen Schritt zur Normalität: Kein Sicherheitsabstand mehr in Gaststätten und Geschäften. Doch ein „Vrijheidsdag“ ist es noch lange nicht.

Die Niederlande sind auf dem Weg zurück zu einem normalen Leben.

Mit dem heutigen Samstag wird der verpflichtete Sicherheitsabstand von 1,5 Metern abgeschafft - nach gut 18 Monaten. „Damit machen wir einen deutlichen Schritt in Richtung einer Gesellschaft ohne einschränkende Corona-Maßnahmen“, erklärte die Regierung in Den Haag.

Allerdings können die Niederländer noch keinen „Vrijheidsdag“ (Freiheitstag) feiern. Denn an die Stelle der 1,5 Meter-Regel tritt der heftig umstrittene Corona-Pass. Fortan muss jeder ab 13 Jahre vor dem Besuch von Gaststätten, Kultur oder Sport nachweisen, dass er geimpft, getestet oder genesen ist.

3G-Nachweis erforderlich

Angesichts sinkender Infektions- und Patientenzahlen sowie einer relativ hohen Impfquote hält es die Regierung für verantwortlich, Maßnahmen zu lockern. So sind volle Stadien und Kneipen wieder erlaubt und Restaurants, Geschäfte und Theater können wieder unbegrenzt Besucher zulassen - allerdings erst nach Vorlage des Corona-Passes. Wer nicht geimpft oder genesen ist, kann sich kostenlos in einem Test-Center testen lassen.

Doch diese Anforderung ist heftig umstritten. Gastwirte kündigten bereits in mehreren Städten an, dass sie den 3G-Nachweis nicht kontrollieren würden. Auch Kommunen wollen in den ersten Wochen bei Verstößen keine Strafen verhängen. Impfgegner kündigten Proteste in Den Haag an.

Maßnahmen umstritten

Gut ein Drittel der Bevölkerung klagt in einer Umfrage im Auftrag der Behörden, dass die Regierung die Freiheit zu sehr einschränke. Ein weiteres Drittel steht aber hinter den Maßnahmen.

„Gastwirte sehen es nicht als ihre Aufgabe, Gäste zu kontrollieren“, geht aus einer Umfrage des Königlichen Gaststättenverbandes hervor. Nach ihren Angaben fehlen für die Kontrollen Personal und Geld. Außerdem befürchten Unternehmer Aggressionen und Bedrohungen.

Einschränkungen für Schulen und Universitäten waren bereits zuvor aufgehoben worden, ebenso zum größten Teil die Maskenpflicht. Der Mund-Nasen-Schutz muss weiterhin aber in Bussen und Bahnen getragen werden; Diskotheken und Nachtclubs müssen um Mitternacht schließen.

Nach Angaben der Behörden sind jetzt rund 82 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei etwa 77.

© dpa-infocom, dpa:210925-99-351784/4

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