Stichwahl

Wahlkrimi in den Samtgemeinden Brookmerland und Hage

Nina Harms, Claus Arne Hock und Hannah Weiden
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Von Nina Harms, Claus Arne Hock und Hannah Weiden
| 26.09.2021 22:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Uwe Trännnapp, hier mit seiner Frau Kathi, gewinnt in der Gemeinde Dornum. Foto: Hock
Uwe Trännnapp, hier mit seiner Frau Kathi, gewinnt in der Gemeinde Dornum. Foto: Hock
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In Brookmerland lieferten sich Gerhard Ihmels und Ida Bienhoff-Topp ein Kopf-an-Kopf-Rennen. 69 Stimmen trennen dort die Kandidaten. Am Ende könnte es dort eine Wende geben.

Brookmerland/Hage/Dornum - Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen in den Samtgemeinden Hage und Brookmerland. Wer von den Kandidaten um das Bürgermeisteramt bei den jeweiligen Stichwahlen das Rennen machte, entschied sich tatsächlich erst mit dem letzten Wahllokal. Vor allem das Wahlergebnis im Brookmerland ist so außerordentlich knapp, dass theoretisch nicht ausgeschlossen werden kann, dass der vorläufige Gewinner Gerhard Ihmels (SPD) am Ende doch noch der Unterlegene ist.

In der Samtgemeinde Brookmerland lag Ida Bienhoff-Topp (parteilos) nach 17 von 19 Wahllokalen nur eine einzige Stimme vor dem Amtsinhaber Gerhard Ihmels (SPD). Am Ende sicherte sich Ihmels 50,5 Prozent der Stimmen. Auf Bienhoff-Topp entfielen 49,5 Prozent. In absoluten Zahlen: Nur 69 Stimmen trennen die beiden. Bienhoff-Topp will nun das Ergebnis der Wahl überprüfen lassen. Bei einem derart knappen Ergebnis müsse es erlaubt sein, eine Nachzählung zu verlangen, sagte die 50-Jährige noch am Wahlabend. Die Wahlbeteiligung im Brookmerland lag bei 63,66 Prozent.

Anspannung bis zum Schluss

Ganz ähnlich spannend sah es in der Samtgemeinde Hage aus. Dort traten Erwin Sell (SPD) und Sven Behrens (CDU) bei der Stichwahl gegeneinander an. Die Wahl gewonnen hat gegen 21 Uhr mit der Bekanntgabe der letzten Wahlergebnisse Erwin Sell. Er holte 3327 Stimmen (51,22 Prozent). Sven Behrens kam auf 48,78 Prozent der Stimmen (3169). Die Wahlbeteiligung lag bei 68,48 und damit noch einmal um knapp sieben Prozentpunkte höher als beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen.

Schon im ersten Wahlgang lagen die Ergebnisse der beiden Kandidaten dicht beisammen, so dass ein knappes Rennen in der Stichwahl in der Samtgemeinde Hage erwartet worden war. Als dann das Ergebnis feststand, fiel die Anspannung von Erwin Sell ab. „Ich bin enorm erleichtert. Das war eine dicke, fette Anspannung. Jetzt muss man das erst einmal alles verarbeiten“, sagte er. „Jetzt wird ein Bierchen getrunken und gefeiert. Morgen muss ich das Ganze dann erst einmal realisieren.“ Für seinen Vorgänger Johannes Trännapp hatte er lobende Worte: „Johannes Trännapp hat viele Jahre einen guten Job gemacht, aber jeder hat seine eigene Handschrift.“ Er habe jetzt noch fünf Wochen, um sich mit Trännapp zu besprechen und sich auf das neue Amt einzustellen.

Enttäuschung beim Verlierer

Seine Enttäuschung über den knappen Wahlausgang konnte Sven Behrens kaum verbergen. „Das Gefühl zu beschreiben ist echt schwer“, sagte er. Aber: „Ich bin stolz, in einer SPD-Hochburg doch so gut abgeschnitten zu haben.“ Anders als in der Samtgemeinde Brookmerland will Behrens den knappen Ausgang des Wahlergebnisses akzeptieren und besteht auf keiner weiteren Auszählung. Dafür gebe es aus seiner Sicht „keinen Anlass“.

Eine glatte Entscheidung gab es dagegen in Dornum. Uwe Trännapp (SPD) ist der neue Bürgermeister der Gemeinde. „Ich bin überglücklich und unglaublich stolz auf dieses Ergebnis“, so Trännapp in einer ersten Reaktion am Sonntagabend. 67,23 Prozent der Stimmen entfielen auf ihn. Der bisherige Amtsinhaber Michael Hook (parteilos) unterlag mit 32,77 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,73 Prozent.

Nach 15 Jahren abgewählt

„Das ist ein eindeutiges Ergebnis“, kommentierte Hook den Wahlausgang und gratulierte seinem Herausforderer zur gewonnenen Wahl. „Ich danke dir für den von deiner Seite jederzeit fairen und freundschaftlichen Wahlkampf“, so Hook in einem vorbereiteten Statement. Hook war fast 15 Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde Dornum. Nun müsse er schauen, wie es für ihn persönlich ab November weitergehe, so Hook.

Trännapp selbst stieß mit Familie und Freunden vor der Turnhalle nahe des Dornumer Tiefs, in der die Wahlergebnisse bekannt gegeben wurden, auf den Wahlsieg an. „Ich muss das jetzt erstmal sacken lassen und realisieren“, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Auch bei der Auszählung wartete Trännapp, bis das letzte Wahllokal ausgezählt war. „Wer weiß...“, sagte er noch kurz vorher, obwohl rechnerisch schon alles eindeutig war.

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