Handel
Emden: Erntefest im Zentrum ist eine Art Generalprobe
Die Werbegemeinschaft Schaufenster Emden plant wieder Veranstaltungen, um die Innenstadt zu beleben. Auftakt ist am Sonnabend das Erntefest. Aber für den Rest des Jahres ist noch mehr geplant.
Emden - Erntefest, Museumstag und Weihnachtsmarkt: Nach langem Corona-Stillstand will jetzt auch der Emder Einzelhandel die Innenstadt wieder stärker beleben, um mehr Kaufkraft nach Emden zu ziehen. Den Auftakt macht am kommenden Sonnabend das Erntefest, das die Werbegemeinschaft Schaufenster Emden gemeinsam mit der Landwirtschaft organisiert.
Was und warum
Darum geht es: Nach langer Corona-Zwangspause soll es wieder größere Veranstaltungen in der Emder Innenstadt geben.
Vor allem interessant für: Bewohner, Besucher, Einzelhändler und Gastronomen der Stadt.
Deshalb berichten wir: Am kommenden Sonnabend ist das traditionelle Erntefest in Emden. Aus diesem Anlass haben wir nachgefragt, was sonst noch in diesem Jahr in der Innenstadt geplant ist. Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de
Es ist die 27. Auflage dieses Festes, das vor der Pandemie stets eine besondere Anziehungskraft hatte und Tausende in das Stadtzentrum lockte. Die Veranstaltung war 2020 erstmals abgesagt worden. Diesmal haben die Organisatoren sich mit Rücksicht auf die Hygiene- und Abstandsregeln für eine kompakte Form im Stadtgarten entschieden, zumal die Vorbereitungszeit vergleichsweise kurz war und die Neutorstraße zwischen Rathausplatz und Agterum derzeit nicht wie früher als Veranstaltungsfläche zur Verfügung steht.
Entscheidung kurzfristig gefallen
Die endgültige Entscheidung, das Erntefest auf die Beine zu stellen, haben Werbegemeinschaft und Landwirte erst vor wenigen Wochen getroffen, sagten der Schaufenster-Vorsitzende Wilhelm Eilers sowie der Landwirt und Mitorganisator Jannes de Boer bei der Vorstellung des Programms. Es sei „nur spontan, oder gar nicht“ gegangen, so Maren Ziegler, Geschäftsführerin des Kreisverbandes Norden-Emden des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Ostfriesland.
„Vollste Rückendeckung“ habe es von der Stadt gegeben, der ebenfalls viel an dem Erntefest liege, hieß es. Sie habe entschieden, diese Veranstaltung hinsichtlich der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln genauso wie den Wochenmarkt zu behandeln. Der Aufbau der Stände im Stadtgarten orientiert sich ebenfalls an dem Wochenmarkt, als der noch wegen des Umbaus des Neuen Marktes an diesen Standort stattfand.
15 Aussteller und Erzeuger dabei
„Klein, aber fein und trotzdem gemütlich“, soll es laut Ziegler werden. 15 Betriebe aus Land- und Fischereiwirtschaft sowie Verbände und Firmen bieten ihre Erzeugnisse an oder informieren über ihre Arbeit. Zum Angebot gehören frisches Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren, Eier, Honig Fisch, Blumen und Gartenbedarf. Hinzu kommen Infostände von Milchvermarktern und der Emder Jägerschaft. Aber auch die vegane Ernährung wird thematisiert. Für Kinder bringen Landwirte einige Tiere zum Streicheln mit.
Auf einige lieb gewonnene Traditionen müssen Besucherinnen und Besucher allerdings verzichten. So wird es keine Kartoffelpuffer aus den Pfannen der Landjugend geben. Diese Leckerei war in der Vergangenheit im doppelten Sinn so heiß begehrt, dass sich lange Schlangen vor dem Stand bildeten. Angesichts der kurzen Vorbereitungszeit und des zu erwartenden Ansturms verzichten die Organisatoren darauf ebenso wie auf ein Café-Zelt. Stärken können sich die Besucher an Imbisswagen mit Fischbrötchen und Bratwurst.
Mit Gottesdienst im Stadtgarten
Das Erntefest wird um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst im Stadtgarten eröffnet. Es endet gegen 16 Uhr. So lange sollen auf Wunsch der Werbegemeinschaft auch die Geschäfte in der Innenstadt geöffnet bleiben.
Das Erntefest soll eine Art Generalprobe für weitere Veranstaltungen sein, die die Werbegemeinschaft noch in diesem Jahr mit verschiedenen Partnern in der Innenstadt plant. Laut Eilers laufen auch die Vorbereitungen auf den Emder Museumstag, der am 7. November mit dem ersten verkaufsoffenen Sonntag dieses Jahres in Emden verbunden werden soll.
Vorbereitungen auf Weihnachtsmarkt
Schon weit gediehen sind die Planungen für den Weihnachtmarkt, der nach der corona-bedingten Pause im vergangenen Jahr wieder als „Engelke-Markt“ im Stadtgarten sein soll. In welcher Form, Größe und unter welchen Bedingungen ist allerdings noch offen. „Wir bereiten uns aber auf alle Szenarien vor“, sagte Eilers. Fest stehe aber schon, dass die Emder Museumsschiffe im Ratsdelft wieder mit eigenen Aktionen dabei sein werden. Voraussichtlich werde auch das niederländische Segelschiff „Oban“ wieder im Delft festmachen.
Vom Tisch sind laut Schaufenster-Chef Willhem Eilers und Platzmeister Uwe Hellmann unterdessen Überlegungen des ostfriesischen Schaustellerverbandes, den Weihnachtsmarkt gegebenenfalls auf den Schützenplatz zu verlegen. „Wir können den Weihnachtsmarkt nicht outsourcen, das wäre für den Handel tödlich“, so Eilers.