Sommerende
Emder Delftstrand: Das Strandgefühl wird weggekarrt
Seit Montag wird der Emder Delftstrand Stück für Stück abgebaut. Nach sechs Wochen Barbetrieb ziehen die AG Ems und die Stadt Emden Bilanz. Wie wird die Fläche am Hafentor nun weiter genutzt?
Emden - Johanna Voss karrt Palme für Palme das Sommergefühl vom Emder Delft weg. Am Sonntag hatte die Strandbar beim Hafentor zum letzten Mal in diesem Jahr geöffnet. Die sechs Wochen des Modellprojekts, das von der Wirtschaftsförderung und dem Stadtmarketing zur Belebung des Delfts angestoßen wurde, sind rum. Voss, Mitarbeiterin der Emder Reederei AG Ems, die den „Delftstrand“ betrieben hatte, war fast jeden Tag vor Ort. Das Wetter habe gut mitgespielt sagt sie. Zahlreiche Emderinnen und Emder hätten, ihrem Eindruck nach, das Angebot genutzt. „Viele Gäste vom Wohnmobilstellplatz gegenüber sind gekommen“, meint sie.
Was und warum
Darum geht es: Der diesjährige „Delftstrand“ ist Geschichte. Die Strandbar aber kam so gut an, dass schon der Blick auf die kommende Zeit gerichtet ist.
Vor allem interessant für: Emderinnen und Emder, Gäste der Stadt
Deshalb berichten wir: Am Sonntag öffnete der Delftstrand zum letzten Mal. Wir wollten Bilanz ziehen und haben bei AG Ems und Stadt Emden nachgehakt. Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de
Wie viele Gäste die Emder Strandbar in ihren sechs Wochen Betrieb insgesamt besucht haben, kann Corina Habben nicht sagen. „Das haben wir leider nicht erfasst“, teilt die AG-Ems-Sprecherin auf Nachfrage mit. Aber: „An den guten Sommertagen mussten wir teilweise Gäste abweisen, da wir aufgrund der Corona-Beschränkungen ‚voll’ waren.“ Zu den Umsätzen möchte sie auf Nachfrage ebenfalls nichts sagen. Nur so viel: „Man darf aber nicht vergessen, dass gute Einnahmen noch nicht für den Erfolg stehen, da wir zunächst erhebliche Investitionen hatten.“ Die Rückmeldungen, die sie bekommen hätten, seien „durchweg positiv“ gewesen, teilt Innenstadtkoordinatorin Martje Merten über die Pressestelle der Stadt mit. Jetzt wolle man sich genau anschauen, was bei dem Projekt gut geklappt hat und was verbessert werden könnte.
Das hat gut geklappt
Sehr positiv vermerkt Corina Habben, dass die Zusammenarbeit mit allen Projektbeteiligten „super“ gewesen sei „und auch die Nachbarschaft war topp und natürlich alle Gäste – es lud einfach zur guten Laune ein“.
Die Beleuchtung als Anziehungspunkt habe gut funktioniert und das gastronomische Angebot sei „sehr gelungen“ gewesen, meint Martje Merten. „Weitere Anpassungen und/oder Erweiterungen sind da auf jeden Fall denkbar und wir stehen da im Austausch mit dem Betreiber“, erklärt Merten.
Das kann verbessert werden
„Sicherlich gibt es hinsichtlich der Infrastruktur ein paar Dinge, die angepasst werden können. Das hat sich dann im laufenden Betrieb ergeben, z.B. weitere Strom- / Wasseranschlüsse und deren Verteilung bis hin zum Strand“, so Merten. „Die Einrichtung des Delftstrandes war extrem kurzfristig angesetzt und somit der Zeitraum eigentlich zu kurz“, meint Corina Habben. Auch die Corona-Verordnung habe einiges verkompliziert. „Gerne hätten wir auch noch ein paar Veranstaltungen mit im Angebot gehabt, aber das war so nicht mehr möglich“, so die Sprecherin.
Das Wassersport-Angebot - Gäste konnten Paddelboards, E- oder Tretboote leihen - könnte noch ausgeweitet werden, meint Merten. Insbesondere das elektrisch betriebene Boot sei an Wochenenden sehr gut angenommen worden. Die AG Ems wolle sich im Winter Gedanken über ein ausgeweitetes Programm machen, so Habben.
Was kommt als nächstes?
Während die Möbel, Palmen und der Bar-Container abgebaut werden, soll der Sand auf der Fläche beim Hafentor vorerst liegen bleiben - mindestens bis zur Weihnachtszeit, sagt Martje Merten. Denn: Man überlege schon, wie der Platz in das weihnachtliche Emden eingebunden werden könnte. „Wir werden mit den Organisatoren das Gespräch und auch mit der AG Ems suchen, die sich ja auch mit ihrem Programm ‚an Bord’ in die Weihnachtszeit einbringen“, sagt die Innenstadtkoordinatorin. Vor Corona hatte das Unternehmen zur Weihnachtszeit sonst die Autofähre „Groningerland“ in den Delft geholt und darauf ein gastronomisches Angebot sowie Musik-Veranstaltungen geboten. „An Ideen mangelt es da sicherlich nicht!“, meint Merten.
Im vergangenen Jahr hätten auch Gespräche mit den Betreibern des „Lüttje Weihnachtsmarkt“ am Hafentor stattgefunden, so Merten. Die Fläche beim Hafentor sei „sehr interessant“ für die Planung. „Rein optisch würde einem da schon etwas einfallen“, erklärt auch Corina Habben zu der Fläche und einer möglichen Weihnachtsgestaltung. Sie stellt allerdings kritisch in den Raum, dass es dort „sehr zugig“ sein kann.
Nach dem Erfolg der Strandbar geht der Blick auch schon auf den Sommer 2022. „Wir haben mit der AG Ems besprochen, dass wir uns nun erstmal mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen und dann die Bilanz für 2021 ziehen. Danach werden wir auch die Planung fürs nächstes Jahr anstoßen“, erklärt Merten.