Handel

Geld für die City: Emden will zur „Weihnachtsstadt“ werden

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 28.09.2021 16:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Mit bunten und bewegten weihnachtlichen Bildern, die auf die Fassade des Rathauses projiziert wurden, hatte die Stadt Emden Besucher der Innenstadt schon im vergangenen Jahr zur Vorweihnachtszeit überrascht. Solche Lichtinstallationen könnte es auch zu diesem Advent wieder geben. Foto: Hanssen/Archiv
Mit bunten und bewegten weihnachtlichen Bildern, die auf die Fassade des Rathauses projiziert wurden, hatte die Stadt Emden Besucher der Innenstadt schon im vergangenen Jahr zur Vorweihnachtszeit überrascht. Solche Lichtinstallationen könnte es auch zu diesem Advent wieder geben. Foto: Hanssen/Archiv
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Die Stadt plant neuartige Lichtinstallationen und „Märchenfenster“ in der Adventszeit. Das will sie mit Geld von Land und EU bezahlen. Das City-Management soll personell verstärkt werden.

Emden - Emden will zur „Weihnachtsstadt“ werden. Das ist das Ziel eines neuen Projektes, das mit Geld aus dem Sofortprogramm des Landes Niedersachsen für Innenstädte finanziert werden soll. Geplant sind innovative Lichtinstallationen, die das Stadtzentrum an mehreren Abenden der Adventszeit in ein besonderes Licht rücken sollen. Zudem sind in den Schaufenstern von leerstehenden Geschäften sogenannte Märchenfenster vorgesehen, die eine Weihnachtsgeschichte erzählen und in ein interaktives Spiel eingebunden werden.

Was und warum

Darum geht es: Die Emder Innenstadt soll in der Vorweihnachtszeit attraktiver werden. Ermöglicht wird das mit EU-Geldern.

Vor allem interessant für: Bewohner und Besucher der Stadt Emden, Freunde von Weihnachtsmärkten und diejenigen, die sich für die Stärkung der Innenstädte interessieren.

Deshalb berichten wir: Die Stadt hat jetzt eine neue Beschlussvorlage für zwei Fachausschüsse des Rates veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass es neue Ideen gibt, die Innenstadt zu stärken. Wir haben uns das Papier genauer angesehen.

Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Das geht aus einer Beschlussvorlage der Stadtverwaltung hervor, mit der sich die beiden zuständigen Ratsausschüsse für Stadtentwicklung und Wirtschaft am kommenden Mittwoch befassen werden. Demnach sollen in das Projekt auch die Einzelhändler eingebunden werden. Sie könnten mit der Teilnahme am „Emder Weihnachtsbonus“ ihre Kunden für den Einkauf mit einem Stadtgutschein belohnen, heißt es in dem Papier.

Emden bekommt 1,1 Millionen Euro

Wie vor drei Wochen bekannt wurde, bekommt Emden 1.090.000 Euro aus EU-Mitteln, um die Folgen der Corona-Pandemie für die Innenstadt abzumildern. Zehn Prozent des Gesamtbetrages muss die Stadt Emden als Eigenanteil beisteuern. Diese Summe will sie aus den im Haushalt zur Verfügung stehenden Mitteln für den Masterplan Innenstadt sowie ein entsprechend höheres Budget im kommenden Jahr decken.

Die Stadt ist eine von insgesamt 207 Kommunen und kommunalen Verbünden in Niedersachsen, die von diesem Topf profitieren. Nach Ostfriesland fließen daraus insgesamt gut sieben Millionen Euro in 14 Städte und Gemeinden, teilte das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Weser-Ems mit. Die Projekte, die damit finanziert werden, müssen jeweils bis Ende März 2023 abgeschlossen sein.

Projekte sollen schnell umgesetzt werden

Emden will jetzt schnell an die Umsetzung gehen. Laut der Vorlage sollen die Ideen für die „Weihnachtsstadt“ im Laufe des Oktobers konkretisiert sowie mit Interessenverbänden und den Ratsfraktionen abgestimmt werden. Im November sollen die Beschlüsse gefasst werden. Mit diesem Zeitplan will die Verwaltung sicherstellen, dass die Ideen noch in diesem Jahr umgesetzt werden.

Die Stadtverwaltung zeigt sich mit Blick auf das Konzept einer „Weihnachtsstadt“ sehr selbstbewusst. Sie selbst bezeichnet Emden als „Zentrum des weihnachtlichen Geschehens in Ostfriesland“, räumt aber zugleich ein: „Die Darstellung und auch die Synergieeffekte in den Handel haben in den letzten Jahren jedoch vermehrt nachgelassen.“

Projektmanager soll eingestellt werden

Für die Umsetzung der „Weihnachtsstadt“ und weiterer Projekte soll auch das Innenstadt-Management personell verstärkt werden. Die Stadt möchte einen Projektmanager oder eine Projektmanagerin einstellen, der oder die eng mit der Innenstadtkoordinatorin Martje Merten sowie dem Stadtmarketing zusammenarbeitet und die Vorhaben aus dem Sofortprogramm des Landes begleitet.

Damit könne ein reibungsloser Ablauf dieser Projekte in dem vom Land vorgegebenen Zeitrahmen gewährleistet werden, heißt es. Die neue Frau oder der neue Mann soll auch ein Netzwerk für die Innenstadt knüpfen und sich regelmäßig mit den Akteuren austauschen. Die Personalkosten könnten ebenfalls über das Programm des Landes abgerechnet werden.

Das „Schaufenster“ hat Wünsche

Unterdessen hat die Werbegemeinschaft „Schaufenster“ Wünsche für den geplanten „Engelke-Markt“ im Stadtgarten angemeldet. Sie setzt sich dafür ein, dass die Stadt auf Gebühren verzichtet, die die Werbegemeinschaft unter anderem für die Nutzung des Platzes zahlen muss.

Vorsitzender Wilhelm Eilers und Platzmeister Uwe Hellmann begründen diese Forderung unter anderem mit den hohen Investitionen für diese Veranstaltung. Sie lägen bei 40.000 Euro pro Jahr. Allein für den nächtlichen Wachdienst würden 15.000 Euro anfallen. Diese Ausgaben würden sich vervielfachen, falls es wegen der Corona-Pandemie Zugangskontrollen der Besucher geben müsste, so Eilers.

Die Werbegemeinschaft wächst

Die Werbegemeinschaft finanziert den Weihnachtsmarkt unter anderem aus einer jährlichen Umlage der Einzelhändler. Die Standgebühren, die die Schausteller an das „Schaufenster“ zahlen, würden in vollem Umfang wieder in das Hüttendorf zurückfließen.

Aktuell verzeichnet die Werbegemeinschaft laut Eilers einen Zuwachs an Mitgliedern. So seien mittlerweile beispielsweise die Drogeriemarktkette Müller und die Bünting-Gruppe, die mit Märkten in die Neutor-Arkaden eingezogen sind, beigetreten. „Solche Unternehmen denken inzwischen um“, sagte der Vorsitzende.

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