Frankfurt
Neuer auf dem Weg zur Schnapszahl und Gladbachs lange Negativserie
Am 7. Spieltag der Fußball-Bundesliga können einige interessante Marken erreicht werden. Der Statistik nach könnte es außerdem schwierig für die Auswärtsteams werden, wie Kolumnist Udo Muras herausgefunden hat.
1. FC Köln - Spvg. Greuther Fürth (Freitag, 20.30 Uhr): Am Freitag kommt es zu einer neuen Bundesligapaarung - Nummer 934! Es gab aber schon 16 Pflichtspiele, zumeist in der 2. Liga. Die letzten beiden Duelle gewann der FC jeweils 4:0, seit sechs Spielen ist er gegen Fürth ungeschlagen. Gegen Schlusslichter gewann Köln gar seine letzten neun Spiele. Ein weiteres Vorzeichen für einen Heimsieg: in Köln hat diese Saison noch keiner gewonnen. Fürth wartet inklusive seiner ersten Saison 2012/13 seit sieben Bundesligaspielen auf einen Sieg, ist auswärts noch punktlos und hat vor der Pause noch kein Tor geschossen. Immerhin ist Coach Leitl gegen Kollege Baumgart noch ungeschlagen (1-1-0).
Borussia Dortmund - FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr): Von zehn Gastspielen in Dortmund gewann Augsburg nur eines - am 4. 2. 2015 (0:1). Doch der Trainer von damals sitzt heute wieder auf der Bank: Markus Weinzierl weiß wie man im Signal-Iduna-Park gewinnt. Dort feierte der BVB allerdings zuletzt in der Bundesliga sieben Heimsiege, während Augsburg seit neun Auswärtsspielen sieglos ist und nun den negativen Vereinsrekord aus der Saison 2018/19 einstellen könnte. Das wird auch definitiv so kommen sollten sie nicht endlich ihr erstes Auswärtstor der Saison erzielen. Dass Borussia am Samstag ihr 1000. Heimgegentor kassiert, erscheint unrealistisch, dazu fehlen noch drei. BVB-Kapitän Marco Reus unternimmt derweil den nächsten Versuch, die HSV-Legenden Horst Hrubesch (136 Tore) und Uwe Seeler (137) zu überholen. Er steht auch bei 136 Toren, sechs davon fielen gegen Augsburg.
Hertha BSC - SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr): In dieser Paarung ist der Gast gern gesehen, wer immer es ist. Seit sechs Jahren gab es keinen Auswärtssieg, am 15. Februar 2015 allerdings hieß es in Berlin 0:2. Die Trainer: Dardai und Streich, beide heute noch oder wieder im Amt. Beide verantworten Vereinsrekorde. Hertha hatte nach sechs Spielen noch nie so viele Gegentore (18), Freiburg noch nie so wenige (4) - außerdem wartete der SC nie länger auf die erste Saisonniederlage. Vielleicht klappt es bei der schwächelnden Hertha auch mal zum ersten Sieg im Olympiastadion für SC-Bomber Nils Petersen, der vor seinem 250. Bundesligaspiel steht?
VfB Stuttgart - TSG Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr): Auch in diesem Ländle-Derby gab es lange keinen Auswärtssieg. Im September 2014 schaffte die TSG ihren zweiten und bis dato letzten in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg. Wenn die TSG dort gewinnt, dann nur in der Vorrunde. Sicher war bisher: in Stuttgart fallen mindestens zwei Tore in diesem Duell - und ein 0:0 gab es nur in der ersten von 22 Paarungen. Der VfB hat nur sein erstes Saisonspiel gewonnen und die letzten beiden Heimspiele verloren, drei Pleiten in Folge gab es zuletzt in der Abstiegssaison 2015/16. Die TSG kommt mit einer ausgeglichenen Auswärtsbilanz (1-1-1).
VfL Wolfsburg - Bor. Mönchengladbach (Samstag, 15.30 Uhr): Nach seinem Traumstart ist der VfL nun in der ersten Ergebniskrise und drei Pflichtspiele sieglos. Auf Platz 3 empfängt er die Borussia dennoch in komfortabler Lage, zumal die Bilanz Gutes verheißt: seit 18 (!) Jahren und 16 Spielen haben die Wölfe gegen die Fohlen kein Heimspiel verloren. Gegen keinen Gegner haben sie seit ihrem Aufstieg 1997 mehr Heimsiege eingefahren (15), darunter ein 7:1 im November 1998, das Borussen-Coach Friedel Rausch den Job kostete. Noch im Mai 1998 hatte ihn ein 2:0 dort selbigen gerettet, weil Borussia dadurch die Klasse hielt. Nun kommt sie mit Adi Hütter nach Wolfsburg, der eine Horrorserie von sechs Auswärtsniederlagen mit sich herumträgt. Weshalb auch sein Team auswärts noch punktlos ist. Wolfsburg wiederum ist zuhause ungeschlagen, schoss aber immer nur ein Tor.
RB Leipzig - VfL Bochum (Samstag, 18.30 Uhr): Im fünften Bundesligajahr gibt es immer noch Premieren für die Bullen: gegen Bochum spielten sie nie im Oberhaus (Paarung Nummer 935). Trotzdem gibt es Erinnerungen angenehmer Natur an den VfL, in 2. Liga und Pokal kam es zu fünf Duellen - und alle gewann Leipzig. Zudem hat man nie gegen einen Aufsteiger verloren, aus 20 Spielen gab es dabei 17 Siege. Mut machende Vorzeichen, die es auch braucht angesichts des bisher schwächsten Starts in eine Bundesligasaison (Platz zehn). Bochum kommt als Vorletzter, der seit dreieinhalb Stunden kein Tor geschossen und auswärts noch keinen Punkt geholt hat. Es droht die vierte Pleite im vierten Auswärtsspiel, wie zuletzt 1997/98.
FSV Mainz 05 - Union Berlin (Sonntag, 15.30 Uhr): Die Bundesligabilanz gegen Union ist negativ für Mainz (1-1-2), beide Niederlagen gab es dabei jeweils in der Hinrunde. Damit diese schlechte Serie anwächst, müsste eine gute reißen: diese Saison hat der FSV noch kein Heimspiel verloren und blieb in allen drei Partien ohne Gegentor, so dass jetzt ein Vereinsrekord winkt. Niederlagen sind unter Bo Svensson ohnehin selten geworden, von den letzten 17 Spielen (eine halbe Saison), verlor der FSV nur drei. Union schlägt sich zwar weiterhin wacker (8. Platz), steht aber vor dem Minusrekord im Oberhaus von neun sieglosen Auswärtsspielen in Folge.
Bayern München - Eintracht Frankfurt (Sonntag, 17.30 Uhr): Die gefräßigen Bayern blicken auf acht teils hohe Pflichtspielsiege in Folge zurück und freuen sich auf ihren Lieblingsgegner in München: 41 Heimsiege gab es in der Bundesliga nur gegen die Hessen. Überhaupt ist der Meister eine Heimmacht, seit 30 Spielen hat in der Liga keiner mehr in München gewonnen. Da wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Manuel Neuer am Sonntag die Weltmeisterkollegen Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger einholt, die jeweils 222 Bundesligasiege mit Bayern feierten und sich Platz 6 im Klubranking teilen. Und die Eintracht? Ist noch immer sieglos, nur 2008/09 wartete sie noch länger ab Saisonstart. Fünf Remis in Folge sind Vereinsrekord. Immerhin winkt nach zuletzt vier 1:1-Spielen die Einstellung des Bundesligarekords, den Werder Bremen und Bayer Leverkusen für die längste Serie identischer Ergebnisse halten. Klingt zwar langweilig, aber in München würden sie ihr Stammergebnis gewiss feiern. Dafür spricht dass alle Trainerduelle zwischen Julian Nagelsmann und Oliver Glasner unentschieden endeten.
Arminia Bielefeld - Bayer Leverkusen (Sonntag, 19.30 Uhr): Die Arminen warten immer noch auf den ersten Saisonsieg, was vor allem an der Abschlussschwäche liegt. Zuhause gab es erst ein Tor, aber auch erst ein Gegentor. Nirgendwo fallen weniger Treffer als auf der Alm, wo es zwar schon sechs Spiele keine Niederlage gab, zuletzt aber vier Remis - Vereinsrekord eingestellt. Jetzt kommt die Mannschaft der Stunde. Der Zweite aus Leverkusen garantiert Spektakel, gewann gerade erst in Glasgow mit 4:0, traf in den letzten acht Bundesligaspielen immer und ist auswärts noch ungeschlagen. In Bielefeld hat Bayer eine knapp negative Bilanz (5-4-6).