Einzelhandel
Norder Real-Markt droht das Aus
In diesem Herbst soll der Norder Real-Markt verkleinert und fortan von einem Sonderposten-Anbieter genutzt werden. Aus Unternehmenskreisen ist zudem zu hören, dass der restliche Markt 2022 schließt.
Norden / CWA/HIB - Noch in diesem Jahr soll der Real-Supermarkt in der Stadt Norden deutlich kleiner werden. So bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung ein Unternehmenssprecher der Real GmbH aus Düsseldorf, dass das Warenhaus an der Straße Glückauf seinen „Non-Food“-Bereich (Nicht-Lebensmittel-Bereich) schließen wird. Dazu gehören Spielwaren und Elektroartikel, aber auch der Getränke- und der Tiermarkt. Schon im November soll auf der aufgegebenen Fläche stattdessen der Sonderpostenhändler Zimmermann aus Oldenburg eine neue Filiale eröffnen, heißt es.
Allerdings soll die Verkleinerung des Real-Markts um knapp ein Drittel nur der erste Schritt hin zur endgültigen Schließung sein, wie unsere Zeitung aus Unternehmenskreisen erfahren hat. Es läge bereits ein Beschluss vor, heißt es. Demnach soll das Warenhaus zum 1. Juni kommenden Jahres endgültig aus Norden verschwinden. Der Unternehmenssprecher bestätigt das auf Nachfrage nicht und betont gleichzeitig, dass die Verkleinerung des Markts keine Auswirkungen auf die Größe der derzeitigen Stammbelegschaft haben soll.
Norder Real-Markt war früher Wal-Mart
Schon seit langer Zeit kursieren in Norden Gerüchte über die Zukunft des Marktes, ebenso wie schon jahrelang in Emden, wo der zweite ostfriesische Real steht. Zuletzt hieß es im März dieses Jahres vom Mutterkonzern, dass man in Emden künftig nur noch das größere Gebäude als Verkaufsfläche nutzen und den Standort ebenfalls „perspektivisch abgeben“ werde. Ein weiterer Real-Markt in der Umgebung befand sich jahrzehntelang im Papenburger Ems-Center und schloss bereits vor einem Jahr. Das ganze Einkaufszentrum wurde inzwischen abgerissen.
Das Norder Warenhaus war nicht immer ein Real-Markt gewesen. Zuvor hatte es sich um eine Filiale des amerikanischen Wal-Mart-Einzelhandelkonzerns gehandelt, der mit seinen heute mehr als zwei Millionen Angestellten der größte private Arbeitgeber weltweit ist. Weitere Filialen in Ostfriesland hatte es auch in Aurich und in Emden gegeben. 2006 zog sich der Konzern dann jedoch nach acht Jahren vollständig vom deutschen Markt zurück und verkaufte seine 85 hiesigen Warenhäuser an die Metro-Gruppe, woraufhin auch der Norder Real-Markt entstand.
Im vergangenen Jahr dann übernahm der russische Finanzinvestor SCP die angeschlagene Warenhauskette mit ihren rund 270 Märkten, um sie zu zerschlagen und weiterzuverkaufen. Ein Großteil der Filialen wurde inzwischen von Kaufland und Edeka gesichert. Real selbst hat auf seiner Website eine Liste mit Standorten veröffentlicht, bei denen klar ist, was aus ihnen wird.