Verkehr

Landesstraße kaputt: Bürgermeister in Sorge

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 07.10.2021 07:02 Uhr | 3 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Streckenweise gilt auf der kaputten Straße Tempo 50. Foto: Ortgies
Streckenweise gilt auf der kaputten Straße Tempo 50. Foto: Ortgies
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Auf der L12 von Wiesmoor nach Remels darf teils nur noch Tempo 50 statt 100 gefahren werden, weil die Fahrbahn kaputt ist. Wiesmoors Bürgermeister kritisiert das. Die Landesbehörde hat aber kein Geld.

Wiesmoor - Wer sich vom Wiesmoorer Ortskern über die Landesstraße 12 (Oldenburger Straße) am Nordgeorgsfehnkanal entlang in Richtung Remels aufmacht, darf streckenweise plötzlich nur noch mit Tempo 50 unterwegs sein, wo bis vor einiger Zeit noch die doppelte Geschwindigkeit gefahren werden durfte. Auf Wiesmoorer Gebiet, aber insbesondere auch auf Streckenabschnitten in Uplengen haben sich Teile der Deckschickt gelöst. Löcher und Risse klaffen, und Wiesmoors Bürgermeister Friedrich Völler (SPD) ist dies ein Dorn im Auge. „Wir hatten die Probleme auf der L12 auch von Wiesedermeer bis in den Ortskern, da war es richtig schlimm. Das ist inzwischen provisorisch repariert worden und erst mal okay, aber südlich davon ist noch nichts passiert, und das besorgt mich, weil das die zentrale Strecke von Wiesmoor ist, um zur Autobahn zu gelangen – auch für die ortsansässigen Unternehmen“, sagt er.

Die Straße ist kaputt.
Die Straße ist kaputt.

Aus seiner Sicht sind „einige Streckenabschnitte nicht mehr verkehrssicher, und ich mag gar nicht an die Wintermonate denken, wenn sich da – direkt am Kanal – Pfützen bilden und es friert“, setzt Völler hinzu. „Eigentlich müsste da aus meiner Sicht die gesamte Verschleißschicht der Fahrbahndecke erneuert werden. Es geht hier ja um eine Straße von Bedeutung, und die muss man doch erhalten – zumindest aber die Problemstellen beseitigen, damit keine Gefahr besteht. Wie es jetzt ist: Das geht an einigen Stellen gar nicht mehr, finde ich“, sagt Völler.

„Die Oberfläche löst sich teilweise auf“

Frank Buchholz, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich, die für diesen Abschnitt zuständig ist, räumt die Schäden unumwunden ein: „Die Oberfläche löst sich teilweise auf, Löcher klaffen – auf Uplengener Gebiet noch großflächiger als in Wiesmoor. Uns fehlen im Moment aber die Mittel für eine umfassende Sanierung“, sagt er. „Indem wir die Höchstgeschwindigkeit runtergesetzt haben und Verkehrsteilnehmer mit Schildern auch auf die Straßenschäden hinweisen, ist die Verkehrssicherheit aus unserer Sicht aber weiterhin gegeben – wenn man sich an die Vorgaben hält“, setzt er hinzu. Völler kontert, dass „Schilderaufstellen allein keine Lösung des Problems ist, und da erwarte ich auch im Sinne unserer Unternehmen und der Sicherheit der Bürger schon, dass etwas passiert“.

Buchholz zeigt dafür Verständnis und sagt: „Bürgermeister Völler hat völlig recht, wenn er sagt, dass die Straße nicht in dem Zustand ist, wie man ihn sich für eine Landesstraße vorstellt. Das kann ich nicht von der Hand weisen. Aber das gilt auch für die geringen finanziellen Mittel, die uns zur Verfügung stehen.“

„Können nur Aufgaben angehen, die wir bezahlen können“

Die L12 sei fürs Geschäftsgebiet der Straßenmeisterei Aurich schon eine der schlechtesten Landesstraßen und auch mit entsprechendem Handlungsbedarf auf der internen Aufgabenliste versehen. „Wir können aber auch nur Aufgaben angehen, die wir bezahlen können. Aktuell ist der nächste Landeshaushalt in der Bearbeitung, und es zeichnet sich ab, dass im nächsten Haushalt sogar noch weniger Geld für Straßensanierung und -unterhaltung bereitgestellt werden könnte“, sagt Buchholz. „Auch die Landesstraße 14, die von Aurich nach Westgroßefehn führt, hat beispielsweise erhebliche Schäden, und es gibt weitere Straßen mit Sanierungsbedarf, die allesamt um die geringen Mittel konkurrieren. Wir geben unser Bestes, das versichere ich, und die Straßenmeistereien reparieren auch punktuell, was sie im Rahmen der geringen Mittel können.“

Buchholz setzt hinzu: „Dass all das nicht zufriedenstellend ist, dass auch uns das in keiner Weise zufriedenstellt, ist klar. Aber wir müssen mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln haushalten und das Mögliche tun. Deshalb kann ich auch, so gern ich würde, noch keine konkrete Vorhersage treffen, wann und in welchem Umfang es zu einer Sanierung der Landesstraße 12 im Abschnitt von Wiesmoor nach Remels kommen könnte.“ Er sei aber überzeugt: „Sofern man achtsam fährt und sich an die Vorgaben hält, ist die Straße weiterhin verkehrssicher.“

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