Verkehrschaos in Emden

Stau und Verwirrung durch Halb-Sperrung in Friedrich-Ebert-Straße

| | 08.10.2021 16:40 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Weil die Friedrich-Ebert-Straße nicht mehr von der Neuen Kirche kommend befahren werden darf, staute es sich am Freitag auf der Brückstraße und Hinter der Halle. Fotos: Hanssen
Weil die Friedrich-Ebert-Straße nicht mehr von der Neuen Kirche kommend befahren werden darf, staute es sich am Freitag auf der Brückstraße und Hinter der Halle. Fotos: Hanssen
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Seit Freitag ist die Friedrich-Ebert-Straße in Emden nur noch von einer Seite aus befahrbar. Das ist Teil eines Verkehrsexperiment. Die Einführung sorgte für Stau und Irritation. Fragen sind offen.

Emden - Am Freitag standen die Autos in der Emder Brückstraße zum Teil bis zur Neuen Kirche im Stau. Der Grund: Am Vormittag hatte die Stadt die abzweigende Friedrich-Ebert-Straße zu einer „unechten“ Einbahnstraße gemacht. Das heißt, innerhalb der Absperrung sollen - so der Plan - nur noch Anlieger in beide Richtungen die Friedrich-Ebert-Straße befahren dürfen.

Was und warum

Darum geht es: Seit diesem Freitag geht das Verkehrsexperiment in der Emder Innenstadt in die nächste Runde. Das sorgte zunächst für Chaos.

Vor allem interessant für: Menschen, die in Emden mit dem Auto fahren

Deshalb berichten wir: Ein Leser rief uns am Freitagmittag an, dass die Friedrich-Ebert-Straße schon halbseitig gesperrt sei und es ein Verkehrschaos gebe. Wir schauten uns das vor Ort an.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

Letztgenannte Straße war durch die Einbahnstraßen-Regelung in der Neutorstraße sehr viel stärker befahren worden, was zu Beschwerden der Anwohner geführt hat. Jetzt legt die Stadtverwaltung, allen voran Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos), noch einen Gang zu beim Verkehrsexperiment. Mit der weiteren Einbahnstraße weichen Autofahrer jetzt stärker auf die Brückstraße aus.

Viele missachten Sperrung

Die Irritation war bei den Autofahrern am Freitag deutlich. In der halben Stunde, in der diese Zeitung vor Ort war, bogen deutlich mehr als 30 von ihnen falsch in die Straße ein. Es blinkten unzählige Fahrzeugführer zum Abbiegen, bemerkten dann die Sperrung. Einige bogen ab und fuhren dann wieder rückwärts bei der Sperrung wieder raus. „Wie komme ich denn jetzt nach Hause?“, fragte eine Autofahrerin gegenüber dieser Zeitung. Sie schüttelte den Kopf. „Ich fahre da jetzt trotzdem durch.“

So geht das eigentlich nicht: Viele Autofahrer missachteten am Freitag die halbseitige Sperrung und fuhren in die neu eingerichtete Einbahnstraße ein.
So geht das eigentlich nicht: Viele Autofahrer missachteten am Freitag die halbseitige Sperrung und fuhren in die neu eingerichtete Einbahnstraße ein.
Einen von der Stadt eingesetzten Kontrollposten gab es nicht. Der Bau- und Entsorgungsbetrieb (BEE) habe klar markiert durch die L-förmige Absperrung, dass niemand die Straße von der Seite aus befahren dürfe, erklärte Stadtsprecherin Theda Eilers auf Nachfrage. Ein Schild weist daraufhin, dass nur Radfahrer die Sperrung passieren dürfen.

Experiment soll „mehrere Wochen“ laufen

„Autofahren kann man in Emden besser sein lassen zur Zeit“, sagte eine Radfahrerin, die den Stau auf der Brückstraße passierte. „Das ist Verkehrschaos pur“, meinte ein Passant. Sein Geschäft – ein Schlüsseldienst – befinde sich am Ende der Brückstraße Richtung Faldernstraße, wo sich der meiste Verkehr ballte. „Keiner kann parken, kein Kunde kommt mehr rein“, sagte er. Um zu verhindern, dass sich der Verkehr wegen parkender Autos in der Straße Hinter der Halle staut, ist dort seit Freitag ein Parkverbot eingerichtet.

„Das Experiment sollte man schnell wieder abbrechen“, forderte der Passant. Von der Stadt heißt es allerdings, dass diese Straßenführung „für mehrere Wochen“ so bleiben soll. Ein genaues Datum nennt sie nicht. Nur so viel: „Der Zeitraum soll genutzt werden, um weitere Auswirkungen der Verkehrsströme im Rahmen des Modellversuchs Neutorstraße zu untersuchen. Begleitet wird der Modellversuch auch hier durch Beobachtung, Zählung und Messung sowie ein regelmäßiges Monitoring.“

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