Soziales
Hage: Grundstein für stationäres Hospiz gelegt
In Hage ist der Grundstein für ein stationäres Hospiz gelegt worden. Der Trägerverein sprach über die bisherigen Hürden, über viele Helfer und den Termin, bis zu dem alles fertig werden soll.
Hage / ISH - Grundsteinlegung? Eigentlich ist das, was man jetzt in Hage sieht, schon viel mehr. So war man jetzt auch bei dem offiziellen Festakt für das geplante stationäre Hospiz am Meer sehr angetan, das an der Straße Am Dimt entsteht. „Wenn du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz und Material zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und Arbeit einzuteilen, sondern erzähle ihnen von der Sehnsucht nach dem großen weiten Meer“, zitierte Christina Bitiq, Vize-Vorsitzende des Hospiz-Fördervereins, aus dem Buch „Der kleine Prinz“.
Das sei genau das, was sie und ihre vielen Mitstreiter seit nunmehr fünf Jahren antreibe. Das Hospiz solle einen sicheren Hafen bieten, Geborgenheit, Fürsorge, Ruhe und Sicherheit, damit auch das Lebensende in Würde und Respekt vor der Einzigartigkeit eines Menschen begleitet werden könne. Dass es schon in der Vergangenheit manche Klippe zu umschiffen gab, sagte nicht nur Bitiq. „Es gab Tage, da habe ich nicht mehr so richtig dran geglaubt“, sagte beispielsweise Schirmherr Klaus-Peter Wolf, der betonte, dass ein Hospiz alles andere sei als ein „dunkler Ort.“ Außerdem gehöre der Tod nun einmal zum Leben, ergänzte die stellvertretende Landrätin Antje Harms, die das Engagement des Fördervereins lobte. Aber solche Projekte brauchten auch Zeit und die Verwaltung, gab sie zu, sei „manchmal langsam. Aber alle haben den Bedarf gesehen.“
Verzögerungen wurden aufgeholt
Dass die Grundsteinlegung nur ein Zwischenziel ist, betonte Miriam Glave als Vorsitzende des Fördervereins. Sie hatte zu Beginn des kleinen Festakts viele Gäste begrüßt, unter ihnen Vertreter der Kirchengemeinden und der Awo als späteren Betreiber des Hospizes. Auch der leitende Architekt Peter Voss und Graf Tido zu Inn- und Knyphausen, von dessen Familie der Verein das Grundstück erworben hat, waren vor Ort, sowie viele, die das Projekt des stationären Hospizes auf verschiedenen Ebenen mit unterstützen.
Rudolf Kleen aus dem Vorstand des Hospizvereins war es schließlich vorbehalten, in einer bisher ausgesparten Ecke eine Zeitkapsel zwischen den Steinen zu versenken. Darin enthalten seien nicht nur die Baupläne, sondern darüber hinaus die guten Wünsche der Vorstandsmitglieder für das Hospiz sowie persönliche Gedanken, sagte Miriam Glave. Bisherige erste Verzögerungen am Bau seien aufgeholt worden, freute sich indes der Architekt. Das Zwei-Millionen-Euro-Bauprojekt soll im kommenden Herbst fertiggestellt sein.
„Wir hatten mit Gegenwind zu kämpfen
Die Idee für ein stationäres Hospiz wurde im Hospizverein Norden geboren. „Wir haben in unserer ambulanten Arbeit einfach den Bedarf gesehen“, erinnert sich Bitiq. Schon 2012 stellten sie und Dr. Peter Figur während einer Jahresversammlung den Mitgliedern ein erstes Konzept für den mit zwei Millionen Euro veranschlagten Bau vor. Einige Jahre blieb das Hospiz eine Vision. Ab 2016 nahm das Vorhaben mit der Gründung des Fördervereins Stationäres Hospiz dann an Fahrt auf. Aber es blieb schwierig. „Wir hatten mit Gegenwind zu kämpfen.“ Die Mitglieder brauchten Durchhaltevermögen.
Allein die Frage des Grundstücks habe den Verein zwei Jahre Zeit gekostet. Schließlich habe man aber nicht mehr warten wollen und sich entschieden, nicht weiter nach einem Grundstück in Norden zu suchen. Stattdessen habe man dann – auch dank eines großzügigen Spenders – eine Fläche in Hage gekauft. „Das Hospiz wird ja sowieso nicht nur Gästen aus Norden, sondern aus der ganzen Region und den vorgelagerten Inseln offenstehen.“