Verkehr

Damit Radfahrer besser durch Wiesmoor kommen

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 12.10.2021 08:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Besser per Rad durch Wiesmoor: Das neue Verkehrskonzept soll helfen. Symbolfoto: Pixabay
Besser per Rad durch Wiesmoor: Das neue Verkehrskonzept soll helfen. Symbolfoto: Pixabay
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Um Radfahrern das Leben in Wiesmoor einfacher zu machen, lässt die Stadt ein Verkehrskonzept erarbeiten. Dabei sind gerade die Ideen der Bürger selbst auch gefragt. Sie können online mitmachen.

Wiesmoor - Wie kann man dafür sorgen, dass mehr Wiesmoorer Lust gewinnen, aufs Rad zu steigen und das Auto stehen zu lassen? Wo stößt man als Radfahrer aktuell auf Probleme, rattert über schlechte Strecken, muss Schlaglöchern ausweichen oder um seine Gesundheit bangen, weil man in direkteste Nachbarschaft zu vorbeirasenden Autos gerät und sich vielleicht sogar die Fahrbahn teilen muss? Wie lassen sich die Ortsteile besser ans Zentrum anbinden und wie kann man sich besser mit den Nachbargemeinden vernetzen? Wo fehlen insofern Radwege? Wo kracht es häufig? Wo fahren die Wiesmoorer bislang Rad – und wo würden sie gern, können aber noch nicht? Diese Fragen sollen in Wiesmoor jetzt geklärt werden – samt Vorschlägen zur Lösung von Problemen, als Teil des Radverkehrskonzepts, das die Stadt jetzt entwickeln lässt und in das sie auch die Bürger eng einbinden will.

Was und warum

Darum geht es: Radfahrer sollen künftig sicherer und besser durch Wiesmoor fahren können.

Vor allem interessant für: Wiesmoorer und Radfahrbegeisterte

Deshalb berichten wir: Die Stadt hat Geld bereitgestellt für ein Konzept, das das Radfahren in Wiesmoor verbessern und erleichtern helfen soll.

Den Autoren erreichen Sie unter: o.cordsen@zgo.de

Als ersten Schritt auf dem Weg dorthin gab es jetzt eine öffentliche Vorstellung des Vorhabens, zu der sich rund 50 Interessierte in der KGS Wiesmoor versammelt hatten. Dort stellte das Ingenieurbüro Roelcke und Schwerdhelm (Varel) den Stand der Dinge vor – und insbesondere den sogenannten Radwege-Detektiv, bei dem Bürger selbst übers Internet auf einer Karte eintragen können, an welchen Stellen sie Probleme sehen oder Wünsche haben mit Blick auf den Radwegebau. Er ist über die Adresse www.wegedetektiv.de/wiesmoor/ erreichbar.

Lebhafte Diskussionen

„Der Auftakt war wirklich erfolgreich“, sagt Heidrun Engelbrecht, die das Projekt für die Stadt Wiesmoor koordiniert. „Wir hatten sehr lebendige Diskussionen, etwa im Anschluss an ein Video, bei dem ein Mitarbeiter des Ingenieurbüros mit einer Kamera seine Radfahrt entlang der Hauptstraße von der Einmündung des Jannburger Wegs bis zur Hauptkreuzung gefilmt hat“, fügt sie an. Gerade bei den Einfahrten zu den Einkaufszentren, bei Netto, aber insbesondere beim Kaufhaus Behrends, sei es für Radfahrer immer wieder kniffelig. „Es sind aber noch weitere Punkte benannt worden, wo Radfahrer sich Verbesserungen wünschen“. sagt Engelbrecht. „Etwa der Weg vom Marktplatz über die Bundesstraße 436 zur Schulstraße.“ Klar wurde am Abend auch der Wunsch, eine bessere Radweganbindung Wiesmoors an Friedeburg zu bekommen. „Entlang der Bundesstraße ist die Verantwortung dafür in Berlin, aber wir werden vor Ort sehen, wie wir das positiv begleiten und voranbringen können“, sagt Engelbrecht.

Viele machen online mit

Plakate, die für den Radwege-Wegweiser und das Konzept werben, hängen jetzt in Wiesmoor – auch mit QR-Codes, über die man per Handy direkt auf die Seite gelangt. Engelbrecht freut sich über die Resonanz bisher: „Der Wegweiser im Internet wird von den Bürgern wirklich gut angenommen. Wir kriegen täglich viele Emails, und die Menschen tragen ihre Hinweise eifrig auf der Online-Karte ein.“ Bis Ende Januar 2022 ist dafür noch Zeit. „Bis dahin werden wir und das Ingenieurbüro uns die Vorschläge regelmäßig ansehen.“ Insbesondere danach aber wird dann der Ideen-Kassensturz sein, dessen Ergebnisse eng ins Radverkehrskonzept eingebunden werden sollen. „Parallel beginnt das Ingenieurbüro jetzt auch, ganz Wiesmoor mit dem Rad abzufahren, um seinerseits zu zusätzlichen Ergebnissen zu kommen“, sagt Engelbrecht. Überdies können Wiesmoorer sich auch an einem Fragebogen beteiligen und Noten vergeben für verschiedene Punkte rund ums Radfahren in der Stadt, wodurch die Verantwortlichen sich weiterführende Erkenntnisse erhoffen. Er ist im Internet erreichbar über www.soscisurvey.de/wiesmoor.

Zusätzlich zur Auftaktveranstaltung mit direkter Bürgerbeteiligung, bei der Teilnehmer ihre Vorschläge auch vor Ort auf Karten einzeichnen konnten, soll ab dem November auch eine Arbeitsgruppe zu tagen beginnen, die sich dem Thema Radwege widmet. „Dabei werden die zuständigen Behörden eingebunden, weitere Kommunen, der ADFC, aber auch die Politik“, sagt Engelbrecht. „Da soll praxisnah geschaut werden, was ist nötig, was kann man wie besser machen – aber auch: Was ist machbar und was nicht?“ Auch für diese Arbeitsgruppen sei durchaus denkbar, „dass die Mitglieder gemeinsam aufs Rad steigen und sich Stellen vor Ort direkt ansehen, um die Beobachtungen und auch das Radfahren dorthin in ihre Erwägungen einzubeziehen“, sagt Engelbrecht.

Gewerbesteuer-Einnahmen helfen

Mitte kommenden Jahres soll das Konzept stehen und dann auch Grundlage künftiger Entscheidungen sein, wo Radwege saniert oder neu gebaut werden sollen und wie man die Ortsteile besser einbinden kann. „Die Prioritäten- und Aufgabenliste werden wir dann bestmöglich abarbeiten“, sagt Engelbrecht. Rund 25.000 Euro lässt die Stadt Wiesmoor sich dieses Konzept kosten. Das Geld dafür konnte sie lockermachen, nachdem die Gewerbesteuer-Einnahmen in diesem Jahr die Erwartungen um annähernd zwei Millionen Euro übertroffen haben. „Wir sind hoffnungsvoll, dass dabei etwas wirklich Gutes herauskommt“, sagt Engelbrecht.

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