Politik
SPD im Auricher Kreistag braucht keine Partner
Johannes Kleen bleibt Vorsitzender der SPD-Fraktion im Auricher Kreistag. Der Wiesmoorer strebt keine Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen oder Gruppen an. Bei einem Thema sieht er Handlungsbedarf.
Aurich - Mit Harmonie und Geschlossenheit startet die SPD-Fraktion in die neue Wahlperiode des Auricher Kreistags. Der Fraktionsvorsitzende Johannes Kleen ist in der konstituierenden Sitzung am Montagabend einstimmig wiedergewählt worden. 20 von 20 anwesenden Genossen hätten für ihn gestimmt, sagte der Wiesmoorer am Dienstag im Gespräch mit der Redaktion. Applaus kommt vom Parteinachwuchs: „Ich freue mich sehr darüber, denn mit Hansi bleibt die Fraktion in guten und erfahrenen Händen“, schreibt Hannes Langer, Vorsitzender der Ihlower Jusos, auf Facebook. Der SPD-Kreistagsabgeordnete Erich Harms aus Ihlow kommentiert: „Unser Schiff ist im ruhigen Fahrwasser. Der Kapitän hält den Kurs.“
Kleen führt die Fraktion seit zweieinhalb Jahren. Er ist Nachfolger von Jochen Beekhuis aus Großefehn, der über die Chat-Affäre gestolpert war. Er soll Frauen und Übergewichtige beleidigt haben. Beekhuis ist aus der Partei ausgeschlossen worden und gehört dem neuen Kreistag nicht an.
Größte Fraktion im Kreistag
Die SPD hat bei der Wahl am 12. September zwei Kreistagssitze hinzugewonnen und hat jetzt 25. Damit ist sie die mit Abstand größte Fraktion vor der CDU (13 Sitze). Ein prominentes neues Mitglied des Kreistags ist der SPD-Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff aus Pewsum, der mit mehr als 10.000 Kandidatenstimmen einen Rekord aufgestellt hatte.
Als größte Fraktion wird die SPD den Kreistagsvorsitzenden stellen. Der bisherige Amtsinhaber Erwin Sell scheidet aus, weil er zum Bürgermeister von Hage gewählt worden ist. Einen Nachfolger habe er bereits im Blick, sagte Kleen. Dieser sei jedoch noch nicht gewählt. Das werde aber rechtzeitig bis zur konstituierenden Sitzung des Kreistags im November passieren. Der Kreistagsvorsitzende leitet die Sitzungen.
„Wenn mich jemand anruft...“
Die SPD werde keinen Koalitionspartner suchen, sagte Kleen. „Ich sehe die Notwendigkeit nicht.“ Der Kreistag habe 58 Abgeordnete. „Darunter sind viele vernünftige Leute, die für große Mehrheiten sorgen können.“ Er werde jedenfalls niemanden von den anderen Fraktionen und Gruppen anrufen, um über eine Zusammenarbeit zu verhandeln, sagte Kleen. „Wenn mich jemand anruft, höre ich mir das natürlich an.“
Inhaltlich will sich die SPD in der neuen Wahlperiode unter anderem den Themen Kindertagespflege, Bezahlung der Busfahrer, kostenlose Schülerbeförderung und Baugebiete widmen. Seit Jahren sei die Nachfrage größer als das Angebot an Bauplätzen, sagte Kleen. Dadurch werde es für junge Leute immer schwieriger, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. „Da sehe ich Handlungsbedarf.“