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Emder Stadtsportbund: Der „Neue“ steht in den Startlöchern

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 12.10.2021 19:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Sinnbildlich: Der scheidende Chef des Stadtsportbundes, Hans-Jürgen Wehmhörner (rechts) gibt den Ball auf dem Kunstrasenplatz von Eintracht Emden JFV an seinen potenziellen Nachfolger Peter Bartsch ab. Foto: F. Doden
Sinnbildlich: Der scheidende Chef des Stadtsportbundes, Hans-Jürgen Wehmhörner (rechts) gibt den Ball auf dem Kunstrasenplatz von Eintracht Emden JFV an seinen potenziellen Nachfolger Peter Bartsch ab. Foto: F. Doden
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Beim Dachverband der Sportvereine geht eine Ära zu Ende. Hans-Jürgen Wehmhörner tritt nach fast 20 Jahren an der Spitze ab. Sein Nachfolger soll am 30. Oktober gewählt werden.

Emden - Im Emder Sport geht eine Ära zu Ende: Nach fast zwei Jahrzehnten im Amt will Hans-Jürgen Wehmhörner den Vorsitz des Stadtsportbundes (SSB) jetzt in jüngere Hände legen. Der 78-Jährige hat wenige Monate vor Ablauf seiner fünften Wahlperiode seinen Rücktritt erklärt.

Was und warum

Darum geht es: Beim Stadtsportbund Emden steht ein Generationswechsel bevor.

Vor allem interessant für: alle Mitglieder und Funktionäre der Emder Sportvereine und diejenigen, die an Sport interessiert sind

Deshalb berichten wir: Am Ende dieses Monats soll ein neuer Chef des Stadtsportbundes vorgestellt werden. Der bislang einzige Kandidat wurde jetzt vorgestellt.

Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Es sei „gut gewesen“ und wolle es nicht erleben, „dass ich mit einem neu eingebauten Fahrstuhl in die Geschäftsstelle fahren muss“, sagt Wehmhörner mit einem geradlinigen Humor, der charakteristisch für ihn ist. Er sei überzeugt, dass er guten Gewissens aufhören könne und einen Nachfolger gefunden habe, der den SSB weiterbringen kann.

Vorstand hat einen Wunschkandidaten

Der potenzielle Nachfolger steht sozusagen schon in den Startlöchern: Der Rechtsanwalt und Notar Peter Bartsch, der beim Emder Sportverein Spiel und Sport (SuS) beheimatet ist sowie in Niedersachsen als Schiedsrichter und Sportrichter einen guten Ruf genießt, ist der Wunschkandidat von Wehmhörner und des amtierenden SSB-Vorstandes. Der 45-Jährige soll am 30. Oktober beim Stadtsporttag von den Delegierten der 56 Emder Sportvereine aufs Schild gehoben werden.

Im Falle seiner Wahl wird Bartsch in große Fußstapfen treten. Denn unter der Ägide von Wehmhörner hat der SSB sich nach einer schwierigen Phase der Konsolidierung quasi komplett neu aufgestellt, modernisiert und professionalisiert sowie mehr Gewicht und Vertrauen bei den Vereinen, in der Politik und in der Öffentlichkeit gewonnen. Zudem hat sich die Dachorganisation des Emder Sports zu einem Dienstleister für die Klubs entwickelt.

Eigenes Budget für Sportstättenbau

Als einen der größten Erfolge seiner Amtszeit wertet Wehmhörner auch die Budgetierung des Geldes, das der SSB jährlich von der Stadt für den Bau von Sportstätten erhält. Die Summe ist vor einigen Jahren auf 100.000 Euro verdoppelt worden, wird vom SSB selbst verwaltet und nach objektiven Kriterien als Investitionszuschüsse an die Vereine weitergegeben.

„Wir sind in Niedersachsen der einzige Sportbund mit einem solchen Budget“, sagt Wehmhörner. Gefördert aus diesem Topf wurden unter seiner Ägide unter anderem die Erweiterungen des Bootshauses des Emder Rudervereins und der Bronshalle des Emder Turnvereins sowie der Bau beider Kunstrasenplätze in Emden.

Eigene Akzente und Schwerpunkte

Insgesamt bewegt der SSB nach Angaben von Finanzvorstand Reiner Mensen heute jährlich etwa eine Viertel Million Euro. Darin eingeschlossen sind unter anderem das Geld für Übungsleiterinnen und Übungsleiter, Zuschüsse für die Jugend sowie Zuwendungen vom Landessportbund.

Er übernehme er einen „geordneten, vernünftig strukturierten und funktionierenden Laden“, sagt Wehmhörners potenzieller Nachfolger Peter Bartsch. Er stehe vor einer spannenden und für ihn persönlich neuen Herausforderung, werde die Aufgabe dennoch „grundsätzlich gelassen“ angehen. Er wolle zwar „eigene Akzente und Schwerpunkte setzen“, aber „nicht alles über den Haufen schmeißen“, kündigt der 45-Jährige an.

Folgen der Pandemie sichtbar

Als seine erste große Aufgabe sieht es Bartsch an, die Folgen der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche zu bewältigen. „Dort gibt es viele Dinge, die aufzuholen sind“, sagt der 45-Jährige mit Blick auf hohe Bewegungsdefizite von Kindern im Grundschulalter und ausgefallene Schwimmkurse.

Eine weitere Aufgabe sei die Mitwirkung am neuen Sportentwicklungsplan, dessen erste Ergebnisse mit Handlungsempfehlungen im November vorgestellt werden sollen. „Mir ist wichtig, die Vereine und deren Mitglieder dabei mitzunehmen“, so Bartsch. Zudem will er auch neue Wege finden, Nachwuchs für die ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen zu gewinnen.

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