Berlin
Mülltonne oder Garten: Wie Sie Ihr Haustier bestatten dürfen
Der Abschied eines geliebten Haustiers ist schwer. Nach dem Tod muss sich der Besitzer noch mit der Frage beschäftigen, wie er das Tier bestatten möchte. Hier erfahren Sie, welche Regeln Sie dabei beachten müssen.
Ob nun Hund, Katze oder Meerschweinchen - irgendwann kommt der unliebsame Tag, an dem das Haustier stirbt. Als ob das nicht traurig genug wäre, müssen sich die Haustierbesitzer mit der Frage auseinandersetzen, wie es mit den sterblichen Überresten weitergeht. Eine beliebte letzte Ruhestätte ist oft der Hausmüll oder der eigene Garten. Aber Vorsicht: Sie sollten wissen, welche Bestimmungen in Deutschland gelten - im schlimmsten Fall droht bei der falschen Entscheidung ein hohes Bußgeld.
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Bis zu 15.000 Euro können zum Beispiel auf Sie zukommen, sollten Sie Ihren Hund im Wald begraben. Es sei denn, Sie bestatten Ihren verstorbenen Vierbeiner im Friedwald, der entsprechend für Haustiere gedacht ist. Diese sind jedoch rar gesät. Welche Möglichkeiten also gibt es, dem Haustier die letzte Ehre zu erweisen? Eine Übersicht.
Über die Mülltonne
Zwar wirkt die Möglichkeit, das Haustier in der Mülltonne zu „entsorgen“, ohnehin absurd, dennoch scheint es die günstigste und unkomplizierteste Variante zu sein. Seit 2004 ist die Entsorgung im Hausmüll jedoch aufgrund des „Tierischen Nebenprodukte-Beisetzungsgesetz“ nicht mehr erlaubt. Allerdings gibt es hier kommunale Ausnahmen: In Dresden zum Beispiel dürfen Tiere bis „Eichhörnchengröße“ im Hausmüll entsorgt werden. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie sich über die Bestimmung in Ihrer Kommune informieren. Hunde und Katzen sind für die hauseigene Mülltonne ohnehin gesetzlich schon zu groß - egal, wo Sie leben.
Der Garten
Grundsätzlich ist das Vergraben im eigenen Garten erlaubt - aber auch hier gibt es Regeln. Entscheidend ist die Größe: Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen oder Wellensittiche dürfen im Garten ihre letzte Reise antreten. Hunde gelten für das Begräbnis im Garten schon als zu groß. Allerdings gibt es keine festgelegten Werte in Sachen Größe und Gewicht. Hier gilt es, bei seiner Kommune oder Gemeindeverwaltung Rat einzuholen. Gänzlich ausgeschlossen ist das Begräbnis im eigenen Garten von Dackel und Co. nicht.
Sollten Sie zur Miete wohnen, müssen Sie auch Ihren Vermieter um Erlaubnis fragen. Das Grab muss mindestens 50 Zentimeter tief sein und einen Abstand von zwei Metern zur Grundstücksgrenze einhalten. Die Überreste sollten also so tief vergraben sein, dass der Kadaver nicht für andere Tiere erreichbar ist. Außerdem muss das verstorbene Haustier in Material eingewickelt werden, das leicht verrottet - Wolldecken, Zeitungen oder Handtücher.
Wichtig: Sollten Sie in einem Natur- oder Wasserschutzgebiet leben, dürfen gar keine Tiere im Garten begraben werden. Zudem sollten Sie sich bei Ihrem Tierarzt erkundigen, ob vom Kadaver gesundheitsgefährdende Krankheiten für den Menschen ausgehen. In diesen Fällen sollten Sie über eine Einäscherung nachdenken.
Die Tierkörperbeseitigungsanstalt
Wollen oder dürfen Sie Ihr Tier nicht im Garten bestatten, ist die Tierkörperbeseitigungsanstalt eine mögliche Anlaufstelle. Laut dem „Tierischen Nebenprodukte-Beisetzungsgesetz“ müssen sie tote Tiere „unverzüglich der zuständigen Tierkörperbeseitigungsanstalt“ melden und die Abholung des Kadavers veranlassen. Auf der offiziellen Seite der „Niedersächsischen Tierseuchenkasse " erfahren Sie, welche Tierkörperbeseitigungsanstalt für Sie verantwortlich ist.
Die Haustierbesitzer tragen einen Anteil von 25 Prozent an den Beseitigungskosten für die abgeholten Tiere. 100 Prozent der Transportkosten und 75 Prozent der Beseitigungskosten werden durch staatliche Zuschüsse finanziert. Sollten Sie Ihr Haustier beim Tierarzt einschläfern lassen, kümmert sich der Tierarzt um die Entsorgung bei der Tierkörperbeseitigungsanstalt. Hier können unter Umständen Kosten für die Lagerung des Tieres bis zur Abholung entstehen.
Auf dem Tierfriedhof
In Deutschland gibt es etwa 120 Tierfriedhöfe, Tierbestatter kümmern sich um die rechtlich einwandfreie Bestattung Ihres Haustiers. Hier haben Sie die Möglichkeit, zwischen einem anonymen Sammelgrab oder einem Einzelgrab zu wählen. Die Preise liegen hier im Schnitt zwischen 100 und 300 Euro, bei Sonderwünschen wie aufwändige Grabsteine, Särge oder Urnen sind die Kosten nach oben hin offen. Hinzu kommen noch die Grabmiete und wenn gewünscht auch die Grabpflege. Wollen Sie eine Grabmiete oder weitere Kosten vermeiden, können Sie Ihr Haustier auch kremieren und die Urne mit nach Hause nehmen.
Eine stille Trauerfeier, individuelle Reden bis hin zu einer Videoaufzeichnung - der Kreativität sind bei Bestattungen auf dem Tierfriedhof keine Grenzen gesetzt. All dies muss zuvor ausgiebig mit dem Tierbestatter seines Vertrauens geplant werden.
Ausstopfen lassen
Es gibt sie noch: die Tierpräparatoren. Sollten Sie sich dazu entschließen, ihr Haustier nach dessen Tod ausstopfen zu lassen, kommen Kosten zwischen 100 für Wellensittich und etwa 550 Euro für einen mittelgroßen Hund auf Sie zu.