Fußball
In der dritten Saison: Bevern gastiert erstmals bei Germania
Personell gebeutelte Leeraner erwarten am Sonntag den SV Bevern in der Fußball-Landesliga. Der Germania-Coach setzt ein minimalistisches Ziel. Derweil wird es in Firrel ein Kickers-Wiedersehen geben.
Ostfriesland - Germania Leer und der SV Bevern spielen nun in der dritten Spielzeit gemeinsam in der Fußball-Landesliga. Doch bis jetzt gab es dieses Duell noch nie im Leeraner Hoheellern-Stadion. In der Saison 2019/20 verhinderte die Corona-Pandemie das Beverner Gastspiel in Leer, in der Saison 2020/21 fiel das Duell erst aufgrund von Regenfällen buchstäblich ins Wasser, ehe es zum erneuten Saisonabbruch kam. An diesem Sonntag um 15 Uhr soll es dann aber wirklich erstmals Germania Leer gegen den SV Bevern heißen.
„Ich kann mir in Anbetracht der Plätze und des Wetterberichts nicht vorstellen, dass die Partie ausfallen wird“, sagt Germania-Trainer Christian Rosendahl. Sein Team hatte vergangene Woche mit einem 0:6 bei Hansa Friesoythe, das am Sonntag um 15 Uhr in Firrel zu Gast sein wird, die höchste Saisonniederlage hinnehmen müssen. Mit dem SV Bevern trifft Leer nun auf eine Mannschaft, die Christian Rosendahl qualitativ noch besser einstuft als Spitzenreiter Hansa. „Bevern ist das stärkste Team der Liga. Es ist enorm spielfreudig und über die Außen extrem gefährlich“, sagt Rosendahl. Dass Bevern die vergangenen vier Pflichtspiele gewonnen und sich in der Landesliga-Spitzengruppe etabliert hat, überrascht Rosendahl folglich nicht.
Leeraner Personalsorgen
Hans-Jürgen Dreckmann, Vorsitzender des SV Bevern, ist dagegen erstaunt, wie gut sich die 1. Herren in dieser Saison schlägt. „Wir haben mit 16 Feldspielern einen kleinen Kader, dazu immer wieder Verletzte zu ersetzen“, sagt Dreckmann. Vor zwei Jahren hatte sich Hans-Jürgen Dreckmann in der Landesliga einen Namen gemacht, weil er zu den Auswärtsspiele seines SV Bevern mit dem Rad angereist war. Noch immer ist er gerne auf Langstrecken mit dem Rad unterwegs. So meldete er sich bereits für die „Ruhr2NorthSea-Challenge“, einem 300-Kilometer-Rennen an einem Tag von Duisburg nach Bensersiel, im kommenden Jahr an. Doch zu allen Auswärtspartien schafft er es nicht, emissionsfrei anzureisen. „Mir fehlt beruflich bedingt etwas die Zeit“, sagt Dreckmann. Am Sonntag wird er mit dem Beverner Mannschaftsbus die Reise zum Leeraner Hoheellern-Stadion antreten. „Ich bin gespannt, da war ich noch nie“, sagt Hans-Jürgen Dreckmann.
Germania-Coach Rosendahl hat weiterhin mit argen Personalproblemen zu kämpfen. In der Vorwoche standen ihm nur elf Spieler aus dem Kader zur Verfügung. „Nun fehlt uns urlaubsbedingt auch noch Hauke Bugiel“, sagt Rosendahl. Dafür gab Torwart Joachim Groenewold wieder grünes Licht, für Diamant Dreshaj reicht es wieder für den Kader. Hinter dem grippegeschwächten Arne Zimmermann steht noch ein Fragezeichen. „Vielleicht reicht es bei ihm für 30 Minuten oder sogar eine Halbzeit“, sagt Rosendahl. „Wir müssen alles raushauen. Dann ist vielleicht ein Punkt möglich.“
Firrel hat nur einen Spielerausfall
Optimistischer und selbstbewusster geht Spielertrainer Bernd Grotlüschen mit GW Firrel das Heimspiel gegen Friesoythe an: „Nach drei Siegen in Folge merkt man, dass die Stimmung lockerer wird. Wir rechnen uns auch gegen Hansa etwas aus“, sagt Grotlüschen. Bis auf André Lücht, der nach einer Rippenprellung immerhin wieder leicht trainieren konnte, hat er keine Ausfälle zu beklagen. Für Bernd Grotlüschen ist das Spiel am Sonntag auch ein Wiedersehen mit Gerrit Thomes. Vor zehn Jahren waren sie in der Oberliga Mitspieler bei Kickers Emden. „Damals hatten wir aber noch weiter vorne gespielt“, schmunzelt Bernd Grotlüschen, der wie Thomes mittlerweile in der Innenverteidigung aufläuft.
Ebenfalls am Sonntag ab 15 Uhr ist TuRa Westrhauderfehn gefordert. Das Team von Erhan Colak ist beim Sechsten VfL Wildeshausen zu Gast. Nach einem 1:2 im Hinspiel und zwei Niederlagen in Folge ist TuRa unter Zugzwang und auf Wiedergutmachung aus. Fehlen wird neben Jasper Weber (Gelbsperre) auch Stammtorwart Hendrik Gossmann (verletzungsbedingt).
Unsere Tipps
Leer – Bevern 1:3. Es muss einiges passen, damit Leer etwas Zählbares holt. Effizienz vor dem Tor ist Pflicht. Sonst droht gegen die beste Offensive der Liga eine deutliche Pleite.
Firrel – Friesoythe 1:1. Firrel ist im Aufwind, Friesoythe nicht unschlagbar. Es wird ein offener, ausgeglichener Schlagabtausch.
Wildeshausen – Westrhauderfehn 1:2. Zuletzt fehlte TuRa das Spielglück, doch auch beim Gegner stimmten die jüngsten Ergebnisse nicht. Ein TuRa-Sieg ist möglich.