Historie
Große Bühne für Pastor Leiner in Mittegroßefehn
Die Wurzeln des Leinerstifts liegen im 19. Jahrhundert. Ein Theaterstück erzählt die Entstehungsgeschichte des ersten Rettungshauses in der Region. Mittegroßefehn wurde dafür nun auch zur Filmbühne.
Mittegroßefehn - In historischen Kostümen gekleidet und mit einem Filmteam an der Seite waren in Mittegroßefehn vor Kurzem fünf Darsteller eines Theaterstücks unterwegs für Dreharbeiten. Die kurzen Videos, die an diesen Tagen gedreht wurden, sollen bald aufmerksam machen auf ein Projekt, das zahlreiche Akteure aus der Region, aber insbesondere aus Mittegroßefehn, zusammenbringt.
Was und warum
Darum geht es: Ein Theaterstück soll die Entstehungsgeschichte des ersten Rettungshauses in Ostfriesland erzählen – aus diesem ist später das Leinerstift hervorgegangen.
Vor allem interessant für: Theaterfreunde und historisch Interessierte
Deshalb berichten wir: Kürzlich sind in Mittegroßefehn Videos gedreht worden, die als Werbung für das Theaterstück „Dat Rettungshus“ bald in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden sollen. Die Autorin erreichen Sie unter: i.kluth@zgo.de
Mit dem Theaterstück „Dat Rettungshus“ will Autorin Andrea Henkelmann die Entstehungsgeschichte des ersten ostfriesischen Rettungshauses erzählen, das Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet wurde, und aus dem später das Leinerstift hervorgegangen ist, eine diakonische Einrichtung für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. „Johann Heinrich Leiner war der erste Pastor in der Kirchengemeinde in Mittegroßefehn“, sagt Henkelmann. „Er hat das Rettungshaus initiiert, in dem verwahrloste Kinder und Jugendliche aus dem ostfriesischen Raum aufgenommen wurden.“
Darsteller mit Theatererfahrung
Pastor Leiner (1830-1868) stehe im Mittelpunkt des Theaterstücks, das in Plattdeutsch und Hochdeutsch geschrieben sei, so die Autorin. Es gebe insgesamt 30 Sprechrollen und 60 bis 70 Statisten. „Die gleiche Anzahl arbeitet im Hintergrund mit, zum Beispiel am Bühnenaufbau und an den Kostümen.“ Organisiert werde dies vom Dorfverein.
Viele der Darsteller hätten Bühnenerfahrung und kämen von Theatergruppen aus dem näheren Umkreis. Für die Regie verantwortlich sind Helmut Saathoff, ehemaliger Leiter der Niederdeutschen Bühne Wiesmoor, und Wilhelm Reuter aus Moormerland. Probestart sei Anfang November. „Es ist geplant, es im August 2022 als Freilichttheaterstück aufzuführen im Bereich der Johann-Heinrich-Leiner-Kirche in Mittegroßefehn“, sagt Henkelmann.
Videos sollen Jüngere ansprechen
Die Videos, die kürzlich in Mittegroßefehn mit fünf Darstellern aus dem Theaterstück gedreht wurden, sollen voraussichtlich Mitte/Ende November zeitgleich mit Beginn des Kartenvorverkaufs in sozialen Netzwerken gezeigt werden. Aktuell seien Niklas Bohlen, Mediengestalter beim WDR, und Ineke Reinders, Werbefachfrau, dabei, die Filme zu bearbeiten. „Die kurzen Videos sollen vor allem Jüngere ansprechen. Wir wollen Kinder und Jugendliche dafür begeistern, sich das Stück anzugucken oder vielleicht auch mitzumachen“, sagt Henkelmann.
Gedreht wurde in Mittegroßefehn an Orten, die für das Stück wichtig sind. „Es kommt zum Beispiel König Georg V. von Hannover vor, der von Alfred Alberts gespielt wird. Er hat damals den Kirchturm in Mittegroßefehn bezahlt. In einem Video steht er vor dem Kirchturm und bestaunt sein Werk“, sagt die Hobby-Autorin. In den kurzen Szenen werde nur angedeutet, was in dem Theaterstück vorkomme, aber nichts verraten.
Prinzipiell gehe es zwar in dem Stück um ein ernstes Thema, „aber es hat auch viel Humor. Es gibt Liebe, Action und Intrigen – alles, was in ein Theaterstück hineingehört“, sagt Henkelmann. Im Vorverkauf sollen die Karten für Erwachsene 18 Euro kosten, für Kinder sei der Preis reduziert.