Frankfurt am Main
Die Frankfurter Buchmesse und die Debatte um Jasmina Kuhnke
Die Frankfurter Buchmesse hat wieder einen Konflikt um rechte Verlage. Autorin Jasmina Kuhnke spricht von Rassismus. Aber kann eine Zensur im Namen des Guten die Lösung sein?
Kein Platz für Rassisten. Wer wäre nicht dafür? In der Debatte um Jasmina Kuhnke und die Absage ihres Auftritts auf der Frankfurter Buchmesse kann es dennoch keine einfache Antwort geben. Wer Verlage von einer Buchmesse ausschließen will, schränkt die Freiheit der Meinung ein. Wer das möchte, muss zum Mittel der Zensur greifen. Aber auch eine Zensur im Namen des Guten ist verwerflich. Hier weiterlesen: Neue Debatte um Rassismus auf der Frankfurter Buchmesse.
Dabei sind die Beweggründe Jasmina Kuhnkes gut zu verstehen. Für eine Frau, der Rechte mit Gewalt drohen, muss die Präsenz rechter Verlage auf der Buchmesse eine Zumutung sein. Rassismus ist unerträglich. Aber was ist, wenn aus dem Vorwurf des Rassismus eine Strategie gegen Andersdenkende gemacht wird?
Rechte Verleger machen sich diese Gewissenskonflikte zunutze. Sie spielen die Karte der Freiheit, um Inhalte zu verbreiten, die der Freiheit zuwiderlaufen. Was tun, wenn der Ausschluss kein Mittel ist? Die Buchmesse könnte die Standerlöse solcher Verlage für Projekte gegen rechts spenden - oder alle Aussteller auf einen Kodex für Menschenrechte und gegen Rassismus verpflichten.