Fußball
Topspiel-Ausgang ist egal: Die Teams werden feiern
Einen Tag nach dem Gipfeltreffen in der Fußball-Bezirksliga wird Hage-Coach Mario Look 50 Jahre alt. Mehr unter Druck steht Esens in dem Duell. Personell gebeutelte Pewsumer wollen Revanche gegen Borssum.
Ostfrieesland - Der SV Hage und der TuS Esens sind die Top-Teams der Fußball-Bezirksliga-Staffel A. An diesem Sonnabend (15 Uhr) kommt es in Hage zum Gipfeltreffen. Eines ist bereits klar: Beide Teams werden anschließend ungeachtet vom Spielausgang ordentlich feiern. „Nach dem Spiel geht es mit der Mannschaft und der Familie zu mir nach Hause“, kündigt Hages Trainer Mario Look an. In einem Zelt auf der Auffahrt soll dann in seinen 50. Geburtstag reingefeiert werden. Ein Geburtstagskind hat der TuS Esens zwar nicht in seinen Reihen. Trotzdem geht die 1. Herren im Anschluss an das Topspiel in einem Restaurant essen, ehe ein Mannschaftsabend veranstaltet wird.
Aus sportlicher Sicht steht der Gast aus Esens etwas mehr unter Druck – nicht nur aufgrund der 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel. Der TuS hat – bei jetziger Tabellenkonstellation – erst einen Zähler für die Aufstiegsrunde gesammelt, Hage bereits zehn. „Wir haben noch drei Spiele in dieser Staffel zu bestreiten, die für die Aufstiegsrunde zählen. Wenn wir da neun Punkte holen, ist die Ausgangslage in Ordnung“, stellt Esens-Coach Ralf Backhaus höchste Ansprüche an seine Mannschaft. Hages Coach Mario Look möchte sich natürlich gerne vorzeitig mit drei Punkten beschenken, sagt aber auch: „Mit allem außer einer Niederlage kann ich sehr gut leben.“
Hage gibt neues Ziel aus
Der SV Hage hat sich mit dem 1:0-Sieg am vergangenen Wochenende gegen Strudden als bisher einziges Team bereits fest für die Aufstiegsrunde qualifizieren können. Esens könnte mit einem Erfolg gegen Hage nachziehen. Während der TuS von Anfang an ausgab, ganz oben mitspielen zu wollen, strebte der SV Hage einen Platz unter den ersten vier Teams der Staffel an. „Das haben wir bravourös vorzeitig geschafft“, sagt Mario Look. „Nun haben wir ein anderes Ziel: Wir wollen so lange wie möglich ganz oben bleiben.“ Hilfreich wäre dafür ein Sieg im Spitzenspiel, das beide Teams mit einer sehr guten personellen Ausgangslage bestreiten können.
Die Partie soll auf dem Hager Rasenplatz ausgetragen werden. „Allein für die Atmosphäre wäre das schön“, sagt der noch 49-jährige Mario Look. Sollte der Platz witterungsbedingt kein Spiel zulassen, würde auf den Kunstrasen ausgewichen werden. Auf künstlichem Grün war das Hinspiel ausgetragen worden, auch das Abschlusstraining absolvierten Esens und Hage auf Kunstrasen.
Sand vom Kunstrasen gespült
Über einen Kunstrasenplatz verfügt neuerdings auch der TuS Pewsum, der Spitzenreiter der B-Staffel. Ob auf diesem Platz am Sonntag das Derby gegen BW Borssum ausgetragen werden kann, steht allerdings noch nicht fest. „Bei flutartigen Regenschauern stand der Kunstrasen dermaßen unter Wasser, dass der Sand rausgespült wurde“, sagt Pewsums Trainer Bernd Buß. „Nun ist es dort sehr, sehr glatt.“ Quarzsand sei bereits nachbestellt worden. „Wenn es möglich ist, wollen wir gegen Borssum auf Rasen spielen. Falls das nicht gehen sollte, schauen wir, ob es auf dem Kunstrasen geht“, sagt Bernd Buß, der am vergangenen Wochenende beim 2:0 gegen Großefehn gleich mehrere Schrecksekunden erlebte.
Binnen Minuten verletzte sich sein Sohn Keno Buß beim Aufprall an der Schulter und Male Risto verdrehte sich das Knie. Beide mussten ausgewechselt werden. Für sie kamen aufgrund der dünnen Personaldecke die Ersatzkeeper Nico Eden und Lasse Hoogstraat aufs Feld und zu ihren Saisondebüts. „Unsere Torhüter können alle Fußballspielen“, betont Bernd Buß. „Im Training machen sie auch unsere Übungen mit.“ Kurz vor Abpfiff gegen Großefehn wurde Nico Fischer noch übel an der Nase getroffen. Der Verdacht auf Nasenbeinbruch bestätigte sich im Krankenhaus allerdings nicht.
Die Diagnosen der Pewsumer
Während Fischer am Sonntag wieder zur Verfügung steht, werden Keno Buß und Malte Risto ausfallen. Ein Besuch bei einem Spezialisten in Westerstede am Donnerstagnachmittag ergab, dass bei Buß Flüssigkeit im Schleimbeutel und Schultereckgelenk eingelagert ist. Bei Kapitän Risto wird ein Riss des Meniskushinterhorns vermutet. Eine MRT-Untersuchung soll Aufschluss geben. Ob Torjäger Marek Hinrichs nach seiner Muskelverhärtung einsatzfähig ist, steht noch nicht fest. „Egal mit welchem Personal, wir wollen uns für das 0:3 im Hinspiel revanchieren“, sagt Trainer Bernd Buß. Es war die bisher einzige Niederlage des Tabellenführers.
Eröffnen wird diesen Spieltag das TuS-Duell zwischen Middels und Weene. Anstoß ist an diesem Freitag um 20 Uhr. Mit einem Sieg könnte der Vorletzte Middels am Tabellenfünften vorbeiziehen. Andernfalls dürfte Middels die eigentlich eingeplante Aufstiegsrunde endgültig abschreiben.