Justiz
Hohe Haftstrafen nach rassistisch motivierter Schlägerei
Ein Auricher muss wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs für drei Jahre ins Gefängnis. Auch einer seiner Brüder wurde wegen einer Schlägerei im Metadrom verurteilt.
Aurich/Ulbargen - Als Konsequenz einer rassistisch motivierten Schlägerei im Metadrom in Ulbargen (Gemeinde Großefehn) wurde der Hauptbeschuldigte am Donnerstag vom Auricher Schöffengericht zu einer hohen Haftstrafe verurteilt. Der 37-jährige Auricher muss wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs für drei Jahre ins Gefängnis.
Sein 33-jähriger Bruder wurde wegen schweren Landfriedensbruchs zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und einer Geldauflage über 1000 Euro an die Opferhilfe „Weißer Ring“ verurteilt. Der jüngste Bruder im Alter von 27 Jahren wurde freigesprochen.
Hochzeit mit 600 Gästen geriet außer Kontrolle
Alle drei haben bestritten, an der heftigen Auseinandersetzung unter dem Einsatz von Baseballschlägern beteiligt gewesen zu sein. Am 15. Juni 2019 geriet eine Hochzeit mit rund 600 Gästen kurzzeitig außer Kontrolle, weil auf dem Parkplatz vor der Lokalität ein Streit unter Beteiligung zahlreicher Personen ausgetragen wurde. Der Grund: Ein Italiener hat in die Familie eingeheiratet. Das wollten die Angeklagten und weitere Verwandte nicht akzeptieren.
Arztberichten zufolge wurden drei Menschen aus Schleswig-Holstein, eine 60-Jährige, ihr 62-jähriger Ehemann sowie eine 28-Jährige, durch den Angriff erheblich verletzt. Sie waren zu Boden gestoßen, getreten und geprügelt worden. Die drei erlitten Schädel- und Gesichtsprellungen, Hämatome und Schmerzen.
„Es ist unbegreiflich“
Nachdem sich der Italiener und seine Frau ins Auto retten konnten, wurden die Frontscheibe und die Seitentüren komplett demoliert. Es entstand ein Sachschaden von 6000 Euro, begangen aus einer Menschenmenge heraus und mit vereinten Kräften, weshalb die Angeklagten wegen schweren Landfriedensbruchs verurteilt wurden.
„Es ist unbegreiflich, wie die Staatsangehörigkeit eines Ehemanns ausschlaggebend für das Wohlbefinden einer Familie sein kann“, befand Richter Dr. Markus Gralla. Er zeigte sich empört über den Vorfall. Die rassistische Gesinnung, die aus den Taten sprach, berücksichtigte er strafschärfend.