Fußball
Tore von Germania Wiesmoor jetzt auch live in der Karibik
Germania Wiesmoor geht mit der Zeit. Nach Kickers Emden setzt der Fußball-Bezirksligist seit Kurzem auch auf Live-Übertragungen im Internet. Die Beweggründe erklärt Fußball-Obmann Mirko Hellmers.
Wiesmoor - Mit dem Live-Premieren-Tor hat es genau den richtigen erwischt. Ausgerechnet Andree Eschen, 3. Vorsitzender von Germania Wiesmoor, erzielte im Spiel der vierten Mannschaft in der Ostfrieslandklasse D gegen den VfL Mullberg II mit dem 1:0 am 8. Oktober unter Flutlicht den historischen Treffer. Funktionär Eschen hatte sich bei den nötigen Umbauarbeiten im Wiesmoorer Stadion stark engagiert. Seit wenigen Tagen hängt die Kamera am Flutlichtmast zwischen den Trainerbänken, und die Spiele von Germania Wiesmoor werden live im Internet auf der Plattform soccerwatch.tv übertragen.
Fußball-Oberligist Kickers Emden setzt schon seit einigen Jahren auf die Liveübertragungen der Heimspiele, doch jetzt ziehen noch weitere ostfriesische Fußball-Vereine nach. In Wiesmoor war die Installierung eigentlich für Anfang August geplant, doch aufgrund von Lieferschwierigkeiten beim Dienstleister bedingt durch die Pandemie verzögerte sich der Aufbau bis jetzt in den Herbst. „Wir sind froh und stolz, dass das System jetzt funktioniert und wir unseren Fans die Spiele live und kostenlos übertragen können“, erklärt Fußball-Obmann Mirko Hellmers.
Kamera installiert
Im Stadion wurde vom Essener Dienstleister soccerwatch eine Kamera installiert, die auf Bewegungen reagiert und somit automatisch das Spielgeschehen verfolgt. „Wir möchten uns neuen Dingen nicht verschließen, die digitalen Möglichkeiten nutzen und gerne ein moderner Verein sein. Alle Mannschaften, die im Stadion spielen, werden auch übertragen. Für uns ist das auch eine Wertschätzung gegenüber allen Teams“, so Hellmers. Aus Datenschutzgründen werden von Jugendspielen keine Livestreams produziert.
In erster Linie richtet sich die Liveübertragung an Anhänger, die zum Beispiel im Urlaub sind und das Geschehen trotzdem verfolgen wollen. Zudem wird von jedem Spiel automatisch eine kurze Zusammenfassung erstellt. Kommentiert werden die Partien vorerst nicht. Sorge, dass bei schlechtem Wetter möglicherweise weniger Fans die Spiele der Wiesmoorer besuchen, haben die Verantwortlichen nicht.
Keine Sorge vor Zuschauerrückgang
„Einen Stadionbesuch kann der Livestream ja in keinem Fall ersetzen. Da habe ich überhaupt keine Bedenken, dass wir Rückgänge zu befürchten haben“, meinte Hellmers. Der Verein sei nicht blauäugig an die Sache herangegangen und habe sich auch bei befreundeten Vereinen in anderen Bundesländern, die das System bereits nutzen, informiert. Die Wiesmoorer haben erst einmal einen Vertrag für die nächsten drei Jahre abgeschlossen. Je nachdem, welche Pakete die Vereine auswählen, belaufen sich die Kosten zwischen 90 und 120 Euro pro Monat. Neben der Liveübertragung und der Zusammenfassung gibt es noch ein Tool für Trainer sowie die Möglichkeit, die Streams auch zu vermarkten.
Neben soccerwatch bietet noch sporttotal.tv in Deutschland diesen Service für die Vereine an. Höherklassige Klubs sind teilweise auch dazu übergegangen, die Partien kostenpflichtig zu übertragen. Während in anderen Regionen Deutschlands schon verstärkt die Vereine auf die Liveübertragungen und Highlight-Clips setzen, war in Ostfriesland Kickers Emden der Vorreiter. Aktuell hängen Kameras in Emden, Wiesmoor und beim Social-Media-Giganten SuS Steenfelde. Bezirksligist SV Großefehn wird in Kürze nachziehen und ebenfalls das System installieren, beim VfB Uplengen laufen gerade die Überlegungen.
Der nächste Live-Stream bei Germania Wiesmoor ist hingegen schon terminiert. Am heutigen Freitag (20 Uhr) trifft die erste Mannschaft in einem Flutlichtspiel auf den VfB Uplengen – live auch in der Karibik.