Osnabrück

Ein bisschen mehr Flexibilität in Sachen Öffnungszeiten würde allen guttun

Nina Kallmeier
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Von Nina Kallmeier
| 31.10.2021 08:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
„Sorry we're closed“ wird es immer seltener heißen. Der stationäre Handel kann sich dem Wandel nicht entziehen. Foto: Oliver Berg
„Sorry we're closed“ wird es immer seltener heißen. Der stationäre Handel kann sich dem Wandel nicht entziehen. Foto: Oliver Berg
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In Sachen Öffnungszeiten sind die Fronten zwischen Gewerkschaft und Handel oft verhärtet. Dem Wandel wird sich der stationäre Handel jedoch nicht entziehen können. Ein Kommentar.

Das waren noch Zeiten: Kein Einkaufen nach 18.30 Uhr, samstags ab 14 Uhr leere Innenstädte und die Sonntagsbrötchen wurden im Ofen aufgebacken oder jene vom Vortag getoastet. Seither hat sich der gesellschaftliche Anspruch an Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen radikal verändert. Damit einher geht: Die Entwicklung in Sachen Öffnungszeiten im Handel ist nicht abgeschlossen. Im Gegenteil. Insbesondere die Sonntagsöffnung in den Innenstädten ist ein leidiges Thema. Und die Fronten zwischen Gewerkschaft und Handel vielerorts verhärtet.

Miteinander, nicht gegeneinander

Dabei wäre ein Miteinander gerade bei diesem Thema ein wichtiges Signal - nicht erst seit die Corona-Pandemie für massive Umsatzeinbußen im stationären Handel gesorgt hat. Es liegt in der Natur der Gewerkschaft, für die Rechte ihrer Mitglieder einzutreten. Sie sollte jedoch bedenken: Viele dieser Mitglieder sind einer gelegentlichen Sonntagsschicht nicht abgeneigt. Zuschläge und freie Tage zu anderen Zeiten machen sie attraktiv.

Der verkaufsoffene Sonntag alleine wird die Innenstädte nicht retten. Und es ist auch richtig: Kunden haben früher auch mit deutlich restriktiveren Öffnungszeiten ihre Einkäufe erledigen können. Doch die Rahmenbedingungen sind heute nun einmal andere, diesem Wandel kann sich der stationäre Handel nicht entziehen. Internetplattformen und Online-Shops stehen 24/7 zum Einkauf zur Verfügung - auch wenn die neuen Schuhe dann nicht gleich am nächsten Tag getragen werden können, sondern geduldig auf das Postpäckchen gewartet werden muss.

Komplette Freigabe des Sonntags ist kein Thema

Hinzukommt: In vielen anderen Bereichen - Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Bäcker und selbst mancher Supermarkt - ist die Sonntagsöffnung ganz selbstverständlich. Ganz abgeschafft werden soll die Sonntagsruhe im Handel ja gar nicht. Aber ein bisschen mehr Flexibilität würde Händlern wie Mitarbeitern zugutekommen - und für den Kunden den Reiz des Neuen erhalten.

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