Sonntagsöffnungen
Flexibilität tut allen gut
In Sachen Öffnungszeiten sind die Fronten zwischen Gewerkschaft und Handel oft verhärtet. Dem Wandel wird sich der stationäre Handel jedoch nicht entziehen können.
Das waren noch Zeiten: Kein Einkaufen nach 18.30 Uhr, samstags ab 14 Uhr leere Innenstädte und die Sonntagsbrötchen wurden im Ofen aufgebacken oder jene vom Vortag getoastet. Seither hat sich der gesellschaftliche Anspruch an Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen radikal verändert. Damit einher geht: Die Entwicklung in Sachen Öffnungszeiten im Handel ist nicht abgeschlossen. Im Gegenteil. Insbesondere die Sonntagsöffnung in den Innenstädten ist ein leidiges Thema. Und die Fronten zwischen Gewerkschaft und Handel vielerorts verhärtet.
Dabei wäre ein Miteinander gerade bei diesem Thema ein wichtiges Signal – nicht erst seit die Corona-Pandemie für massive Umsatzeinbußen im stationären Handel gesorgt hat. Es liegt in der Natur der Gewerkschaft, für die Rechte ihrer Mitglieder einzutreten. Sie sollte jedoch bedenken: Viele dieser Mitglieder sind einer gelegentlichen Sonntagsschicht nicht abgeneigt. Zuschläge und freie Tage zu anderen Zeiten machen sie attraktiv. Hinzukommt: In vielen anderen Bereichen – Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen – ist die Sonntagsöffnung selbstverständlich. Ganz abgeschafft werden soll die Sonntagsruhe im Handel ja gar nicht. Aber ein bisschen mehr Flexibilität würde Händlern wie Mitarbeitern zugutekommen – und für den Kunden den Reiz des Neuen erhalten.
@ Die Autorin erreichen Sie unter mantel@zgo.de