Der Fall Nemi El-Hassan

Der WDR verdrängt die Debatte

Ralf Döring
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Ein Kommentar von Ralf Döring
| 03.11.2021 16:58 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Brennpunkt einer schwierigen Debatte: Nemi El Hassan, die als Moderatorin der Wissenssendung „Quarks“ entlassen wurde, bevor sie angefangen hat. Foto: WDR/Tilman Schenk
Im Brennpunkt einer schwierigen Debatte: Nemi El Hassan, die als Moderatorin der Wissenssendung „Quarks“ entlassen wurde, bevor sie angefangen hat. Foto: WDR/Tilman Schenk
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Der WDR trennt sich endgültig von Nemi El-Hassan als Moderatorin der Wissenssendung „Quarks“. Dabei hat der Sender der Debatte eine ungute Wendung gegeben.

Wäre Nemi El-Hassan Antisemitin, wäre die Sache klar: Antisemiten haben nichts beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk verloren. Nun hat sich die Journalistin bei einer Demo aber 2014 vor den antiisraelischen Karren spannen lassen – aus Unwissenheit, sagt sie heute. Sie hat dafür um Verzeihung gebeten: „Ich hasse Israel nicht. Ich wünsche mir eine dauerhafte friedliche Lösung für die Region.“ Antisemitismus hört sich anders an.

Doch die Vorwürfe waren in der Welt, deshalb hat der WDR die Notbremse gezogen. Das Ergebnis der „sorgfältigen Prüfung“ klammert der WDR in der öffentlichen Debatte allerdings aus. Stattdessen spricht er nun von einem „belasteten Vertrauensverhältnis“, weil die Journalistin Likes aus sozialen Netzwerken gelöscht und der Sender das aus der Presse erfahren habe, obwohl man „im intensiven Austausch war“, wie der Sender schreibt.

Das Argument eines gestörten Vertrauensverhältnisses ist aber so unangreifbar wie pauschal. Der Sender spielt die Angelegenheit zumindest in der Öffentlichkeit zu einer Auseinandersetzung zwischen einer Bewerberin und der Personalabteilung herunter. Den Schaden hat eine junge Journalistin, deren Ruf auf dem Spiel steht – und der WDR selbst, der dem Kern des Problems ausweicht, weil er sein Wissensmagazin „Quarks“ nicht im Fokus politischer Debatten sehen will.

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