Tier und Mensch

Emden soll auf dem Wall eine Hundefreilauffläche bekommen

| | 04.11.2021 08:03 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Zwei Hunde spielen miteinander. Das ist wichtig für ihr Sozialverhalten. In Emden soll das Toben bald auf einer Freilauffläche möglich sein. Symbolfoto: Pixabay
Zwei Hunde spielen miteinander. Das ist wichtig für ihr Sozialverhalten. In Emden soll das Toben bald auf einer Freilauffläche möglich sein. Symbolfoto: Pixabay
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Die Stadt Emden plant eine Freilauffläche für Hunde auf dem Wall. Die Überlegungen sind schon weit vorangeschritten. Eine wichtige Frage bleibt aber.

Emden - Das Thema Hundefreilauffläche beschäftigt die Stadt Emden schon seit dem Sommer. Da war ein Begegnungsplatz für die Vierbeiner von Bürgern beim Ideenmanagement vorgeschlagen worden. Auf eine aktuelle Anfrage der Wählergruppe GfE beschreibt die Stadt den derzeitigen Planungsstand. Demnach wurde eine Wiese auf dem Emder Wall ins Auge gefasst. Genauer: der Gelbe-Mühlen-Zwinger, der sich zwischen der Tanzschule Löschen und dem Emder Tennis-Club befindet.

Was und warum

Darum geht es: Halter und ihre Hunde können sich bald auf ein neues Angebot freuen.

Vor allem interessant für: Hundehalterinnen und -halter in Emden, Menschen, die gerne über den Wall spazieren, dort mit dem Rad fahren oder joggen gehen

Deshalb berichten wir: Die Wählergruppe GfE hatte kürzlich den Antrag auf eine Hundefreilauffläche gestellt. Die Stadt erwiderte darauf, dass sie das bereits plane.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

Dort soll eine Fläche eingerichtet werden, die allerdings nicht eingezäunt sein soll. Die Stadt hatte sich von dem Verein Emder Hundefreunde beraten lassen, der erklärte, dass ein Zaun gegebenenfalls Aggressionen bei den Tieren fördern könnten. Man wolle stattdessen auf eine „Freifläche mit Regeln“ setzen. Der genannte Bereich habe keinen „Durchgangsverkehr“ und eigne sich dadurch optimal, so die Stadt. Mit Schildern soll bei den Zugängen darauf hingewiesen werden, dass Hunde in dem Bereich spielen und laufen könnten. Auch sollen Hundekot-Stationen mit Beuteln und Müllbehältern aufgestellt werden. Auf einem ersten Entwurf der Hinweisschilder heißt es beispielsweise: Bissige, läufige oder nicht abrufbare Hunde sollten an der Leine bleiben, Herrchen und Frauen entsorgen Hinterlassenschaften und kranke Hunde sollten das Angebot nicht nutzen.

Das sagen die Hundefreunde

Rainer Ahlers, Vorsitzender der Hundefreunde, betont auf Nachfrage, dass solche Freilaufflächen sehr wichtig für die Tiere seien. „Man sollte eine Zone schaffen, in der die Hunde auch mal unangeleint laufen dürfen.“ Einen Zaun hält er dabei nicht nur deswegen für nicht hilfreich, weil dadurch ein territoriales Verhalten der Vierbeiner gefördert werden könnte. Er sagt auch, dass Hundebesitzer nicht meinen sollten, sie geben ihre Hunde in eine eingezäunte Fläche und der Rest regle sich von selbst. „Und dann gehen sie Kaffeetrinken“, spitzt Ahlers die Beschreibung zu. Mit oder ohne Zaun gelte, dass die Halter für ihre Tiere verantwortlich sind und die Zusammenarbeit gut funktionieren muss. „Der Hund muss abrufbar sein und auf einen achten“, betont er.

Auf dieser Fläche sollen Hunde am Wall bald toben können. Fotos: Hanssen
Auf dieser Fläche sollen Hunde am Wall bald toben können. Fotos: Hanssen

Auch Heike Dänekas von den Hundefreunden hebt die klar gesetzten Regeln hervor. Sie kenne viele Hundehalter, die sich nicht an die Verhaltensregeln hielten. Das gehe so nicht. „Der Besitzer muss das Hundeverhalten einschätzen können“, sagt sie. Auch sollte klar sein, dass man mit Rangeleien zwischen den Tieren umgehen können müsse. Wenn die Fläche ohne Zaun funktionieren soll, seien die Hinweisschilder sehr wichtig und dass Hundehalter wie Passanten aufeinander Rücksicht nehmen. Radfahrern, Joggern oder Spaziergängern müsse klar sein, dass in diesem Bereich Hunde toben. Hundehalter müssen ihre Tiere im Griff haben. Hundetrainerin Rita Schoone ergänzt noch, dass man auch wissen und respektieren müsse, wenn der eigene Vierbeiner gar nicht spielen will. „Nicht alle Hunde wollen spielen“, sagt sie.

Das sagen die Kritiker

Unter einem GfE-Beitrag auf der sozialen Plattform Facebook zu der geplanten Freilauffläche haben einige Nutzer kommentiert, dass sich die Wählergemeinschaft für eine Einzäunung der Wiese stark machen solle. Das sei besser, wenn man Welpen habe und es könnten dadurch Konflikte mit Passanten vermieden werden. Das Thema insgesamt soll beim Fachausschuss des Bau- und Entsorgungsbetriebs Emden (BEE) am 6. Dezember auf der Tagesordnung stehen. Danach geht es zur finalen Entscheidung in den Rat.

Die Hunde hätten von der geplanten Freilauffläche am Wall aus auch Zugang zum Stadtgraben.
Die Hunde hätten von der geplanten Freilauffläche am Wall aus auch Zugang zum Stadtgraben.

Im August dieses Jahres wurde in Leer die erste eingezäunte Freilauffläche für Hunde eröffnet. Ein Zaun trennt dort sogar kleine von großen Hunden. Der Zaun um die 3300 Quadratmeter kostete die Stadt 29.572 Euro. Schilder mit den Nutzungsbedingungen und Verhaltenshinweisen kosteten rund 1160 Euro, der Hundekotbeutelspender 79 Euro. Auch Rhauderfehn prüft, ob ein solcher Platz in ihrer Kommune eingerichtet werden könnte, hieß es im Oktober gegenüber dieser Zeitung. In Wiesmoor ist man auf der Suche nach einer geeigneten Fläche, im Rheiderland, Ihlow und Hinte wird überlegt, und in Südbrookmerland möchte man noch einen zweiten Platz für die Vierbeiner.

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