Behörden

Bürokratie bremst Bau des Traumhauses im Rheiderland aus

Friedhelm Müller-Düring
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Von Friedhelm Müller-Düring
| 07.11.2021 19:23 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Doina Mielke aus Weener möchte ihr Haus verkaufen. Sie kann es aber noch nicht, weil eine Bauvoranfrage für ihr geplantes Holzhaus in Bunderhammrich vom Landkreis Leer nicht endgültig bearbeitet worden ist. Foto: Friedhelm Müller-Düring
Doina Mielke aus Weener möchte ihr Haus verkaufen. Sie kann es aber noch nicht, weil eine Bauvoranfrage für ihr geplantes Holzhaus in Bunderhammrich vom Landkreis Leer nicht endgültig bearbeitet worden ist. Foto: Friedhelm Müller-Düring
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Zuerst kam Doina Mielke aus Weener die Pandemie in die Quere, nun liegt ihre Bauvoranfrage für ein Holzhaus seit vielen Wochen beim Landkreis Leer. Der bestreitet, Schuld an den Verzögerungen zu sein.

Weener/Bunde/Leer - Doina Mielke aus Weener möchte seit fast zwei Jahren in Bunderhammrich an der Landesstraße ein Holzhaus bauen – doch passiert ist bislang so gut wie nichts. „Ich habe das Gefühl, dass mir immer wieder Steine in den Weg gelegt werden“, sagt sie. Ihre erste Bauvoranfrage mit den Plänen eines Papenburger Architekturbüros stellte sie bereits im Februar 2020 an die Gemeinde Bunde. Doch wegen der einsetzenden Pandemie passierte zunächst einmal nichts: Doina Mielke konnte das Bauamt nicht selbst aufsuchen.

Was und warum

Darum geht es: Im Februar 2020 hat Doina Mielke einen Bauantrag bei der Gemeinde Bunde gestellt. Doch die Sache ist kaum vorangekommen.

Vor allem interessant für: Bauwillige im Landkreis Leer

Deshalb berichten wir: Immer wieder gibt es Klagen, dass es mit Baugenehmigungen so lange dauert. Doina Mielke hat sich an unsere Redaktion gewendet.

Den Autorin erreichen Sie unter: red-rheiderland@zgo.de

Es begann ein Verfahren, das bis heute andauert: „Im Herbst hat sich das Bauamt gemeldet. Wir müssten reden, sagte man mir“, erzählt Doina Mielke. In einer schriftlichen Begründung sei die Gemeinde unter anderem nicht mit der geplanten Firstrichtung, der Dachneigung und der Farbe des Holzhauses einverstanden gewesen. Daraufhin zog Doina Mielke ihre Bauvoranfrage zurück und ließ ihre Pläne vom Architekturbüro überarbeiten.

Viele Stellungnahmen angefordert

Im Mai diesen Jahres stellte dann der Grundstücksinhaber aus Bunderhammrich, wo die Dolmetscherin und Übersetzerin ihr Holzhaus bauen will, eine neue Bauvoranfrage – mit den gewünschten Änderungen der Gemeinde Bunde. Nachdem das Bunder Bauamt diese Bauvoranfrage an das Bauamt des Landkreises Leer weitergeleitet hatte, passierte erneut erst einmal nichts, sagt Mielke: „Meinen Informationen zufolge dauert eine Bauvoranfrage bis zum Bescheid in der Regel zwischen drei und vier Wochen.“

Ein gewünschter Entwässerungsplan wurde im August nachgereicht. Doch damit nicht genug. Weil das Holzhaus an der Landesstraße zwischen Bunde und Ditzumerverlaat gebaut werden soll, musste seitens des Landkreises eine Stellungnahme der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich eingeholt werden. Die Denkmalschutzbehörde sollte ebenfalls eine Stellungnahme abgeben, da an der Landesstraße denkmalgeschützte Gulfhöfe und das bekannte Steinhaus liegen.

Doina Mielke, die seit 32 Jahren in Weener lebt, ist verzweifelt und sauer. „Ich kann mein großes Haus schlicht alleine nicht mehr unterhalten. Ich will es verkaufen und kann nicht“, schimpft sie. Wegen der ungeklärten Bauvoranfrage müsse sie immer wieder Kaufinteressenten vertrösten. „In deren Augen bin ich nicht mehr glaubwürdig“, sagt sie. Zudem werde ihr geplanter Bau wegen der steigenden Kosten immer teurer.

Letzter Kontakt im Oktober

Den letzten Kontakt mit der Baubehörde des Landkreises gab es Anfang Oktober. Der zuständige Mitarbeiter sei krank, hieß es. „Anscheinend ist beim Landkreis keiner für mein Anliegen zuständig. Immer wieder werde ich vertröstet. Es passiert einfach nichts“, sagt Mielke.

Das sieht der Landkreis Leer anders: „Die aktuelle Bauvoranfrage ist am 8. Juli 2021 beim Landkreis eingegangen. Der angeforderte Entwässerungsplan liegt seit dem 12. Oktober 2021 vor. Die positive Stellungnahme der Gemeinde Bunde zu der Bauvoranfrage ist am 18. August 2021 eingegangen. Somit ist seitens des Bauamtes anschließend die Beteiligung der weiteren Fachämter durchgeführt worden, unter anderem Amt für Wasserwirtschaft und Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Es sind bislang jedoch noch nicht alle Rückmeldungen eingegangen“, sagt Landkreis-Pressesprecher Jens Gerdes.

Landkreis: Vertretung ist geregelt

Das Bauamt des Landkreises sei bei seiner Entscheidung über die Bauvoranfrage nicht autark, sondern hinsichtlich vieler fachlicher Belange auf die Entscheidungen und Stellungnahmen anderer Behörden angewiesen, so dass keine entsprechende positive Entscheidung getroffen werden könne, solange noch entsprechende Rückmeldungen ausstehen würden.

Die Abwesenheit des zuständigen Mitarbeiters führt dem Sprecher zufolge jedoch nicht zur Verzögerung des Verfahrens, da die Zuständigkeit für die Bearbeitung von Bauvoranfragen klar geregelt sei. „Wenn der zuständige Sachbearbeiter, der in der Eingangsbestätigung mit den entsprechenden Kontaktdaten benannt ist, nicht im Dienst sein sollte, ist eine Vertretung sichergestellt“, erklärt Jens Gerdes.

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