Soziales

Wo aus Freiwilligen Helfer und Retter werden

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 09.11.2021 10:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das DRK in Hinte organisiert unter anderem Blutspendetermine. Das ist jedoch nicht die einzige Aufgabe der Organisation. Foto: Andrey Gonchar/stock.adobe.com
Das DRK in Hinte organisiert unter anderem Blutspendetermine. Das ist jedoch nicht die einzige Aufgabe der Organisation. Foto: Andrey Gonchar/stock.adobe.com
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Der Ortsverein Hinte des Deutschen Roten Kreuzes ist ein besonders aktiver. Zwei Mitglieder vom Vorstand erklären, was die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen lernen und leisten können.

Hinte - Die Feuerwehr löscht und das Technische Hilfswerk räumt: Das sind zwei Kernaufgaben, mit denen man diese beiden Organisationen sofort in Verbindung bringt. Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) ist die Sache schon komplizierter. Zwar sieht man DRK-Mitglieder bei Festen Verletzte versorgen, und mancherorts ist die Organisation auch für den regulären Rettungsdienst zuständig. Das ist aber noch lange nicht alles, wie Arne Wirth und Erik Heeren gegenüber unserer Zeitung deutlich machen. Die beiden sind selbst langjährige Mitglieder dieser Organisation und heute der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzender des Ortsvereins Hinte – eine besonders aktive Gruppe.

Was und warum

Darum geht es: Am Beispiel des Ortsvereins Hinte berichten zwei DRK-Angehörige von der Arbeit ihrer und den Anforderungen an ihre Organisation.

Vor allem interessant für: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich gerne ehrenamtliche engagieren möchten

Deshalb berichten wir: Das DRK-Hinte ist in den sozialen Netzwerken sehr aktiv. Wir haben uns gefragt, was alles zu den Aufgaben des Vereins gehört.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Das sei auch der Grund dafür, dass die Hinteraner im Dezember vom Bundes- und Landes-DRK entsprechende Sonderehrungen erhalten werden, kündigt Wirth an. Zudem erinnert er an den Ehrenamtspreis „Helfende Hand“ des Bundesinnenministeriums, für den die Hinteraner mit nominiert sind.

Von der Weihnachtsaktion bis zum Katastrophenschutz

Wirth unterteilt das Kerngeschäft der Hinteraner in mehrere Bereiche. Zum einen gebe es die Bereitschaftsabteilung mit ihren Sanitätsdiensten, die zum Beispiel bei Konzerten, Jahrmärkten und anderen Veranstaltungen aufpasse. Die dazugehörigen Helfer würden außerdem Brände, Verkehrsunfälle oder „Großschadenslagen“ absichern und seien zusammen mit anderen DRK-Vereinen sowie der Feuerwehr im Katastrophenschutz eingebunden. „Darunter fallen auch gemeinsame Dienstabende und Übungen sowie Ausbildungen in Erster Hilfe“, so Wirth weiter.

Ein weiterer Teilbereich seien die Wohlfahrt und die Sozialarbeit. Dazu zähle die Organisation von jährlich fünf Blutspendeterminen, die Unterstützung der Kleiderkammer der Gemeinde Hinte und die Planung von Seminaren und von internationalen Begegnungen. Darüber hinaus unterstütze man zur Weihnachtszeit das Projekt Hinteraner Wunschbaum sowie eine Weihnachtsaktion für Seniorinnen und Senioren in der Gemeinde. Und dann sei da noch der vierte Teilbereich, die Gemeinschaftsübergreifende Zusammenarbeit (GüZ). In die seien sowohl aktive als auch passive Mitglieder aller DRK-Gemeinschaften eingebunden, um zusammen Dienstabende abzuhalten, große Veranstaltungen oder Sozialprojekte zu planen.

Jugendliche dürfen Mitschüler versorgen

Es gebe aber auch Sonderaufgaben. So habe man den Landkreis Aurich durch Krankentransporte entlastet und sei für Personen einkaufen gegangen, die zur Corona-Risikogruppe zählen oder sich in Quarantäne befinden. Auch Flutopfern habe man geholfen.

Es gibt aber auch noch das Jugendrotkreuz (JRK) – die „Küstenretter“ – und Kurse sowie andere kostenlosen Angeboten für Kinder und Jugendliche. Zuständig für das JRK ist Erik Heeren. Laut ihm gibt es das JRK in Hinte seit 1984 und umfasse unter anderem den Schulsanitätsdienst und die Juniorhelfer. Der Sanitätsdienst richtige sich an Kinder ab der fünften Klasse, die grundlegende Erste Hilfe lernen würden. Am Emder Max-Windmüller-Gymnasium und an der IGS Hinte würden sie Zugang zum jeweiligen Sanitätsraum bekommen und könnten sogar Kinder mit kleineren Verletzungen versorgen oder sich um sie kümmern, bis diese von ihren Eltern abgeholt werden. Zudem würden die Helfer bei Schulveranstaltungen mitwirken und ebenfalls für die Corona-Risikogruppe einkaufen. Auch ein Bereitschafts-Handy werde unter den Freiwilligen verteilt, so Heeren. „Man ist immer im Zweierteam unterwegs. Eine Person beruhigt und die andere versorgt.“

Keine Vorkenntnisse erforderlich

Bei den Juniorhelfern handle es sich um Grundschulkinder, denen man das Ganze noch etwas spielerischer und theoretischer beibringe. Sie würden auch noch keine eigenen Dienste übernehmen, aber beispielsweise lernen, einen Notruf abzusetzen. „Es soll ihnen die Angst genommen werden, Erste Hilfe zu leisten“, erklärt der 2. Vorsitzende. Neben den schulinternen Gruppen gebe es darüber hinaus noch eine freie Jugendgruppe, bei der immer freitags 15 Kinder mitmachen würden.

Laut Wirth zählen die Rotkreuzler in Hinte 150 Mitglieder. „Aktiv engagieren sich regelmäßig 40 Personen bei uns. Die Altersstruktur liegt bei den Aktiven zwischen 16 und 45 Jahren. Bei den Passiven 65 Jahre aufwärts.“ Und was sollte man mitbringen, falls man mitmachen möchte? „Die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegungen haben sieben Grundsätze, die eben auch unser Ehrenamt beim DRK Hinte bestimmen.“ Das sind Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. „Wir beim DRK Hinte leben dies täglich in unserer Arbeit und heißen alle herzlich willkommen, die sich diesen Grundsätzen anschließen möchten. Dafür braucht es keine besonderen Kenntnisse oder Vorerfahrungen.“ Jeder müsse selbst entscheiden, wie viel Zeit er oder sie für dieses Ehrenamt investieren kann.

Das DRK Hinte habe seine Ursprünge im Väterländischen Frauenverein, welcher am 10. Juli 1909 gegründet und 1914 in das DRK eingegliedert worden sei. „Damals, wie heute, umfasst das Einzugsgebiet die Ortschaften Cirkwehrum, Groß-Midlum, Hinte, Osterhusen und Westerhusen.“

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