Kriminalität
Mutmaßlich illegale Sparkassen-Kredite: Ermittlungen dauern an
Die Staatsanwaltschaft durchsuchte im vergangenen Jahr ostfriesische Sparkassen – wegen mutmaßlich illegaler Kreditvergaben. Wir haben bei den Ermittlern nach dem aktuellen Stand gefragt.
Osnabrück/Ostfriesland - Die Ermittlungen der Osnabrücker Korruptionsstaatsanwälte gegen ostfriesische Sparkassen-Mitarbeiter und Immobilienunternehmer dauern an. Das teilt Christian Bagung, Pressesprecher der Behörde, jetzt auf Nachfrage der Redaktion mit. Demnach gebe es in zwei Monaten eventuell Neuigkeiten in dem Fall. Im Fokus der Ermittler stehen möglicherweise windige Kreditvergaben: Unseren Recherchen zufolge soll es beispielsweise darum gehen, dass Kredite für Schrottimmobilien an Menschen vergeben worden sein sollen, die nicht kreditwürdig waren.
Die Staatsanwaltschaft wirft insgesamt sechs Personen unter anderem Bestechlichkeit oder Bestechung im geschäftlichen Verkehr vor. Der Drahtzieher bei der Sparkasse Aurich-Norden hat unseren Informationen zufolge inzwischen gekündigt, auch ein mutmaßlicher Komplize bei der Sparkasse Emden ist dort nicht mehr beschäftigt. In Emden soll es keine illegalen Geschäfte gegeben haben – weil die internen Schutzmechanismen frühzeitig angeschlagen hätten. Die Pressestelle der Auricher Sparkasse hatte uns gegenüber von „wenigen potenziell gefährdeten Kreditarrangements“ gesprochen.
Wann die Osnabrücker Ermittlungen abgeschlossen sein werden, ist noch unklar. Im Mai hatte die polizeiliche Zuständigkeit gewechselt. Bagung hatte uns damals mitgeteilt: „Die nunmehr mit der Sache befassten Beamten sind insbesondere für Wirtschaftsdelikte besonders geschult und haben sich weiterhin mit der Sicherung des Materials und der Aufarbeitung der Akten befasst.“ Unklar bleibt zunächst, wie und wem die Machenschaften aufgefallen sind. Ein Insider hatte gesagt, dass er davon ausgehe, dass bei einer Routinekontrolle Auffälligkeiten bemerkt worden seien.