Osnabrück

Stromfresser: Drei Tipps, um viel Energie und Geld zu sparen

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 10.11.2021 11:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wäsche waschen und trocknen: Im Haushalt lauern viele Stromfresser. Foto: Christin Klose/dpa
Wäsche waschen und trocknen: Im Haushalt lauern viele Stromfresser. Foto: Christin Klose/dpa
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Die Energiepreise steigen weiter an. Ein Experte erklärt, welche Haushaltsgeräte richtig Strom fressen. Worauf Sie achten müssen, um viel Energie und Geld zu sparen.

Für die Dinge des täglichen Lebens müssen Verbraucher derzeit tiefer in die Tasche greifen als 2020. Auch im Oktober ist die Inflationsrate weiter gestiegen: Dem Statistischen Bundesamt zufolge verteuerten sich Waren und Dienstleistungen in Deutschland gegenüber dem Vorjahresmonat um durchschnittlich 4,5 Prozent. Der größte Preistreiber ist die Energie: Sie kostete im Oktober 18,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Da kann es sich lohnen auf die größten Energie- und Stromfresser im Haushalt zu achten.

Welche das sind, weiß Norbert Hermes. Als Stromsparhelfer bei der Caritas Arbeits- und Dienstleistungsgesellschaft macht er Stromchecks bei einkommensschwachen Haushalten, die Preiserhöhungen besonders deutlich zu spüren bekommen. Haushalte, die den Angaben zufolge bislang dieses Angebot in Anspruch genommen haben, konnten so ihre Energiekosten um durchschnittlich 172 Euro pro Jahr reduzieren.

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Kühlschränke, Wäschetrockner und Wasserbereitung als Stromfresser

Hermes schaut sich die Stromrechnungen an und misst Verbrauchswerte von Waschmaschine, Kühlschrank und Co.. Häufig stößt er dabei immer auf die drei gleichen wesentlichen Kostenfaktoren: „Kühl- und Gefrierschränke, Wäschetrockner und eine elektrische Wasserbereitung sind die schlimmsten Energiefresser.“

Das aber muss nicht so bleiben. Denn schon mit einfachen Mitteln lässt sich laut Hermes der Verbrauch senken. Ein Überblick:

1. Stromverbrauch von Kühl- und Gefrierschränke senken

Kühl- und Gefrierschränke machen im Strombudget einen dicken Posten aus, insbesondere wenn sie älter sind. „Alte Kühl- und Gefrierschränke haben locker einen Stromverbrauch von 500 Kilowattstunden pro Jahr, bei neueren liegt der Wert hingegen bei 150 Kilowattstunden“, sagt Hermes. Bei einem Durchschnittspreis von 30 Cent je Kilowattstunde macht das Mehrkosten in Höhe von rund 105 Euro im Jahr. „Ein neuer Kühlschrank rechnet sich da schnell.“ Bei Neuanschaffungen rät Hermes auf die Energieeffizienzklasse zu achten. Die Energielabel wurden vor Kurzem neu eingestuft, seither ist für Kühlgeräte das dunkelgrüne A die höchste Effizienzklasse.

Im Inneren des Kühlschranks ist die Temperatur entscheidend. Laut Hermes bringt jedes Grad sechs Prozent Stromersparnis. „Acht Grad sind ausreichend, bei Gefriergeräten minus 18 Grad“, empfiehlt der Experte. Und auch der Standort des Gerätes spielt eine Rolle: „Der Kühlschrank sollte wegen der Wärmeabstrahlung nicht zu eng an der Wand stehen“, sagt Hermes. „Und was die wenigsten wissen: Wenn er innen zu leer ist, frisst er auch mehr Strom.“ Ansonsten gilt: Kühlschranktüren nicht zu lange offenlassen und gekochte Speisen erst abkühlen lassen, ehe sie hineingestellt werden.

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2. Stromfresser Wäschetrockner: Wäscheleine als Alternative

Ein weiterer großer Energiefresser und damit Kostenfaktor ist laut Hermes der Wäschetrockner, vor allem wenn es sich um ältere Kondensat- oder Ablufttrockner handelt. Diese benötigen fast doppelt so viel Energie wie die neueren Wärmepumpentrockner. Letztere verbrauchen bei sieben Kilogramm Fassungsvermögen je Trockengang ungefähr zwischen 1,5 und 2 Kilowattstunden. „Bei einer intensiven Nutzung kann das schnell teuer werden“, sagt Hermes. Er rät zur radikalen Verhaltensänderung: „Eine Wäscheleine schlägt jeden Trockner.“ Wer vorher dreimal die Woche den Trockner benutzt hat, kann so übers Jahr gerechnet immerhin über 90 Euro sparen.

Auch beim Waschen lässt sich laut Hermes Energie sparen. Hier gilt:

3. Elektrische Warmwasserbereitung besonders teuer

„Wer sein Warmwasser über Boiler oder Durchlauferhitzer mit Strom erwärmt, ist gekniffen“, sagt Hermes. Denn im Schnitt werden pro Person jährlich 500 Kilowattstunden Energie für die Wassererwärmung zum Duschen, Baden und Spülen benötigt. Mit Strom kostet dies pro Person rund 150 Euro im Jahr. „Das ist mindestens viermal so teuer wie mit Gas“, sagt Hermes. Um Energie und Geld zu sparen, sollten Verbraucher daher mittelfristig auf andere Energieträger wie zum Beispiel Photovoltaik umsteigen. Wem das nicht möglich ist, rät Hermes zu einem Sparduschkopf. Dieser mischt Wasser mit Luft und senkt damit die Wassermenge, die erwärmt werden muss. „Dadurch lassen sich beim Duschen immerhin 25 bis 30 Prozent an Energie einsparen.“

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