Corona-Pandemie

Gefangen im Déjà-vu

Michael Clasen
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Ein Kommentar von Michael Clasen
| 11.11.2021 20:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Gibt den Corona-Kurs vor: Olaf Scholz (SPD) Foto: Nietfeld/DPA
Gibt den Corona-Kurs vor: Olaf Scholz (SPD) Foto: Nietfeld/DPA
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Olaf Scholz ist noch nicht Kanzler, aber er übernimmt bereits die Rolle des obersten Corona-Bekämpfers. Ein nationaler Kraftakt ist nötig. Ganz lässt sich die Katastrophe aber nicht mehr abwenden.

Olaf Scholz konnte sich nicht länger wegducken. Als geschäftsführender Vize-Kanzler und künftiger Kanzler durfte er nicht mehr tatenlos zusehen, wie immer größere Regionen Deutschlands von der vierten Corona-Welle getroffen werden. Es ist jetzt sein Job, die historische Krise zu meistern. Angesichts der sich füllenden Intensivstationen und der Warnungen von Ärzten verlieren selbst die wichtigen Ampel-Koalitionsgespräche an Bedeutung.

Eindeutige Schwachstelle sind die Intensivstationen. Wie kann es sein, dass es dort jetzt weniger Betten gibt als zu Beginn der ersten Corona-Welle? Die Kündigungswelle vieler Pfleger hätte verhindert werden müssen. Da die Inzidenzzahlen in Deutschlands Sorgenregionen mit riesigen Impflücken explodieren, ist es nur noch eine Frage von Tagen, bis dort die Kapazitäten erschöpft sind. Andere Länder müssen sich jetzt deshalb darauf vorbereiten, zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen. Gleichzeitig muss die Impfkampagne in den Krisenregionen massiv verstärkt werden. Schärfere Regeln und mehr Druck reichen nicht. Beim Boostern muss jetzt dringend Tempo her. Das betrifft nicht nur ältere Menschen. Schulen und Kitas müssen zwingend offenbleiben. Dass die Schwächsten die Fehler ausbaden müssen, darf sich nicht wiederholen. Dieses Déjà-vu sollte Deutschland in diesem Winter erspart bleiben.

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