Politik
Munteres Gedrängel um Ämter und Posten in Aurich
Bei der konstituierenden Sitzung des Stadtrats gab es vier Nominierungen für die Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters. Das überraschte alle und stellte die Verwaltung vor eine Herausforderung.
Aurich - Auf eine Polonaise warteten die rund 20 Zuschauer bei der konstituierenden Sitzung des Auricher Stadtrats am Donnerstag vergebens. Das Datum hätte eine solche Demonstration ausgelassener Lebensfreude in anderen Regionen vielleicht gerechtfertigt: Der 11. November ist in den feierwütigen Hochburgen traditionell der Auftakt der närrischen Saison. Hans-Gerd Meyerholz (GFA) nutzte den Karneval bei seiner Begrüßung als Überleitung, um allen 41 Ratsmitgliedern „viel Freude und Spaß bei der Arbeit in dem Gremium für die kommenden fünf Jahre zu wünschen“. Meyerholz eröffnete die Sitzung als ältestes Ratsmitglied.
Das sieht die Geschäftsordnung so vor. Es gab ja noch keine Ratsvorsitzende oder noch keinen Ratsvorsitzenden. Die Wahl schien eine unspektakuläre Sache zu werden, sollte man meinen. Die SPD als stärkste Fraktion schlug Ingeborg Hartmann-Seibt vor. Als Hilde Ubben (AWG) darauf hin Arnold Gossel, den Fraktionsvorsitzenden der CDU, ins Gespräch brachte, war klar, dass das Wahlergebnis nicht einstimmig ausfallen würde. Arnold Gossel lehnte das Amt mit Hinweis auf seinen Fraktionsvorsitz ab. Damit habe er genug zu tun.
Wallsterin musste gleich ran
Gila Altmann (Grüne) beantragte geheime Wahl. Das Ergebnis: 31 Ja-Stimmen, acht Enthaltungen. Ingeborg Hartmann-Seibt wird von Monika Gronewold (CDU) vertreten. Die Wallsterin musste gleich aktiv werden, weil Ingeborg Hartmann-Seibt krankheitsbedingt nicht an der Sitzung teilnehmen konnte.
Ein gutes Signal für die Zukunft
Entscheidung über Kita-Grundstück vertagt
Zusammensetzung der Fraktionen ändert sich
Munteres Gerangel gab es dann um das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters. Artur Mannott (CDU), Antje Harms (SPD), Gila Altmann (Grüne) und Menko Bakker (FDP) standen zur Wahl. Die Verwaltung war mit diesem Andrang überfordert, vorbereitet waren nur Stimmzettel mit drei Kandidaten. „Wir improvisieren“, kündigte Stadtsprecher Johann Stromann an. Die Kandidaten zeigten sich teilweise selbst überrascht von ihrer Nominierung. „Was? Ich?“, entfuhr es der Grünen-Fraktionschefin Gila Altmann spontan. Doch noch in derselben Sekunde kriegte sie sich wieder ein und sagte: „Warum eigentlich nicht?!“ Gewählt wurden Artur Mannott und Antje Harms.
Umweltausschuss fällt an die Grünen
Die Verteilung der Plätze in den Ausschüssen sieht ansonsten folgendermaßen aus: Fünf Sitze für die SPD, jeweils vier Sitze für CDU, zwei für die Grünen. Die AWG und die FDP sind jeweils mit einem Sitz vertreten. Die Linke und die GFA sind nur noch beratend in diesen Fach-Gremien tätig.
Die SPD/GAP sitzt dem Ausschuss für Soziales (Ingeborg Hartmann-Seibt), Schule/Bildung/Kultur (Volker Rudolph) sowie Wirtschaftsförderung (Stefan Scheller) vor. Der Finanzausschuss wird von der CDU geleitet, und zwar von Bodo Bargmann. Über die restlichen beiden Ausschüsse hätte eigentlich das Los entscheiden sollen. Die Fraktionen hatten sich allerdings im Vorfeld verständigt. So ergab sich folgende Verteilung: Die Christdemokraten werden außerdem den Vorsitz des Bau- und Sanierungsausschusses (Manfred Möhlmann) übernehmen. Der Umweltausschuss fällt an die Grünen, die am Donnerstag noch nicht wussten, wem sie die Leitung antragen werden.