Verkehr
Führt Verkehrsexperiment in der Neutorstraße vermehrt zu Unfällen?
In der Emder Neutorstraße lenken gelbe Markierungen und Bodenwellen den Verkehr. Sie haben aber auch schon drei Unfälle verursacht.
Emden - Sie sollen den Verkehr in der Neutorstraße lenken. Doch durch die Separatoren – so heißen die auf die Straße aufgebrachten Bodenwellen – kam es in den vergangenen Wochen zu drei Unfällen. Am Dienstag vergangener Woche passierte der aktuelleste Unfall in der Emder Neutorstraße. Nach Erkenntnissen der Polizeiinspektion Leer/Emden war eine Frau mit ihrem Rad auf der mittleren Fahrradabbiegespur gestürzt, weil sie eine der neuen Bodenwellen touchierte. Die Radfahrerin, eine 62-Jährige aus Emden, verletzte sich durch den Sturz laut Polizei schwer. Die Separatoren sollen eigentlich im Verkehrsexperiment, das derzeit noch in einer der Hauptverkehrsadern der Stadt läuft, Radfahrer schützen, indem sie Autos die Fahrbahnen vorgeben.
Zuvor war bereits eine Fußgängerin in der Nähe über eine Bodenwelle gestürzt und hatte sich den Ellenbogen gebrochen. Vor gut zwei Wochen verletzte sich eine weitere Frau schwer am Kopf, nachdem sie auf einem der provisorisch auf der Fahrbahn markierten Zebrastreifen gestolpert und gestürzt war. Die Fahrbahnmarkierungen lösen sich oft von der Straße und rollen sich auf. Regelmäßig erneuert der städtische Bau- und Entsorgungsbetrieb diese. Aber: Auch zur Zeit des Sturzes hatten sich derartig aufgerollte Bereiche auf dem Zebrastreifen befunden.
Das sagen Polizei und Stadt Emden
Eine Antwort auf die Frage, ob die Separatoren möglicherweise eine Gefahrenquelle darstellen und dadurch mehr Unfälle geschehen, können so weder die Stadt noch die Polizei geben. Auf Nachfrage bei der Polizei erklärt Sprecherin Svenia Temmen, dass es ihrem Eindruck nach in der Neutorstraße auch während des Verkehrsexperiments keine „extreme Häufung an Verkehrsunfällen“ gibt. Allerdings sei die Unfallstatistik, wenn man sie heranzöge, nicht speziell auf die Neutorstraße zu münzen. „Dafür gibt es keine Auswertung“, erklärt sie. Man könne also nicht direkt vergleichen, ob es während des laufenden Experiments mehr Unfälle in genau dieser Straße gebe als zuvor.
Laut Stadt habe es bislang zwei Beschwerden über das Beschwerdemanagement der Stadt Emden gegeben. Zudem hätten sich an der Neutorstraße zwei Personen verletzt. Die Stadt drückte darüber gegenüber der Redaktion ihr Bedauern aus. Derzeit würden die Einzelfälle geprüft. Eine weitere Auskunft dazu könne man nicht geben, heißt es aus der Pressestelle. „Natürlich sind wir bemüht, die Sicherheit für sämtliche Verkehrsteilnehmende bestmöglich sicher zu stellen“, versichert die Stadt. Allerdings müsse sich auch jeder Verkehrsteilnehmer stets mit der gebotenen Vorsicht im Straßenverkehr fortbewegen. In der vergangenen Woche seien Markierungsarbeiten durchgeführt worden. Diese ersetzen die Fahrbahnmarkierungen, die sich zwischenzeitlich gelöst hatten, erklärt die Stadt.