Fußball

Wetzel und Elfmetertor lassen Kickers jubeln

| | 17.11.2021 22:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Tido Steffens gehörte in einer eher blassen Kickers-Offensive noch zu den stärkeren Akteuren. Fotos: Doden
Tido Steffens gehörte in einer eher blassen Kickers-Offensive noch zu den stärkeren Akteuren. Fotos: Doden
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Kickers Emden hat die Aufstiegsrunde in der Fußball-Oberliga sicher. Die Emmerling-Elf gewann am Mittwoch mit 1:0 gegen Heeslingen. Der überragende Mann stand im Emder Tor.

Emden - Ein bärenstarker Jannik Wetzel im Tor und ein von Holger Wulff verwandelter Handelfmeter haben am Mittwochabend für einen ausgelassenen Jubel in Blau gesorgt. Dank des 1:0-Sieges im Topspiel der Fußball-Oberliga gegen den Heeslinger SC ist Kickers Emden die Aufstiegsrunde nun auch rechnerisch sicher. Dagegen muss Heeslingen um jene noch mächtig zittern. „Es war ein harter Kampf. Wir haben bis zum Ende an einen Sieg geglaubt“, sagte Emdens Kapitän Bastian Dassel nach Abpfiff.

Nachdem das Kickers-Heimspiel am Sonntag gegen Eintracht Celle (3:0) einer Rutschpartie geglichen hatte, waren die Platzbedingungen am Mittwoch deutlich besser. Und das, obwohl es zwischen 17.30 und 18.30 Uhr über dem Ostfriesland-Stadion stark geregnet hatte. „Wir haben alles versucht, um den Platz bestmöglich bespielbar zu machen“, sagte der Kickers-Vorsitzende Dr. Jörg Winter vor der Partie. „Wir haben an weichen Stellen Sand draufgekippt und noch mal die Pumpen angestellt.“

Stamm-Dreierkette sorgt für Sicherheit

Dennoch fragte Schiedsrichter Alexander Herbers (Raspo Lathen), zu dessen Assistenten mit Kai Steffens (TuS Esens) auch ein Ostfriese gehörte, vor dem Anstoß beide Trainer, ob sie denn auf dem tiefen Geläuf spielen möchten. Sowohl Emdens Trainer Stefan Emmerling als auch Heeslingen-Coach Lars Uder gaben grünes Licht.

Es gab viele Zweikämpfe. Das Tor des Tages erzielte Holger Wulff (blaues Trikot) per Elfmeter.
Es gab viele Zweikämpfe. Das Tor des Tages erzielte Holger Wulff (blaues Trikot) per Elfmeter.

Vor 503 zahlenden Zuschauern entwickelte sich ein Spiel mit vielen Zweikämpfen, aber kaum Torchancen. Spielerisch kamen beide Teams in der ersten Hälfte nicht zu einer guten Möglichkeit. Das lag weniger an dem ab und zu holprigem Geläuf, sondern vielmehr an der gut stehenden Defensivabteilung beider Teams. Emmerling konnte wieder auf seine Stamm-Dreierkette – bestehend aus Alagie Jabbie, Bastian Dassel und Milad Faqiryar – bauen. Zuletzt hatte Faqiryar wegen einer Sprunggelenksverletzung pausieren müssen.

Elfmeter-Aufreger und Rot nach Abpfiff

Wenn es gefährlich wurde, dann durch Standards. Vor Emder Ecken und langen Einwürfen in Strafraumnähe schienen die Heeslinger gehörig Respekt gehabt zu haben. So war der HSC bei der Ausführung jedes Mal mit allen elf Spielern im eigenen 16er. Dennoch fiel aus einem Freistoß von Holger Wulff aus dem Halbfeld fast das 1:0, da Gästetorwart Arne Exner den Ball durch die Hände flutschen ließ (8.). So kullerte das Leder knapp am Tor vorbei. Glück hatte Kickers unmittelbar vor der Pause, als Kevin Rehling den Ball nach einer Kopfballverlängerung aus gut zwei Metern an die Latte statt ins Tor bugsierte.

Spieldaten

Emden: Wetzel; Jabbie, Dassel, Faqiryar – Goosmann, Sillah – Visser (90. +1 D. Goguadze), Wulff, Konda – Steffens, N. Goguadze (63. van der Werff).

Tor: 1:0 Wulff (Handelfmeter, 88.).

In der zweiten Halbzeit blieb es chancenarm. Gefährlicher waren die Gäste. So konnte sich Wetzel bei Schüssen aus rund zehn Metern auszeichnen (62./79.). Kickers setzte dagegen keine offensiven Akzente. Das änderte sich in der 87. Minute: Nach einem Pass von Tido Steffens sprang dem Heeslinger Oliver Warnke der Ball an die Hand. Es gab Strafstoß, den Holger Wulff unten rechts verwandelte. Auf Heeslinger Seite hatte der Elfmeterpfiff für Aufregung gesorgt. „Wenn das ein Elfer ist, dann hätten wir auch zwei bekommen müssen“, polterte HSC-Coach Lars Uder, dessen Ersatzspieler Björn Müller nach Abpfiff für eine Schiribeleidigung noch die Rote Karte kassierte. Anders sah das Emdens Trainer Stefan Emmerling, der mit seiner Ehefrau, seiner Tochter und seinem Enkelkind mächtig familiäre Unterstützung auf der Tribüne hatte. „Es war ein Handspiel. Sonst wäre Darlin van der Werff frei durch gewesen“, sagte Emmerling. Nachdem Wetzel, dem sein Trainer eine „Riesenleistung“ bescheinigte, in der Nachspielzeit glänzend per Fußabwehr gegen Raoul-Mamadi Cissé pariert hatte, war der 1:0-Sieg perfekt und der Jubel im Ostfriesland-Stadion groß.

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