Fußball
Hintes Superserie: Seit 641 Tagen jubelt immer Schwarz-Gelb
Die Fußballer des TuS Hinte verloren zuletzt im Februar 2020. Seitdem folgte Sieg auf Sieg. In dieser Woche könnten die TuS-Kicker eine besondere Marke knacken.
Hinte - Es gibt reichlich Gründe, ein wenig neidisch auf die Fußballer des TuS Hinte zu blicken. Seit drei Jahren verfügen sie über einen wunderschönen Kunstrasen. Im Frühjahr 2021 kam ein Vereinsheim modernster Kategorie hinzu. Aber wirklich einzigartig in Ostfriesland und Umgebung ist die sportliche Bilanz der Kicker aus der A-Klasse. Denn Niederlagen sind ebenso in Vergessenheit geraten wie Unentschieden. Seit 641 Tagen gibt es nur noch Jubel in Schwarz-Gelb. Die letzte Pleite datiert vom 21. Februar 2020.
Damals unterlag die Mannschaft von Trainer Matthias Voss mit 0:2 gegen TuRa Westrhauderfehn II. Es folgte nicht nur Corona, sondern zwischenzeitlich auch eine Siegesserie, die ihresgleichen sucht. In der Mini-Saison 2020/21 stoppte der Corona-Abbruch den Siegesrausch des Spitzenreiters nach sieben Erfolgen in Serie.
Sechs Spieler hatten Corona
Doch weder der Abbruch vor einem Jahr, die Sommerpause oder der kürzlich im Team zirkulierende Coronavirus mit gleich sechs infizierten Spielern stoppte den Erfolgskurs. Der TuS Hinte thront einsam und allein mit der Maximal-Ausbeute von 33 Punkten aus elf Spielen auf Platz eins der A-Klasse (Staffel 4).
In den vergangenen 641 Tagen kam der TuS auf 18 Punktspielsiege in Folge. „Theoretisch könnten wir am Freitag Nummer 20 schaffen“, sagt Matthias Voss. Denn wegen des Corona-Ausbruchs in der Mannschaft und der damit verbundenen Zwangspause folgt nun ein Nachholprogramm mit drei Spielen in fünf Tagen. Heute Abend tritt der Spitzenreiter in Twixlum an, am Freitag in Bingum und am Sonntag das Heimspiel gegen RW Emden/Kickers II.
Aucher Erster der Fairnesstabelle
„Wir schauen gar nicht so sehr auf unsere Serie“, sagt der Trainer. „Wir setzen uns andere Etappenziele.“ So könnte der TuS heute mit einem Erfolg die Meisterschaft in der A-Klassen-Staffel perfekt machen. Der Coach ist froh, dass seine Mannschaft nach der Infektionswelle direkt wieder in die Spur gefunden hat. Denn mit sechs Infizierten war der TuS arg gebeutelt. Allerdings trugen die allesamt geimpften Kicker keine größeren Beschwerden davon. „Alle sind wieder im Einsatz.“ Zwei Wochen allerdings setzte der TuS sicherheitshalber komplett mit dem Training aus. Danach folgte Anfang November auf Anhieb ein 4:1-Erfolg über BW Filsum.
Neben der stolzen Serie von 18 Siegen hat der TuS Hinte nebenbei noch andere Bestmarken aufgestellt. So katapultierte sich Patrick Poppen am Freitag auf Platz eins der Torschützenliste. Er erzielte alle vier Tore beim 4:2 über Detern und steht nun bei zehn Saisontoren. Noch etwas glücklicher macht den Trainer eine andere Spitzenposition. „Wir führen auch mit großem Abstand in der Fairnessliste.“
Vom Basketballer zum Kicker
Die TuS-Kicker langten bei ihren Erfolgen offenbar nie allzu derbe hin und kassierten erst neun Gelbe Karten. Beim Zweitplatzierten sind es bereits 23. Und auch bei allen anderen ostfriesischen A-Klassenteams stehen mindestens 20 Verwarnungen zu Buche.
Trotz all dieser Erfolge wagt der Trainer immer wieder mal Experimente. So schonte er am Freitag gegen Detern etliche Stammkräfte und belohnte zwei Talenten aus der Reserve wegen starker Trainingsleistungen mit Einsatzminuten. Die Brüder Simon und Niklas Dörr überzeugten den Trainer vollends. Vor allem Niklas Dörr verblüffte den Coach. Denn der Emder spielte 14 Jahre lang Basketball, ehe er sich vor einem Jahr beim TuS anmeldete, um es mal mit dem Ball am Fuß zu probieren. „Ein echtes Talent“, lobt Matthias Voss.
Beim TuS Hinte klappt eben derzeit alles – selbst wenn ein Basketballer im linken Mittelfeld stürmt. Kein Wunder, dass die Erfolge auf allen Ebenen auch Ambitionen beim Trainer wecken. „Wir möchten schon gerne den Aufstieg in die Kreisliga schaffen.“ Wer über eine Anlage von Landesliga-Format verfügt, der möchte sich schließlich nicht ewig mit Erfolgsserien in der A-Klasse bescheiden.