Osnabrück

Rolex und jede Menge Gold: Schmuck der Familie Holt unter dem Hammer

Dirk Fisser
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Von Dirk Fisser
| 24.11.2021 18:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Handschellen statt Rolex: Hendrik Holt vor dem Landgericht Osnabrück. Foto: Swaantje Hehmann
Handschellen statt Rolex: Hendrik Holt vor dem Landgericht Osnabrück. Foto: Swaantje Hehmann
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Die Luxusfahrzeuge sind schon weg, jetzt kommen weitere hochpreisige Gegenstände aus dem Besitz der teils unter Betrugsverdacht stehenden Familie Holt unter den Hammer: Rolex-Uhren und Goldschmuck werden derzeit meistbietend versteigert.

Die Holts pflegten einen teuren Lebensstil - wie teuer, davon kann sich jetzt jeder im Netz einen Eindruck machen. Im Auftrag des Insolvenzverwalters Malte Köster werden derzeit mehr als 100 Luxusgegenstände versteigert. Auktionsschluss ist am Dienstag, 7. Dezember.

Je nach Objekt müssen potenzielle Bieter tief in die Tasche greifen. Der höchstpreisige Gegenstand ist eine Herrenarmband-Uhr der Marke Rolex Modell „Platin Daytona“. Der Startpreis wird im Netz mit 73.000 Euro angegeben. Den Zuschlag erhält am Ende der Höchstbietende. Noch liegt kein Angebot vor.

Die Uhr soll Hendrik Holt dem Vernehmen nach bei Geschäftsterminen getragen haben. Uhrenkundigen Geschäftspartnern blieb neben dem Habitus des Jungunternehmers aus dem Emsland auch sein Schmuck in Erinnerung. Zur Versteigerung stehen ebenso versilberte Manschettenknöpfe, darauf als Emblem ein H wie Holt.

Ob das entsprechende Auftreten geschäftsfördernd wirkte? Immerhin schlossen drei internationale Konzerne mit Holt Verträge und übersahen dabei, dass der Emsländer und seine Mittäter ihnen weitgehend oder komplett frei erfundene Windparkprojekte verkauften.

Das angeklagte Quintett - Hendrik Holt, seine Mutter, sein Bruder, eine Schwester sowie Heinz L. - soll so mehr als zehn Millionen ergaunert haben. Alle Holts haben im derzeit vor dem Landgericht Osnabrück laufenden Prozess gestanden.

Einnahmen fließen in Insolvenzmasse

Der Erlös aus der parallel zum Gerichtsverfahren stattfindenden Online-Versteigerung soll in die Insolvenzmasse fließen und damit den Gläubigern zu Gute kommen. Das sind neben anderen die drei betrogenen Konzerne. Am Ende könnte mit der Versteigerung ein sechsstelliger Betrag erzielt werden. Allein die Startgebote für insgesamt drei Rolex-Uhren kratzen zusammengerechnet an der Hunderttausend-Euro-Marke.

Darüber hinaus werden zahlreiche Goldschmuck-Stück versteigert: Ringe, Ohrringe, Armbänder, Ketten. Auch Taschen, Handtaschen und Tücher von Luxusmarken wie Louis Vuitton sind Teil der Auktion.

Das mit der Versteigerung beauftragte Unternehmen „HT Hanseatische lndustrie-Consult“ aus Hamburg bietet für alle Interessierten einen Besichtigungstermin nach vorheriger Anmeldung am 2. Dezember an. Mitgeboten werden kann auf www.ht-kg.de. Die Ausgabe der Artikel soll offenbar noch vor Weihnachten erfolgen.

Auf diversen Immobilienportalen wird derweil nach wie vor die Familienvilla in Bakum, Landkreis Vechta angeboten. Zuletzt war der Mindestpreis für das Anwesen von 2,2 auf 1,6 Millionen Euro gesenkt worden. 

Interessenten müssen allerdings ein Pferd auf dem weitläufigen Grundstück halten. Die Holts hatten diese Vorschrift offenbar missachtet.

Bereits verkauft ist der Fuhrpark der Holts. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Malte Köster kam dabei eine Summe von 620.000 Euro zusammen. Es handelte sich um insgesamt fünf Fahrzeuge der Marken Bentley, Porsche und Mercedes.

Der Prozess vor dem Landgericht wird am Donnerstag fortgesetzt. Den Angeklagten drohen mehrjährige Haftstrafen.

Weiterhören: Der Fall Holt im Podcast „Windmacher“.

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