Innenstädte
Was Emden alles in seiner Innenstadt vorhat
Mit Hilfe von EU-Mitteln will Emden in der Innenstadt bis zum Frühjahr 2023 einiges umsetzen und anschieben. Die Projekte werden konkreter. Der Stadtrat soll sie im Dezember beschließen.
Emden - Die Stadt Emden will in den nächsten Wochen ein weiteres Bündel von Projekten zur Belebung der Innenstadt auf den Weg bringen. Darüber wird der Rat voraussichtlich am 9. Dezember entscheiden. Die Vorhaben haben ein Gesamtvolumen von 1,09 Millionen Euro. 90 Prozent dieser Summe stammen aus EU-Mitteln und fließen als Zuschüsse des Landes aus dem Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“. Damit will Hannover die Folgen der Corona-Pandemie für die Stadtzentren abmildern.
Der Plan, der bereits seit einigen Wochen steht und in den meisten Fraktionen sowie anderen Gremien schon diskutiert wurde, umfasst insgesamt 24 Einzelpunkte. Ursprünglich sollte der Ratsausschuss für Wirtschaft, Hafen, Tourismus und Digitales dieses Programm bereits am Dienstag beschließen. Die Entscheidung wurde aber vertagt, weil die Gruppe „Grüne feat. Urmel“ noch nicht abschließend darüber beraten hat.
Der Zeitplan ist eng
Die Zeit drängt. Denn die Projekte müssen bis spätestens Ende Juni des kommenden Jahres beim Land beantragt und bis Ende März 2023 umgesetzt werden. Als erste Maßnahme aus dem Maßnahmen-Katalog will die Stadt einen Innenstadtmanager befristet einstellen, der die Umsetzung der Projekte begleitet. Diese Stelle wurde bereits im Oktober ausgeschrieben, nachdem die Politik mit einigem Murren zugestimmt hatte.
Unstrittig waren hingegen Investitionen für eine neue Weihnachtsbeleuchtung, die in den vergangenen Tagen bereits in vielen Teilen der Innenstadt installiert worden ist. Unter dem Projekttitel „Weihnachtsstadt“ hat die Stadt auch neuartige Lichtinstallationen sowie „Märchenfenster“ in leerstehenden Läden angekündigt.
Außerdem sind unter andrem folgende Projekte geplant:
Neues Leitsystem für Besucher: Die Stadt will ein stationäres und digitales Leitsystem einrichten, das Besuchern die Orientierung in der Innenstadt erleichtert sowie Kunden gezielt nach Interessen und Themen durch die Innenstadt und zu Geschäften lenkt. Über das eigene Smartphone sollen die Nutzer sich dabei zusätzlich informieren können.
Eine eigene Marke: Die Innenstadt soll zu einer eigenen Marke werden, mit der sich sowohl der Einzelhandel als auch die Gastronomie unter anderem mit einem Logo einheitlich nach außen darstellen. Vorgesehen ist, auch den Wochenmarkt mit dem Fokus auf regionale Produkte einzubinden. Zu diesem Vorhaben gehört auch ein Einkaufs- und Gastroführer.
„Emder Kultursommer“: Mit dem „Emder Kultursommer“ soll eine Klammer für die vielfältigen Veranstaltungen im Stadtzentrum geschaffen werden, mit der auch überregional geworben wird. Zudem will die Stadt kleinere Kulturveranstaltungen anschieben sowie Kleinkünstler auftreten lassen, um die City zu beleben.
Neue Bänke und Spielgeräte: Die Stadt möchte die Innenstadt buchstäblich aufmöbeln. Es sollen zusätzliche Bänke, Sonnenschirme und Spielgeräte aufgestellt werden, die den Aufenthalt und das Verweilen attraktiver machen. Vorgesehen sind dafür Flächen, die außerhalb von Veranstaltungen frei sind. Dazu gehört unter anderem der Neue Markt.
Interaktiver Spielparcours: Rund um den Delft soll ein interaktiver Spielparcours entstehen, der als Themen die lange Tradition der Heringsfischerei in Emden und das maritime Erbe der Stadt aufgreift.
Neuer Lieferdienst: Als Modellprojekt skizziert die Stadt einen Lieferdienst, der die Einkäufe von Kunden des Innstadthandels nach Hause liefert. Diesen Dienst soll ein externer Anbieter übernehmen. Er soll auf das Stadtgebiet begrenzt bleiben.
Drei Saisonläden: In der Fußgängerzone Zwischen Beiden Sielen will die Stadt drei leerstehende Läden anmieten, die zu günstigen Konditionen jeweils für einen Zeitraum von drei Monaten an wechselnde Interessenten vergeben werden.
Mietzuschüsse für neue Geschäfte: Nachgedacht wird über einen Fonds, aus dem Betreiber von neuen Geschäften bis zum März 2023 einen Mietzuschuss in Höhe von 20 Prozent der marktüblichen Miete erhalten können.
Museumsquartier und Pop-up-Museum: Es soll ein Konzept für ein Museumsquartier entwickelt werden. Ziel ist es, das Image Emdens als kulturelles Zentrum Ostfrieslands zu stärken. Dazu sollen die Museen und Traditionsschiffe in der Stadt besser vernetzt werden. Außerdem ist geplant, in einem großen und leerstehenden Laden mit einer Fläche von mehr als 500 Quadratmeter für ein Jahr lang ein sogenanntes Pop-up-Museum einzurichten.
Förderung des Radverkehrs: Die Infrastruktur für den Radverkehr in der Innenstadt soll verbessert werden. Geplant sind weitere Abstellmöglichkeiten für Räder sowie Ladestationen für E-Bikes, sogenannte Ampeltrittbretter für Radfahrer und eine Fahrradreparaturstation.
Neues für den Stadtgarten: Die Stadt möchte die Infrastruktur für Veranstaltungen im Stadtgarten verbessern, damit aufwendige Aufbauten nicht mehr notwendig sind. Außerdem soll die Beleuchtung der Bäume auf diesem Platz so eingerichtet werden, dass sie auch außerhalb von Veranstaltungen eingeschaltet werden kann.
Mehr Licht für den Delft: Der Delft als ein touristisches Juwel soll lichttechnisch besser in Szene gesetzt werden. Geplant ist eine sogenannte Effektbeleuchtung, die Anlieger nicht stören soll.
Leuchtturmprojekt Dachbegrünung: Als Leuchtturmprojekt beschreibt die Stadt die Dachbegrünung eines öffentlichen Gebäudes. Dort sollen sich Eigentümer von Immobilien über Möglichkeiten und Vorteile dieser dem Klimaschutz und der Natur dienenden Gestaltung von Dachflächen informieren können. Auch das Thema Photovoltaik soll dort vorgestellt werden.
Nutzung der VHS-Werkstätten: Es ist vorgesehen, ein Konzept für Nutzung der Werkstätten an der Emder Volkshochschule in Auftrag zu geben, das die Interessen von verschiedenen Institutionen berücksichtigt und das Thema Bildung als Schwerpunkt hat.
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