Stadtbild

Verlässt die „Heureka“ für immer den Emder Delft?

| | 26.11.2021 16:02 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die „Heureka“ ist ein stattliches Segelschiff mit drei Masten und damit ein beliebtes Fotomotiv im Emder Delft. Foto: Hanssen
Die „Heureka“ ist ein stattliches Segelschiff mit drei Masten und damit ein beliebtes Fotomotiv im Emder Delft. Foto: Hanssen
Artikel teilen:

An diesem Sonntag soll die Barkentine „Heureka“ den Emder Delft verlassen. Vieles deutet daraufhin, dass sie nicht mehr zurückkehrt.

Emden - Wenn am Sonntag die Eisenbahnbrücke über den Emder Binnenhafen für drei Stunden öffnet, werden sich einige Schiffe in Bewegung setzen. Das Feuerschiff „Amrumbank/Deutsche Bucht“ soll zurückkehren, das AG-Ems-Ausflugsschiff „Atlantis“ den Delft verlassen - und auch die Barkentine „Heureka“ soll auslaufen. Das Holzsegelschiff liegt seit 2013 mitten in der Stadt und ergänzt bislang das maritime Bild. Jetzt deutet vieles darauf hin, dass die „Heureka“ Emden sogar für immer den Rücken kehrt.

Was und warum

Darum geht es: Im Emder Delft könnte sich eine große Lücke auftun.

Vor allem interessant für: Emderinnen und Emder, Fans des Maritimen, Schiffsbegeisterte

Deshalb berichten wir: Wir hatten von mehreren Seiten gehört, dass die „Heureka“ für immer gehen soll und sind der Sache nachgegangen.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

In den sozialen Medien wird spekuliert, dass das Schiff an russische Investoren verkauft worden sei und endgültig abtransportiert werde. Die Instandhaltungskosten seien für den Inhaber Alexander Göhring zu teuer geworden. Es habe keinen anderen Ausweg mehr gegeben, heißt es. Bislang hat sich Göhring auf Nachfrage nicht zu der Situation geäußert. Anfang des Jahres hatte er allerdings bereits gegenüber dieser Zeitung geklagt, dass er sich mit der Arbeit im Stich gelassen fühle und kaum mit Reparaturen hinterherkomme. Am Mittwoch bestätigte ein Arbeiter auf der „Heureka“, der ausschließlich Russisch und ein wenig Englisch sprach, dass Göhring nicht mehr der Kapitän sei. Mehr wollte der Mann nicht zu der Situation sagen, er müsse Reparaturen durchführen.

Eisenbahnbrücke bleibt nach Sonntag vorerst dicht

Der „Heureka“ wurde bereits vor knapp zehn Jahren von der Berufsgenossenschaft Schiffssicherheit in Hamburg ein Auslaufverbot erteilt - aus Sicherheitsgründen. Nötige Zertifikate lagen damals offenbar nicht vor. Im Hafen darf sie zwar frei fahren, darüber hinaus müsste sie aber geschleppt werden. Seit 2013 liegt die Barkentine im Delft, zuvor war sie als Gastschiff mit Restaurant im Neuen Binnenhafen an der Seeschleuse festgemacht. Der Betrieb war allerdings von der Stadt verboten worden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet worden war.

So sah die „Heureka“ im Jahr 2015 von innen aus. Foto: Archiv/Päschel
So sah die „Heureka“ im Jahr 2015 von innen aus. Foto: Archiv/Päschel

Die AG Ems, die für die Liegeplätze im Delft zuständig ist, wollte auf Nachfrage nichts zur „Heureka“ sagen. Unternehmenssprecherin Corina Habben wollte weder bestätigen noch verneinen, dass der Liegeplatz für immer verlassen werde. Dass der Delft durch ein mögliches Verlassen des großen Segelschiffs weniger attraktiv und regelrecht leer gefegt sein könnte, meint sie nicht. Im Winter seien häufig weniger Schiffe vor Ort, außerdem sei es ein stetes Kommen und Gehen. Das Kommen aber ist nach Sonntag von der Deutschen Bahn abhängig. Die störanfällige Eisenbahnbrücke soll nämlich repariert werden - Dauer ungewiss. Damit große Schiffe in den Delft einlaufen können, muss sie aber aufklappen können.

Ähnliche Artikel