Amateursport
Kabinen: Kein Zutritt für ungeimpfte Sportler
Nach der neuen Corona-Verordnung müssen die Vereine ab sofort wichtige Punkte bedenken. Für ungeimpfte Sportler wird die Lage ungemütlich: Der Zutritt zu den Kabinen ist untersagt.
Ostfriesland - Während in Bayern der Wettkampfbetrieb im Amateursport schon wieder unterbrochen und die Sportler vorzeitig in die Winterpause geschickt wurden, geht es in Ostfriesland auf den Plätzen und in den Hallen noch um Punkte. Nach der neuen niedersächsischen Corona-Verordnung kommen auf die Vereine allerdings auch schon am Wochenende neue Herausforderungen zu.
In der momentanen Warnstufe 1 gilt beim Hallensport für Sporttreibende und Zuschauer die 2G-Regel. Beim Spielbetrieb unter freiem Himmel gilt für Sportler und Zuschauer die 3G-Regel, in Duschen und Umkleiden schon die 2G-Regel. Ungeimpfte Spieler dürfen somit ab sofort nicht mehr die Umkleiden betreten.
Immer noch Kickers-Spieler ungeimpft
Mit dem Thema muss sich auch Fußball-Oberligist Kickers Emden vor dem wichtigen Heimspiel am Sonnabend (14 Uhr) gegen den TuS Bersenbrück beschäftigen. Vor knapp zwei Wochen erklärte Kickers-Vorsitzender Dr. Jörg Winter, dass vier holländische Spieler noch ungeimpft seien. Auch wenn Coach Stefan Emmerling nicht ins Detail gehen wollte, bestätigte er, dass es nach wie vor noch ungeimpfte Spieler in seinem Kader gebe.
„Wir sprechen natürlich regelmäßig mit den Spielern und versuchen, auf sie einzuwirken und sich impfen zu lassen. Aber es bleibt natürlich eine persönliche Entscheidung.“ Er hoffe sehr, dass sich die Spieler in Kürze den Pieks geben lassen werden. So ist aber davon auszugehen, dass einige Kickers-Spieler die Ansprache von Emmerling vor dem Heimspiel am Sonnabend nicht werden mitverfolgen können. Auch das Duschen nach der Partie ist somit verboten. „Das wäre natürlich eine völlig ungewohnte Situation. Aber wir werden uns da ganz klar an die Vorgaben halten“, meinte Emmerling.
2G-Regel in Emden für die Zuschauer
Bei den Zuschauern kündigte der Verein schon für das Bersenbrück-Spiel eine Verschärfung an. Ähnlich wie beim Landesliga-Derby in Westrhauderfehn am Mittwoch gehen die Emder somit einen Schritt weiter als es laut neuer Verordnung nötig wäre. Für die Besucher im Ostfrieslandstadion wird die 2G-Regel angewendet. So kann es auch in Emden am Sonnabend ähnlich wie zuletzt in der Bundesliga dazu kommen, dass möglicherweise ungeimpfte Spieler auf dem Platz um Punkte kämpfen, während für die Zuschauer auf den Rängen die 2G-Regel gilt. Ein entsprechender Genesungsnachweis oder Impfnachweis sei beim Einlass am Sonnabend bereitzuhalten, heißt es in der Pressemitteilung des Vereins. Ausgenommen von der Regelung sind alle Zuschauer unter 18 Jahren.
Mit ähnlichen Problemen hat auch Fußball-Landesligst GW Firrel beim heutigen Auswärtsspiel in Papenburg (20 Uhr) zu kämpfen. Ein Spieler der Grün-Weißen hat bisher lediglich die erste Impfung erhalten, ein zweiter ist noch komplett ungeimpft. Trainer Bernd Grotlüschen macht sich bereits Gedanken, ob er die Ansprache an die Mannschaft möglicherweise auf dem Platz halten wird.
Impfthematik in Leer und bei TuRa 07
Mehr mit den großen sportlichen Problemen muss sich Michael Zuidema bei Germania Leer beschäftigen. Der sportliche Leiter hatte nach der 1:2-Niederlage im Derby eine schlaflose Nacht hinter sich, die Impfthematik in seinem Team ist für ihn dagegen kein großes Thema. „Bei uns ist ein Spieler noch nicht geimpft. Allerdings ist noch gar nicht klar, ob er am Sonntag gegen Wilhelmshaven überhaupt zum Kader gehören würde“, erklärte Zuidema, der selber schon die dritte Dosis erhalten hat.
Etwas unklar ist auch noch die Lage bei Derby-Sieger TuRa 07 Westrhauderfehn. „Nach meinem Wissensstand sind alle unserer Spieler geimpft. Wir werden das vor dem Abschlusstraining aber noch einmal thematisieren, damit wir da völlige Klarheit vor der wichtigen Partie haben“, meinte Coach Erhan Colak. Am Sonntag steht für TuRa 07 das „Sechs-Punkte-Spiel“ beim direkten Konkurrenten Sparta Werlte an.