Berlin

Robert Habeck bei Maybrit Illner: „Jetzt machen Sie den Oppositionsclown“

Laurena Lynn Erdmann
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Von Laurena Lynn Erdmann
| 26.11.2021 13:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Robert Habeck beim Bund-Länder-Forum der Grünen. Bei Maybrit Illner diskutierte er über die aktuelle Corona-Lage. Foto: dpa/Kay Nietfeld
Robert Habeck beim Bund-Länder-Forum der Grünen. Bei Maybrit Illner diskutierte er über die aktuelle Corona-Lage. Foto: dpa/Kay Nietfeld
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Donnerstagabend diskutieren Robert Habeck, Norbert Röttgen, Volker Wissing mit zwei Journalistinnen über Corona und die Ampel-Koalition. Im Raum stand die Frage, wer eigentlich Schuld an der aktuellen Lage ist.

Donnerstagabend waren die Ampel-Politiker Robert Habeck (Grüne) und Volker Wissing (FDP) sowie CDU-Politiker Norbert Röttgen zu Gast bei Maybrit Illner. Sie diskutierten mit der „Spiegel“-Journalistin Christiane Hoffmann und der Journalistin Henrike Roßbach von der „Süddeutsche Zeitung“ über die notwendigen Maßnahmen gegen die Pandemie.

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Forderung nach schnellem Handeln 

„Es müsste jetzt gehandelt werden und es hätte im Grunde schon lange gehandelt werden müssen“, fordert Hoffmann. „Wie konnten wir überhaupt in diese Lage kommen? Wie konnte es passieren, dass Deutschland mit der Erfahrung, die es in der Pandemie schon gesammelt hat, in die Lage gekommen ist, dass das Ausland über uns den Kopf schüttelt?“ Die Journalistin spricht davon, dass das „kein gutes Zeichen für die neue Regierung ist.“ 

Norbert Röttgen räumt ein, dass „sowohl die gegenwärtige Regierung als auch die ins Amt kommende Regierung Versäumnisse zu verantworten hat.“ Beide Regierung müssten jetzt noch handeln.

Momentan helfe es aber nicht Schuldfragen zu stellen, so Röttgen. „Es wäre ein Zeichen von Überparteilichkeit, wenn die Noch-Kanzlerin und der neue Kanzler vor die Bürgerinnen und Bürger treten und eine Ansprache halten. Wir haben keine Zeit mehr.“

Robert Habeck sieht die Schuld bei der jetzigen Regierung

Habeck erklärt, dass „es für die kommende Regierung nicht leicht ist; weil sie nicht den Apparat hat, auf der Wissengrundlage die richtigen Entscheidungen zu treffen, die der andere Apparat zur Verfügung hat. Von der scheidenden Regierung ist dies aber zu erwarten.“ Außerdem seien die Menschen „träge“. Dem widerspricht Hoffmann: „Es geht doch nicht um Trägheit. Politische Führung bedeutet, dass man eine Situation, die man erkannt hat, adäquat einschätzt und dann auch die entsprechenden Maßnahmen ergreift. Das ist die Definition von politischer Führung.“ Weiter kritisiert sie Habeck für die Aussage, dass der Ampel-Regierung das Expertenwissen fehlte: „Das überzeugt mich nicht im Geringsten. Es gab ausreichend Experten, die Ihnen gerne und ständig Rede und Antwort gestanden hätten. Jetzt im Nachhinein zu sagen, dass man es nicht wusste, schockiert mich auch als Bürgerin.“ 

Kritik von Röttgen - Habeck platzt der Kragen

Auch Röttgen kritisiert die sowohl die Ampel als auch Habeck und ruft sie zur Verantwortung auf: „Sie sind jetzt in der Verantwortung, Sie haben die Mehrheit im Parlament, Sie haben die ersten Gesetze gemacht. Sie können doch jetzt nicht so tun, als seien sie im Tal der Ahnungslosen gewesen und wüssten von nichts etwas.“ Habeck widerspricht, dass habe er nicht gesagt. Der Grüne-Politiker fügt hinzu: „Das ist nicht ihr Niveau eigentlich, oder? Sie wollten gerade die Hand reichen und jetzt machen sie hier den Oppositionsclown.“

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