Stadtgestaltung

Carolinengang soll grüner werden - auch ohne Blutbuche

Gabriele Boschbach
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Von Gabriele Boschbach
| 26.11.2021 15:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Fläche am Carolinengang soll neu gestaltet werden. Foto: Boschbach
Die Fläche am Carolinengang soll neu gestaltet werden. Foto: Boschbach
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Im Mai wurde die vom Brandkrustenpilz befallene Blutbuche gefällt. Das Gelände am Carolinengang soll ganz neu gestaltet werden. Dazu gehört auch eine Pflasterung. Auf die wartet man jetzt.

Aurich - Auch sechs Monate nach der Fällung ragt noch ein Stumpf der Blutbuche am Carolinengang in Aurich aus dem Erdreich. Was tritt an die Stelle des gefällten und vom Brandkrustenpilz befallenen Baumes? Was passiert mit dem Wurzelballen? Im Hintergrund wird derzeit offenbar mit Hochdruck an der Beantwortung dieser Frage gearbeitet. Nach Informationen unserer Redaktion soll das Areal, auf dem die Blutbuche stand, neu gestaltet werden. Bevor das passieren kann, muss der Stumpf weg. Dafür kommen mindestens zwei Verfahren in Betracht.

Was und warum

Darum geht es: Stillstand am Carolinengang: Wie lange noch?

Vor allem interessant für: Baumfreunde und Passanten in Aurich

Deshalb berichten wir: Weil es zunächst hieß, dass bereits im Herbst ein neuer Baum in die Erde gebracht werden soll. Wir haben uns danach erkundigt, warum das nicht passiert ist.

Die Autorin erreichen Sie unter: g.boschbach@zgo.de

Der Baum kann mit Hilfe einer Stubbenfräse zermalmt werden. Eine rotierende Frässcheibe, die sich von oben auf den Kopf des Stumpfs setzt, zerkleinert das tote Holz Schicht um Schicht. Der Nachteil: Bei diesem Verfahren bestünde die Gefahr, dass das vom Brandkrustenpilz immer noch kontaminierte Material sich in Form von Sporen verteilt und andere Bäume infiziert. Bei dem zweiten Verfahren würde der Wurzelballen komplett ausgegraben.

Gastronom will keine Notpflasterung

An der Stelle wird ein neuer Baum gepflanzt. Das soll nach Aussage von Laura Rothe von der Stadt Aurich koordiniert werden mit der geplanten Neupflasterung des Carolinengangs. Die steht nämlich noch an. „Ich habe mich gegen eine sogenannte Notpflasterung ausgesprochen“, sagte Arno Fecht auf Anfrage dieser Zeitung. Der Gastronom und Eigentümer des „Hirschen“, einer Kultkneipe am Carolinengang, dringt zusammen mit Felix Kranz darauf, dass die Fläche so schnell wie möglich ordnungsgemäß gestaltet wird. Felix Kranz hat das Haus am Georgswall gekauft, in dem früher die Kneipe Kattul ansässig war.

Auch er hat deshalb Interesse daran, dass die unmittelbare Umgebung pfleglich aussieht. „Vor Kurzem hat Felix Kranz einen Zaun entfernt, der das Grundstück abgetrennt hat. Das war schon sehr hilfreich. Die Frequenz in der Lohne ist jetzt stärker“, sagte Arno Fecht. Er selbst habe an der Fassade des neu erbauten „Hirschen“ zwei junge Ahorn-Bäume gepflanzt. Weitere Pflanzungen würden folgen. Damit habe er auf Kritik in den sozialen Medien reagiert, wonach es nicht mehr so schön grün wie früher an dieser Stelle sei.

Laura Rothe sagte, dass der erste Konzeptidee-Entwurf für das Areal eine „erlebbare Grünfläche mit einem Platzcharakter“ vorsehe. Es soll ein Angebot für Kinder zum Spielen geben, aber auch für Erwachsene zum Verweilen. Das Grundstück am Carolinengang, auf dem die Blutbuche stand, war an die Bürgerinitiative Baumschutz Aurich veräußert worden. Die Stadt als Eigentümerin hatte das Risiko des maroden Baumes nicht mehr tragen wollen. Die Versicherung der Stadt hatte die Verantwortung dafür abgelehnt. Nach der Fällung wurde die Fläche an die Stadt rückübertragen.

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